Wehrbauftragter: Bußgeld bei Fragebogen-Boykott "letztes Mittel"

Wehrbeauftragter Henning Otte:Bußgeld für Fragebogen-Verweigerer nur "letztes Mittel"

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Wer den Bundeswehr-Fragebogen ignoriert, dem droht ein Bußgeld von 250 Euro - der Wehrbeauftrage Henning Otte betont aber: Sanktionen sollen das letzte Mittel bleiben.

 Rekrutinnen und Rekruten des Luftwaffenausbildungsbataillons aus Roth und des Heimatschutzregiments 5 aus Hessen mit Sitz in Thüringen legten ihren Diensteid ab.

Mehr als ein Viertel der angeschriebenen 18-jährigen Männer hat den Wehrdienst-Fragebogen ignoriert, obwohl sie dazu verpflichtet sind. Von den Antwortenden zeigten 36 Prozent Interesse.

07.05.2026 | 0:21 min

Bußgelder gegen junge Männer, die den neuen Bundeswehr-Fragebogen nicht beantworten, sind nach Worten des Wehrbeauftragten des Bundestags nur das letzte Mittel.

Die Abläufe für den neuen Wehrdienst seien gesetzlich klar geregelt, sagte Henning Otte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Wer in Deutschland Rechte und Pflichten wahrnimmt, sollte daher auch bereit sein, auf staatliche Schreiben zu reagieren", sagte er.

Nach ausführlicher Information und angemessenen Fristen dürfen Bußgelder nur das letzte Mittel sein.

Henning Otte, Wehrbeauftragter des Bundestags

Entscheidend bleibe, junge Menschen durch "Transparenz und Attraktivität vom Dienst für unser Land zu überzeugen, nicht durch Sanktionen".

Feldjacken hängen am Stand der Bundeswehr.

Mehr als ein Viertel der angeschriebenen 18-jährigen Männer hat den Wehrdienst-Fragebogen ignoriert, obwohl sie dazu verpflichtet sind. Von den Antwortenden zeigten 36 Prozent Interesse.

07.05.2026 | 0:21 min

Bußgeld von 250 Euro

Seit Januar werden junge Menschen ab 18 im Zuge der Neuregelung des freiwilligen Wehrdienstes von der Bundeswehr angeschrieben und nach ihrer Bereitschaft für einen möglichen Wehrdienst gefragt. Männer müssen den Bogen ausfüllen, Frauen können es freiwillig tun.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums sind 206.000 Briefe - Stand 29. April - versandt worden.

86 Prozent der Männer haben demnach fristgerecht innerhalb von vier Wochen geantwortet. Von den übrigen haben nach einem Erinnerungsschreiben 73 Prozent ihre Rückmeldung innerhalb der Fristerweiterung von zwei Wochen abgegeben. Wer sich gar nicht rührt, dem droht ein Bußgeld von 250 Euro.

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute am 07.05.2026 in dem Beitrag "Viele Männer ignorieren Bundeswehr-Fragebogen" um 12:05 Uhr.

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