Internationaler Tag gegen Homophobie:Regenbogenflagge über dem Reichtstagsgebäude gehisst
Noch vor einem Jahr hatte Bundestagspräsidentin Klöckner untersagt, die Regenbogenflagge auf dem Bundestag zu hissen. Nun hängt sie doch - der Anlass sei diesmal "parlamentarisch".
Der Bundestag hat für einen Tag über dem Reichstagsgebäude in Berlin die Regenbogenflagge gehisst. Anlass ist der Internationale Tag gegen Homophobie.
17.05.2026 | 0:35 minDer Bundestag hat für einen Tag über dem Reichstagsgebäude in Berlin die Regenbogenflagge gehisst. Anlass ist der Internationale Tag gegen Homophobie, der zugleich der Jahrestag der vom Parlament 2002 beschlossenen Rehabilitierung homosexueller Opfer der NS-Justiz ist.
Es gebe daher einen klaren parlamentarischen Anlass - anders als beim Berliner Christopher Street Day (CSD), hatte das Büro von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) zuvor erklärt.
CSD 2025: Verbot für Regenbogenfahne am Reichstag
Im vergangenen Jahr hatte es Streit gegeben, weil Klöckner sich geweigert hatte, die Regenbogenflagge auch am CSD zu hissen - so wie das ihre Amtsvorgängerin Bärbel Bas (SPD) getan hatte. Klöckner hatte entschieden, dass die Fahne einmal im Jahr gehisst werde und zwar am Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit.
Die Zahl der Straftaten gegen queere Menschen steigt seit Jahren. Um die Regenbogenfahne ist mittlerweile ein politischer Kulturkampf entbrannt.
26.07.2025 | 1:24 minSie hatte dies mit der Neutralitätspflicht der Bundestagsverwaltung begründet und betont, die Bundesflagge in Schwarz-Rot-Gold stehe für Freiheit, Menschenwürde und Gleichheit vor dem Gesetz - das umfasse auch das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte das Vorgehen verteidigt und gesagt: "Der Bundestag ist ja nun kein Zirkuszelt", auf dem man beliebig Fahnen hisse. Auch das hatte Kritik hervorgerufen.
Am 01.07.2025 sagt Kanzler Merz (CDU) in der ARD-Sendung "maischberger" zur Regenbogenflagge auf dem Reichstag, dieser sei "kein Zirkuszelt".
02.07.2025 | 0:57 minKritik: Unions-Haltung ist "anti-queere Stimmungsmache"
Die Entscheidung aus 2025 stößt bei Opposition und Verbänden weiterhin auf Kritik. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Nyke Slawik sagte am Samstag der "Rheinischen Post", die Union mache sich so weiter mitschuldig an einer "anti-queeren Stimmungsmache". Der Bundesvorstand des Verbands Queere Vielfalt (LSVD+), Andre Lehmann, sagte, eine erneute Flaggenhissung zum Berliner CSD wäre ein "symbolischer Gewinn".
Am 17. Mai 1990 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel für Krankheiten gestrichen. Seit 2005 wird der Tag in Erinnerung an dieses Datum als Internationaler Tag gegen Homophobie begangen.
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