"Übergewinne der Ölkonzerne abschöpfen":Grüne wollen Energiepauschale bis 250 Euro
Wegen der hohen Energiepreise fordern die Grünen eine Pauschale von bis zu 250 Euro pro Kopf. Dafür müsse man Übergewinne der Ölkonzerne abschöpfen, sagt Fraktionsvize Audretsch.
Die Regierung plant Entlastungen beim Tanken. Der Kanzler kündigt schnelles Handeln an, lässt konkrete Maßnahmen aber offen.
16.09.2026 | 2:16 minUm die steigenden Energiepreise für die Menschen in Deutschland abzufedern, fordern die Grünen eine Energiepauschale von bis zu 250 Euro pro Kopf. Das ergibt sich aus einem Aktionsplan, der ZDFheute vorliegt. "Wir wollen ihnen sozial gestaffelt eine Energiepauschale von bis zu 250 Euro auszahlen. Finanziert aus den übermäßigen Milliardengewinnen der fossilen Konzerne", heißt es in dem Papier.
"Die Sprit-Inflation schadet uns und unserer Wirtschaft", schreiben die Grünen weiter. "Mit einer Übergewinnsteuer schöpfen wir die Krisengewinne ab. Es geht um zweistellige Milliardenbeträge, die wir als Energiepauschale zurückgeben können."
Die Preise für Sprit und Energie steigen. "Wir müssen Geld an die Menschen zurückgeben", fordert Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch im ZDF.
16.09.2026 | 6:16 minAudretsch im ZDF: "Geld an Menschen zurückgeben"
"Wir müssen Geld an Menschen zurückgeben", erklärt dazu der stellvertretende Grünen-Fraktionschef Andreas Audretsch im ZDF-Morgenmagazin. Dafür müsse man Übergewinne bei Ölkonzernen abschöpfen.
Wir wollen direkte Auszahlungen an die Haushalte, damit das Geld unmittelbar wieder in den Geldbeuteln der Menschen ankommt.
Andreas Audretsch, stellv. Fraktionschef der Grünen
Steuersenkungen auf Kraftstoffe führten hingegen dazu, "dass sich die Konzerne einen großen Teil des Geldes wieder in die eigene Tasche reinwirtschaften", so Audretsch.
Die Auszahlung der Energiepauschale könne "schnell passieren", da der entsprechende Mechanismus zur Auszahlung im Bundesfinanzministerium bereits angelegt sei. Auch wenn bislang nur knapp 20 Prozent der Kontonummern vorliegen, ist der Grünen-Politiker davon überzeugt, dass diese Zahl im Falle einer Auszahlung rasch steige.
Das Kiel Institut für Weltwirtschaft warnt vor einer allgemeinen staatlichen Entlastung, um die hohen Spritpreise abzufedern.
15.09.2026 | 0:29 minGrüne für Stromsteuer-Senkung und E-Auto-Förderung
Der Aktionsplan der Grünen fordert ferner, die Stromsteuer zu senken und mit einer erhöhten E-Auto-Prämie den Umstieg auf Elektroautos zu beschleunigen. Ausgearbeitet wurde der Aktionsplan von der Parteivorsitzenden Franziska Brantner, dem energiepolitischen Sprecher der Bundestagsfraktion, Michael Kellner, sowie der Spitzenkandidatin bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, Claudia Müller.
Hohe Spritpreise belasten viele Autofahrer. Welche Instrumente hat die Politik, um gegenzusteuern?
15.09.2026 | 2:09 minUnions-Fraktionschef will Mehrwertsteuer senken
Auch Unions-Fraktionschef Thorsten Frei (CDU) fordert schnell umsetzbare Maßnahmen zum 1. Oktober. Er hält eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Benzin und Diesel für möglich, wie er in der Sendung "Frühstart" von RTL und ntv am Mittwoch sagte. Alternativ komme auch eine Neuauflage des Tankrabatts infrage.
Der Staat profitiere von den steigenden Rohöl- und Verkaufspreisen, weil auf sie nochmals eine höhere Mehrwertsteuer obendrauf komme, sagte Frei.
Davon etwas zurückzugeben und statt 19 nur sieben Prozent Mehrwertsteuer zu verlangen, wäre deswegen eine naheliegende Maßnahme.
Thorsten Frei (CDU), Vorsitzender der Unions-Fraktion
Der CDU-Politiker geht davon aus, dass es dafür keine Gegenfinanzierung braucht, denn der Staat gebe lediglich Mehreinnahmen bei der Mehrwertsteuer an die Steuerzahler zurück.
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