Hohe Preise an Zapfsäulen:Sachsen-Anhalts Ministerpräsident fordert Tank-Steuerbremse
Der Kampf gegen steigende Spritpreise wird zunehmend zum Wahlkampfthema. Sachsen-Anhalts Landeschef Schulze spricht sich für eine Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe aus.
Angesichts der weiter steigenden Spritkosten fordert Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Schulze eine Senkung der Energiesteuer, etwa in Form einer Steuerbremse beim Tanken.
15.03.2026 | 0:20 minAngesichts der wegen des Iran-Kriegs gestiegenen Benzin- und Dieselpreise fordert Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) eine Senkung der Energiesteuer. Der "Bild am Sonntag" sagte er:
Die Bundeskasse darf sich nicht an der Ölpreiskrise bereichern.
Sven Schulze, Ministerpräsident Sachsen-Anhalt
Denn mit dem Anstieg der Rohölpreise steige auch die Steuersumme. Die Spritpreise müssten zurück auf das Niveau vor der Preisexplosion.
Das geht mit einer Steuerbremse beim Tanken.
Sven Schulze, Ministerpräsident Sachsen-Anhalt
Seit Beginn des Irankriegs ist der Ölpreis stark gestiegen. Die Spritpreise explodieren. Mit Blick auf anstehende Landtagswahlen fordern deshalb einige Politiker eine Neuauflage des Tankrabatts.
10.03.2026 | 7:00 minSchulze will Amt bei Wahl im September verteidigen
Schulze forderte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) auf, eine Senkung der Energiesteuer zu veranlassen, bis sich der Markt normalisiert habe. "Das lässt sich sofort umsetzen." Die Maßnahme sei sozial gerecht - und man könne zwar die Preise an den internationalen Rohölbörsen nicht beeinflussen, dafür aber die nationalen Steuern reduzieren.
Der CDU-Chef von Sachsen-Anhalt war im Januar vom Landtag zum Nachfolger des aus Altersgründen ausgeschiedenen Ministerpräsidenten Reiner Haseloff gewählt worden.
Schulze regiert in einer Koalition aus CDU, SPD und FDP und will sein Amt bei der Landtagswahl am 6. September verteidigen. Die Koalitionspartner befürchten Stimmenverluste. Die AfD lag in Umfragen zuletzt bei 39 bis 40 Prozent. Deswegen wird es für möglich gehalten, dass sie dort erstmals überhaupt eine absolute Parlamentsmehrheit erringt.
Im Haushalt seien die Mittel knapp, deshalb sollten nur Mittel ergriffen werden, die einen nachhaltigen Effekt auf den Spritoreis hätten, analysiert Ökonomin Samina Sultan.
09.03.2026 | 11:04 minIfo-Präsident warnt vor staatlichen Eingriffen
Ifo-Präsident Clemens Fuest hatte zuletzt vor staatlichen Eingriffen zur Senkung der Öl- und Gaspreise für Verbraucher gewarnt. Der Chef des Münchner Instituts erklärte:
Preissignale über Rabatte oder Steuersenkungen auszuschalten, ist volkswirtschaftlich schädlich.
Clemens Fuest, Ifo-Präsident
Steuersenkungen führten nicht dazu, dass die volkswirtschaftlichen Kosten von Öl und Gas sinken. Denn Steuersenkungen müssten durch andere Steuern oder durch verminderte staatliche Leistungen gegenfinanziert werden.
Bei jeder Belastung nach dem Staat zu rufen, lässt in Vergessenheit geraten, dass unsere Wirtschaft auf Dauer ohne ein gewisses Maß an Eigenverantwortung nicht funktioniert.
Clemens Fuest, Ifo-Präsident
Wirtschaftsministerin Reiche (CDU) reagiert auf steigende Spritpreise und will Ölreserven freigeben. Außerdem sollen Tankstellen ihre Preise nur einmal täglich anheben dürfen.
11.03.2026 | 2:34 minRegierung kündigte Maßnahmen zur Preisregulierung an
Die schwarz-rote Bundesregierung hat bereits angekündigt, Preiserhöhungen an Tankstellen stärker zu regulieren. Anhebungen sollen nur noch einmal am Tag erlaubt sein, Preissenkungen dagegen jederzeit.
Zudem beteiligt sich Deutschland an der Freigabe einer Rekordmenge von Öl aus den strategischen Reserven der Internationalen Energieagentur. Finanzminister Klingbeil hatte außerdem eine Verschärfung des Kartellrechts gefordert, da vonseiten der Mineralölwirtschaft die Krise ausgenutzt werde.
Seit dem Angriff der USA und Israels auf den Iran Ende Februar sind Spritpreise von deutlich über zwei Euro pro Liter keine Seltenheit mehr in Deutschland.
Die Folgen des Irankriegs sieht man hierzulande auch an den Tankstellen. Die Spritpreise sind weiterhin hoch. Deshalb fahren viele zum Tanken nach Polen, denn dort ist es günstiger.
13.03.2026 | 2:02 minTankrabatt gab es bereits 2022
Einen Tankrabatt gab es bereits in Deutschland: Die Ampelregierung führte ihn in der Energiekrise 2022 ein. Für drei Monate wurde die Energiesteuer auf Kraftstoffe auf das europäische Mindestmaß abgesenkt.
Wissenschaftliche Untersuchungen legen nahe, dass die Maßnahme damals tatsächlich zu niedrigeren Preisen an den Zapfsäulen führte. Kritiker bemängeln unter anderem die hohen Kosten für den Steuerzahler - und dass die Nachfrage nach Kraftstoff so noch künstlich angeheizt wurde.
Mehr zu den Themen
- Interview
Iran-Krieg treibt Spritpreise:Warum Sprit in Deutschland besonders teuer ist
mit Video5:40 Tipps zum Senken des Benzinverbrauchs:Extrempreise an der Zapfsäule: Wie Sie jetzt Sprit sparen
von Claudia Krafczykmit Video0:58Verbraucher leiden weltweit:Ölpreis steigt weiter - trotz freigegebener Reserven
mit Video2:14- FAQ
Österreich als Vorbild:Nur eine Spritpreis-Erhöhung am Tag - wie funktioniert das?
mit Video2:34