Spritpreis: Bundesregierung einigt sich auf Entlastungspaket

Tankrabatt und Spritpreisdeckel:Bundesregierung einig über Spritpreis-Entlastungen

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Die Bundesregierung hat sich auf Maßnahmen geeinigt, um den Anstieg der Spritpreise zu bremsen. Das Paket beinhaltet einen neuen Tankrabatt und einen Preisdeckel.

Zapfpistolen an einer Tankstelle

Die Bundesregierung hat sich auf Maßnahmen geeinigt, um den Anstieg der Spritpreise zu bremsen. Das Paket beinhaltet einen neuen Tankrabatt und einen Preisdeckel.

18.09.2026

Wegen der rasant steigenden Preise für Diesel und Benzin hat sich die schwarz-rote Koalition auf Gegenmaßnahmen verständigt. Insgesamt wollen Bund und Länder Bürger sowie Unternehmen um rund 2,5 Milliarden Euro entlasten. Die Länder sollen die Hälfte tragen. Das Paket soll bis 1. Oktober umgesetzt werden.

Es beinhaltet folgende Punkte:

  • Der Bund senkt die Energiesteuer auf Kraftstoffe bis Ende 2026 um 14 Cent für Benzin und Diesel. Zusammen mit der Umsatzsteuer ergibt sich eine Senkung um 17 Cent pro Liter bei den Kraftstoffen. Unklar war zunächst, ab wann dieser Tankrabatt genau gelten soll.
  • Es soll einen nicht dauerhaften, krisenbedingten Spritpreisdeckel nach dem Vorbild Luxemburgs oder Belgiens frühestmöglich, spätestens aber zum 1. Januar 2027, geben.
  • Die Bundesregierung will die Preisentwicklung weiter beobachten und - wenn nötig - zum Jahresbeginn 2027 weitere Maßnahmen auf den Weg bringen, die sich an Bürgerinnen und Bürger insbesondere mit kleinen und mittleren Einkommen sowie energieintensive Unternehmen richten sollen.
  • Außerdem begrüßt die Bundesregierung die Gespräche in der Europäischen Union über mögliche Maßnahmen gegen die Mineralölwirtschaft.
Zu sehen sind Bundeskanzler Friedrich Merz und Finanzminister Lars Klingbeil. Hinter ihnen ist ein Preismast.

Die Spritpreise an den Tankstellen erreichen Rekordwerte – die Bundesregierung reagiert darauf mit neuen Maßnahmen. ZDFheute live analysiert die Pläne.

18.09.2026 | 20:10 min

Merz: 2,5 Milliarden Euro "kein Pappenstiel"

"Wer jeden Tag auf das Auto angewiesen ist, kommt an seine Belastungsgrenze", sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) laut einer Pressemitteilung. "Wir handeln schnell und haben einen klaren Fahrplan für 2027. Wir zeigen, dass wir in der Krise widerstandsfähig sind und den Bürgerinnen und Bürgern helfen.

Die Entlastung von immerhin 2,5 Milliarden Euro ist in Zeiten angespannter Haushalte kein Pappenstiel.

Friedrich Merz, Bundeskanzler

Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) ergänzte laut der Mitteilung: "Die Spritpreise runterkriegen, die Menschen entlasten, die Abzocke an den Zapfsäulen beenden – genau das war mir wichtig und das erreichen wir mit unserer Einigung."

Mit der Senkung der Energiesteuer sinken die Preise schnell. 17 Cent weniger pro Liter, das macht einen Unterschied.

Lars Klingbeil, Finanzminister

Die Regierung arbeite außerdem weiter daran, die "Krisenprofite der Mineralölkonzerne" an die Bürger zurückzugeben, versprach Klingbeil.

Finanzminister Klingbeil kündigt Tankrabatt an

Lars Klingbeil (SPD, Bundesfinanzminister) zur Einigung über die Spritpreisbremse.

18.09.2026 | 5:21 min

Übergewinnsteuer auf EU-Ebene nicht in Sicht

Auch wenn sich die Regierung nun weiter dafür einsetzen will: Eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne ist auf EU-Ebene vorerst nicht in Sicht. Klingbeil hatte die EU-Kommission am Freitag bei einem Finanzministertreffen in Dublin erneut aufgefordert, einen entsprechenden Vorschlag zu unterbreiten. 

EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis verwies jedoch lediglich darauf, dass die Mitgliedstaaten auf nationaler Ebene "bereits eine Steuer auf außerordentliche Gewinne einführen können, wenn sie dies wünschen". Eine Übergewinnsteuer auf nationaler Ebene würde Unternehmen in Deutschland benachteiligen. Bundeskanzler Merz hat dies daher ausgeschlossen.

SGS Slomka Zimmermann aus Berlin, zum Tankrabatt 18.09.2026

Tankrabatt und Spritpreisdeckel kommen. Besonders der Spritpreisdeckel sei ein strittiger Punkt in der Koalition gewesen, so die Leiterin des Hauptstadtstudios Diana Zimmermann.

18.09.2026 | 2:19 min

Start des Tankrabatts noch offen

Der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) sprach von einer "entschlossenen" Einigung. "Wir werden alles tun, um diese Einigung in Bund und Ländern zügig durch- und umzusetzen", sagte er. Laut ZDF-Hauptstadtkorrespondentin Diana Zimmermann wurde das Papier zwischen Bundesregierung und den 16 Bundesländern abgestimmt.

Die Länder haben dem zugestimmt, das ist der Stand der Dinge.

Diana Zimmermann, ZDF-Hauptstadtkorrespondentin

Noch offen sei, ob der Tankrabatt tatsächlich wie angestrebt zum 1. Oktober eingeführt werden könne, sagt Zimmermann. Dafür wäre ein sogenannter Fristverzicht notwendig, für den eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Bundestag stimmen müsste. Die Bundesregierung sei also auf die Unterstützung der Opposition angewiesen, so Zimmermann. "Die Grünen finden den Tankrabatt aber mutmaßlich nicht gut, weil er nicht zum (Sprit-)Sparen anreizt."

Ökonom: "Kein gutes Signal"

Henning Vöpel, Leiter des Centrums für Europäische Politik, nannte das Maßnahmenpaket der Regierung bei ZDFheute live "kein gutes Signal". Es sei nicht geeignet, das Vertrauen der Menschen in die Politik zurückzubringen.

Zu sehen ist Ökonom Henning Vöpel.

Ob die Steuersenkungen tatsächlich bei den Verbrauchern ankommen, sei ungewiss, sagt Ökonom Henning Vöpel bei ZDFheute live. Es könne sein, dass Mineralölkonzerne Gewinne für sich verbuchen.

18.09.2026 | 13:24 min

Insbesondere der Tankrabatt sei "wirklich sehr teuer" und "nicht besonders sozial", weil er sich nicht gezielt an die stark betroffenen Gruppen richte.

Da gäbe es eigentlich bessere Instrumente.

Henning Vöpel, Leiter des Centrums für Europäische Politik

Rekordpreise für Diesel

Der Preis für Diesel hatte am Donnerstag laut ADAC mit 2,471 Euro ein neues Allzeithoch erreicht. Der Benzinpreis für Super E10 sank im Vergleich zum Vortag hingegen leicht von 2,314 auf 2,308 Euro pro Liter.

Für Diesel und Benzin müssen Verbraucher momentan deutlich mehr zahlen.

Die hohen Spritpreise hängen vor allem mit dem Iran-Krieg zusammen. Dabei ist es nur eine kleine Menge an Erdöl, die Deutschland aus dieser Region bezieht.

15.09.2026 | 1:03 min

Von Anfang Mai bis Ende Juni galt bereits ein Tankrabatt auf Benzin und Diesel. Umstritten ist, in welchem Umfang die Senkung von faktisch rund 17 Cent an der Zapfsäule weitergegeben wurde. Für den Tankrabatt hatte der Bund mit rund 1,6 Milliarden Euro Mindereinnahmen gerechnet.

Quelle: ZDF, AFP
Über die hohen Spritpreise berichtete das ZDF in verschiedenen Sendungen, unter anderem in den heute-Nachrichten am 18.09.2026 ab 17:00 Uhr und im heute journal ab 21:45 Uhr.

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