Nach Festnahme in Tschechien im April:Rechtsextremistin Liebich an Deutschland ausgeliefert
Im April war die Rechtsextremistin Marla-Svenja Liebich in Tschechien festgenommen worden. Nun wurde die 55-Jährige ausgeliefert und in ein Frauengefängnis in Chemnitz gebracht.
Die wegen Volksverhetzung verurteilte Rechtsextremistin Marla-Svenja Liebich ist von Tschechien nach Deutschland ausgeliefert worden. Sie war dort im April per Haftbefehl festgenommen worden.
15.07.2026 | 0:49 minDie unter anderem wegen Volksverhetzung verurteilte deutsche Rechtsextremistin Marla-Svenja Liebich ist von Tschechien an Deutschland ausgeliefert worden. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Halle an der Saale in Sachsen-Anhalt sagte, traf die 55-Jährige am Mittwoch im Frauengefängnis im sächsischen Chemnitz ein. Liebich habe sich "kooperativ" gezeigt, es habe "keine besonderen Vorkommnisse" gegeben.
Die tschechische Polizei hatte zuvor mitgeteilt, dass sie Liebich auf der Grundlage eines Auslieferungsbeschlusses eines tschechischen Gerichts nach Deutschland gebracht habe. Der Konvoi mit der deutschen Extremistin habe "die Grenze überquert", erklärte die tschechische Polizei im Onlinedienst X. Sie werde "offiziell an die deutschen Kollegen übergeben".
Das Landgericht Pilsen entschied im Juni über die Auslieferung der Rechtsextremistin Marla Svenja Liebich.
01.06.2026 | 0:27 minLiebich mit Europäischem Haftbefehl gesucht
Liebich war Anfang April in Tschechien aufgrund eines Europäischen Haftbefehls festgenommen worden. Das Landesgericht im westtschechischen Pilsen ordnete Anfang Juni ihre Auslieferung nach Deutschland an. Dagegen legte Liebich Beschwerde ein, diese wurde aber Anfang Juli vom Obergericht in Prag zurückgewiesen. Das Prager Gericht kündigte am Dienstag vergangener Woche die Auslieferung "binnen zehn Tagen" an.
In Deutschland soll Liebich eine Haftstrafe von eineinhalb Jahren verbüßen. Das Amtsgericht Halle verurteilte sie im Juli 2023 wegen Volksverhetzung und anderer Delikte wie übler Nachrede und Billigung eines Angriffskriegs. Zu ihrem Haftantritt im Chemnitzer Frauengefängnis erschien Liebich im August vergangenen Jahres nicht.
Ermittler hatten die flüchtige Rechtsextremistin Marla-Svenja Liebich in Tschechien festgenommen. Nachdem sie ihre Haftstrafe nicht angetreten hatte, wurde seit August 2025 nach ihr gefahndet.
09.04.2026 | 0:23 minLiebich änderte 2024 Geschlechtseintrag
Liebich, die früher unter dem Vornamen Sven auftrat, war über Jahrzehnte eine bundesweit bekannte Figur der rechtsextremen Szene. Ende 2024 änderte Liebich ihren Geschlechtseintrag, nachdem zuvor das neue Selbstbestimmungsgesetz in Kraft getreten war. Der geänderte Geschlechtseintrag führte dazu, dass Liebich ihre Haft in einem Frauengefängnis verbüßen muss.
Der Fall löste in Deutschland eine Debatte über mögliche Folgen des Selbstbestimmungsgesetzes aus. Das Regelwerk ermöglicht eine Änderung des Vornamens und des Geschlechtseintrags beim Standesamt ohne medizinische Nachweise. Die Bundesregierung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kündigte nach ihrem Amtsantritt im vergangenen Jahr eine Überprüfung des Gesetzes an.
Rückblick: Die verurteilte Rechtsextremistin Marla Svenja Liebich Anfang Juni am Landgericht in Pilsen.
Quelle: dpaBürgerrechts- und Transgenderorganisationen hatten die Vermutung geäußert, dass es sich bei Liebichs Geschlechtswechsel um eine gezielte Provokation der Rechtsextremistin gegen das neue Gesetz handeln könnte. 2022 hatte Liebich Teilnehmende einer Pride-Parade in Halle als "Parasiten der Gesellschaft" bezeichnet.
Nach ihrer Aufnahme im Chemnitzer Frauengefängnis soll die Anstaltsleitung laut Staatsanwaltschaft Halle nun prüfen, "wie es strafvollzugsintern weitergeht".
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