Hohe Spritpreise:Bundesregierung wohl einig über Tankrabatt
Die Bundesregierung hat sich wohl auf Maßnahmen geeinigt, um den Anstieg der Spritpreise zu bremsen. Nach ZDF-Informationen beinhaltet das diskutierte Paket einen neuen Tankrabatt.
Die Bundesregierung berät heute über Entlastungen angesichts der steigenden Spritpreise. ZDF-Korrespondentin Diana Zimmermann ist vor Ort.
18.09.2026 | 1:22 minWegen der rasant steigenden Preise für Diesel und Benzin hat sich die schwarz-rote Koalition offenbar auf Gegenmaßnahmen verständigt. Auf dem Tisch liegt nach ZDF-Informationen ein Paket mit folgendem Inhalt:
- Ab dem 1. Oktober soll es einen Tankrabatt in Höhe von etwa 17 Cent pro Liter geben. Bund und Länder sollen die geschätzten Kosten in Höhe von 2,5 Milliarden Euro bis Jahresende gemeinsam finanzieren.
- Ab dem 1. Januar 2027 könnte es zudem eine Einmalzahlung geben, die gezielt an Haushalte mit kleinerem Einkommen überwiesen werden soll - vermutlich über den Arbeitgeber.
- Es soll Entlastungen für energieintensive Unternehmen geben.
Ein möglicher Spritpreisdeckel wird aktuell noch diskutiert. Die Union lehne diesen bisher ab, berichtet ZDF-Hauptstadtkorrespondentin Diana Zimmermann.
Dieses ganze Paket liegt auf dem Tisch, scheint sich in der Endphase zu befinden, und wichtig ist natürlich, dass das eine Entscheidung von Bund und Ländern sein muss, die Länder sollen das nämlich mittragen und deswegen müssen sie es auch mit durchsetzen.
Diana Zimmermann, ZDF-Hauptstadtkorrespondentin
Auch Mehrwertsteuersenkung und Übergewinnsteuer diskutiert
Diskutiert worden war auch über eine Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf 7 Prozent. Dafür hatte Unionsfraktionschef Thorsten Frei plädiert. Auch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche wollte die Spritpreise per Steuerrabatt senken. Am Donnerstag sprach CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann in der ZDF-Sendung "maybrit illner" von einer Entlastung von bis zu 25 Cent pro Liter, die dadurch möglich wäre.
Die Bundesregierung sucht nach schnellen Maßnahmen zur Entlastung wegen der hohen Spritpreise. Der ADAC forderte eine Senkung der Stromsteuer - als Anreiz zum Kauf von E-Autos.
18.09.2026 | 1:24 minAus der SPD kam außerdem der Vorschlag, die Gewinne der Mineralölkonzerne zu besteuern - mit einer sogenannten Übergewinnsteuer.
Fachleute wie die Vorsitzende des Sachverständigenrates Wirtschaft, Monika Schnitzer, sprachen sich hingegen für eine Direktzahlung "an die Menschen, die es brauchen", aus.
Rekordpreise für Diesel
Der Preis für Diesel hatte am Donnerstag laut ADAC mit 2,471 Euro ein neues Allzeithoch erreicht. Der Benzinpreis für Super E10 sank im Vergleich zum Vortag hingegen leicht von 2,314 auf 2,308 Euro pro Liter.
Die hohen Spritpreise hängen vor allem mit dem Iran-Krieg zusammen. Dabei ist es nur eine kleine Menge an Erdöl, die Deutschland aus dieser Region bezieht.
15.09.2026 | 1:03 minVon Anfang Mai bis Ende Juni galt bereits ein Tankrabatt auf Benzin und Diesel. Umstritten ist, in welchem Umfang die Senkung von faktisch rund 17 Cent an der Zapfsäule weitergegeben wurde. Für den Tankrabatt hatte der Bund mit rund 1,6 Milliarden Euro Mindereinnahmen gerechnet.
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