Studie der Krankenkasse DAK:Jeder dritte Pflegeheimbewohner benötigt Sozialhilfe
37 Prozent der Menschen in Pflegeheimen sind 2026 auf Sozialhilfeleistungen angewiesen. Und ohne Reformen könnten die Belastungen weiter steigen, warnt eine Studie.
Mehr als jeder dritte Pflegeheimbewohner in Deutschland ist auf Sozialhilfe angewiesen. Mit 37 Prozent in diesem Jahr ist ein Höchstwert erreicht - das zeigt eine Studie der Krankenkasse DAK.
05.03.2026 | 0:25 minImmer mehr Bewohner in Pflegeheimen sind nach einer Auswertung der Krankenkasse DAK auf Sozialhilfe angewiesen. "Die Sozialhilfequote in Pflegeheimen erreicht 2026 den neuen Höchstwert von 37 Prozent", heißt es in der Studie, die ZDFheute vorliegt. Zunächst hatte die "Rheinische Post" berichtet.
Ohne Reformen könnte die Zahl bis zum Jahr 2035 demnach ungebremst auf knapp 43 Prozent ansteigen. DAK-Vorstandschef Andreas Storm erklärte:
Die stationäre Pflege wird für immer mehr Menschen zur konkreten Armutsfalle.
Andreas Storm, DAK-Vorstandschef
Die Eigenanteile für Plätze in Pflegeheimen sind erneut gestiegen. Demnach müssen Pflegebedürftige im ersten Jahr im bundesweiten Schnitt 3.245 Euro im Monat zahlen.
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Derzeit beziehen der Auswertung nach 309.000 Menschen Sozialhilfe in Pflegeheimen. Die Zahl könnte sich demnach in den nächsten neun Jahren um 15 Prozent auf 356.000 Betroffene erhöhen.
Die Studie hat der Gesundheitsökonomen Heinz Rothgang im Auftrag der DAK erstellt. Storm fordert:
Die Begrenzung der Eigenanteile in den Heimen muss Teil einer großen Pflegereform werden. Wir brauchen einen neuen Finanzierungsmix.
Andreas Storm, DAK-Vorstandschef
Und weiter: "Das Ziel muss eine faire Lastenverteilung zwischen Beitragszahlenden, Pflegebedürftigen und Steuerzahlenden sein."
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Eine Deckelung der pflegebedingten Eigenanteile auf einen Höchstbetrag von 1.000 oder 1.200 Euro im Monat würde die Lage laut Studie etwas entspannen. Die Sozialhilfequote würden demnach dann auch im Jahr 2035 zwischen 32 und 37 Prozent liegen.
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