Personalgewinnung bei Bundeswehr:Bundespräsident zweifelt an freiwilligem Wehrdienst
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier stellt den freiwilligen Wehrdienst infrage. Er bringt stattdessen erneut ein gesellschaftliches Pflichtjahr für alle ins Spiel.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier warnt: Reicht Freiwilligkeit nicht, rückt die Wehrpflicht wieder in den Fokus.
Quelle: dpaBundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist skeptisch, ob der neue freiwillige Wehrdienst zu genügend Soldaten in der Bundeswehr führt. Im Podcast "Vorangedacht" des Nachrichtenportals "t-online" sagte er:
Ich zweifle, ob die Freiwilligkeit ausreicht.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
Stelle sich heraus, dass die Freiwilligkeit nicht reiche, "dann wird die Debatte über die Wehrpflicht wieder aktuell werden", prognostizierte das Staatsoberhaupt.
Der diesjährige Katholikentag fand unter dem Motto "Hab Mut, steh auf!" in Würzburg statt. Zum Auftakt rief Bundespräsident Steinmeier zu mehr Miteinander und Zuversicht auf.
14.05.2026 | 0:18 minSteinmeier wirbt für allgemeines Pflichtjahr
Steinmeier warb stattdessen erneut für ein gesellschaftliches Pflichtjahr zwischen sechs und zwölf Monaten für alle Bürger im sozialen, kulturellen oder ökologischen Bereich - oder auch bei der Bundeswehr. Dem Bundespräsidenten ginge es vor allem darum:
Die Bereitschaft eines jeden Menschen, einen kleinen Teil seiner Lebensarbeitszeit bereitzustellen, um für das gemeinsame Ganze etwas zu tun.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
Das sei die gerechteste Lösung.
Deutschlandweit macht sich unter Jugendlichen Protest gegen die Wehrpflicht breit, auch mit Schulstreiks. Anlass für eine Bestandsaufnahme unter anderem in einer Schulklasse.
10.05.2026 | 2:46 minNeues Wehrdienstgesetz seit Januar in Kraft
Das Gesetz für den neuen Wehrdienst auf freiwilliger Basis war am 1. Januar in Kraft getreten. Alle Männer und Frauen, die volljährig werden, erhalten Fragebögen, um Eignung und Motivation für die Bundeswehr zu erheben. Junge Männer müssen den Bogen verpflichtend ausfüllen, für junge Frauen ist dies freiwillig.
Deutschland reagiert damit auf die Bedrohung durch Russland und die in der Folge geänderten Nato-Ziele. So soll die aktive Truppe auf 260.000 Männer und Frauen wachsen. Ende des ersten Quartals waren es rund 185.000. Zudem soll es 200.000 Männer und Frauen in der Reserve geben. Sollten die Zielkorridore verfehlt werden, kann der Bundestag über eine Wehrpflicht entscheiden.
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