Spritpreis: Grüne kritisieren Tankrabatt als "Wahnsinn"

Maßnahmen gegen hohe Spritpreise:"Was für ein Wahnsinn": Grüne kritisieren Tankrabatt-Pläne

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Die Grünen kritisieren die Tankrabatt-Pläne als "Wahnsinn" und warnen vor Profiten der Ölkonzerne. Für FDP-Chef Kubicki ist der Preisdeckel ein "planwirtschaftliches Instrument".

Eine Person tankt an einer Tankstelle ein Auto.

Ab 1. Oktober sollen Benzin und Diesel durch eine niedrigere Energiesteuer 17 Cent weniger kosten. Spätestens ab 1. Januar soll vorübergehend ein Spritpreisdeckel gelten. Der Plan ist umstritten.

19.09.2026 | 1:35 min

Die Grünen im Bundestag haben die Einigung zwischen Bund und Ländern auf einen Tankrabatt von 17 Cent bis Jahresende scharf kritisiert. "Der Tankrabatt ist zurück. Was für ein Wahnsinn", sagte Fraktionsvize Andreas Audretsch den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

Das Geld muss im Geldbeutel der Menschen ankommen, nicht in den Taschen der Ölkonzerne.

Andreas Audretsch, stellv. Fraktionschef der Grünen

Beim Tankrabatt im Sommer hätten sich die Konzerne bereits einen Teil des Geldes in die eigene Tasche gesteckt, erklärte Audretsch. "Das jetzt zu wiederholen ist absurd", sagte der Grünen-Politiker.

SGS Slomka Zimmermann aus Berlin, zum Tankrabatt 18.09.2026

Tankrabatt und Spritpreisdeckel kommen. Besonders der Spritpreisdeckel sei ein strittiger Punkt in der Koalition gewesen, so die Leiterin des Hauptstadtstudios Diana Zimmermann.

18.09.2026 | 2:19 min

Audretsch für "Energiegeld" statt Tankrabatt

Er plädierte stattdessen für ein "Energiegeld", das direkt ausgezahlt werden sollte, sowie eine Senkung der Stromsteuer. Zudem sollte die Bundesregierung die Übergewinne der Konzerne abschöpfen. Den Zeitungen des RND sagte er:

Dass weiter keine Übergewinnsteuer kommt, ist ein Kniefall vor den mächtigen Ölkonzernen.

Andreas Audretsch, stellv. Fraktionschef der Grünen

Greenpeace: Eigentliches Problem muss angegangen werden

Ähnlich äußerte sich Greenpeace-Expertin Marissa Reiserer. "Ein dicker Batzen davon landet am Ende als Übergewinn in den Taschen der Ölkonzerne." All das sei der Bundesregierung von verschiedener Seite bestätigt worden. Trotzdem entscheide sie sich erneut für "diesen untauglichen Rabatt". Die Abhängigkeit vom Öl müsse endlich beendet werden.

Das wurde beschlossen



Kubicki: Preisdeckel ein "planwirtschaftliches Instrument"

Auch der FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki lehnt den geplanten Spritpreisdeckel ab. Das sei ein "planwirtschaftliches Instrument", kritisierte er. "Kanzler Friedrich Merz ist wieder vor Finanzminister Lars Klingbeil eingeknickt", so Kubicki. Was es brauche, sei eine "Senkung der Energiesteuer auf das europäische Mindestmaß, Streichung der nationalen CO2-Abgabe und Abschaffung der Kfz-Steuer".

Schwerdtner: Pflaster heilt noch keine Wunde

Aus Sicht der Linken-Vorsitzenden Ines Schwerdtner können ein Preisdeckel und niedrigere Steuern zwar kurzfristig helfen. "Aber ein Pflaster heilt noch keine Wunde", sagte sie den Funke Medien. "Was weiterhin fehlt, ist ein Plan, wie Energie langfristig bezahlbar wird und nicht zum Luxusgut wird." Solange Deutschland bei Öl und Gas von internationalen Krisen und Konflikten abhängig bleibe, sei der nächste Preisschock nur eine Frage der Zeit.

Zu sehen ist Ökonom Henning Vöpel.

Ob die Steuersenkungen tatsächlich bei den Verbrauchern ankommen, sei ungewiss, sagt Ökonom Henning Vöpel bei ZDFheute live. Es könne sein, dass Mineralölkonzerne Gewinne für sich verbuchen.

18.09.2026 | 13:24 min

Verbraucherzentrale fordert zielgenaue Entlastungen

Die Vorständin der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), Ramona Pop, kritisierte die geplanten Maßnahmen als zu wenig zielgerichtet. Die Vorhaben seien "teuer, kurzsichtig und wenig zielgenau", sagte Pop der "Rheinischen Post". Sie fordert:

Stattdessen braucht es jetzt Entlastungsmaßnahmen, die vor allem Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen erreichen und zugleich die beginnende Heizperiode in den Blick nehmen.

Ramona Pop, Verbraucherzentrale Bundesverband

Eine kurzfristige Reaktion an der Zapfsäule ersetze kein durchdachtes Entlastungskonzept für steigende Energiekosten, erklärte Pop. "Zur notwendigen Weitsicht gehört auch, unsere Abhängigkeit von fossilen Energieträgern konsequent zu verringern", sagte sie der "Rheinischen Post". "Denn wir müssen verhindern, dass jede weltpolitische Krise unmittelbar an der Zapfsäule oder im Heizkeller teuer zu Buche schlägt", so die vzbv-Vorständin.

Sozialverband kritisiert Tankrabatt und begrüßt Spritpreisdeckel

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) bewertet die Beschlüsse der Bundesregierung zur Entlastung bei den Spritkosten hingegen als zweischneidig. "Gut, dass die Bundesregierung jetzt handelt, denn die Menschen brauchen schnelle Entlastung", sagte die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier den Zeitungen der Funke Medien.

Allerdings halten wir Gießkannenlösungen wie den Tankrabatt nicht für die richtige Lösung.

Michaela Engelmeier, Vorstandsvorsitzende Sozialverband Deutschland

Dies koste den Staat und die Steuerzahlenden Millionen oder gar Milliarden, entlaste aber auch diejenigen, die keine Unterstützung benötigten. "Das ist unsolidarisch."

Finanzminister Klingbeil kündigt Tankrabatt an

Lars Klingbeil (SPD, Bundesfinanzminister) zur Einigung über die Spritpreisbremse.

18.09.2026 | 5:21 min

Den Spritpreisdeckel hingegen begrüßte Engelmeier als "sinnvolle Maßnahme", um die Bürgerinnen und Bürger vor weiteren Preissprüngen zu schützen. Es sei "allerdings enttäuschend und absolut nicht nachvollziehbar, dass krisenbedingte Übergewinne nicht konsequenter abgeschöpft werden".

Die Verbandsvorsitzende forderte die Koalition zudem auf, bereits an die nächsten Schritte zu denken: "Bei den Entlastungen darf man nicht nur auf die Zapfsäulen beziehen. Die Bundesregierung muss gerade jetzt mit Blick auf Herbst und Winter auch hohe Heiz- und Stromkosten in den Fokus nehmen."

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Quelle: AFP, dpa
Über die Spritpreis-Entlastungen berichtete das ZDF in mehreren Sendungen. Zuletzt in den heute Nachrichten am 19.09.2026 ab 19:00 Uhr.

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