Mario Voigt kündigt Klage an:Thüringer Ministerpräsident soll Doktortitel verlieren
Thüringens Ministerpräsident Voigt soll laut Staatskanzlei in Erfurt seinen Doktortitel verlieren. Das hat die TU Chemnitz Voigts Anwaltskanzlei mitgeteilt. Er will dagegen klagen.
Thüringer Ministerpräsident Mario Voigt soll seinen Doktortitel verlieren.
Quelle: dpaDie Technische Universität Chemnitz hat Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt den Doktortitel aberkannt. Eine entsprechende Information der Hochschule machte der CDU-Politiker am Mittwoch öffentlich. Das Plagiatsverfahren war im August 2024 eingeleitet worden.
Voigt kündigte gegen die Entscheidung der Philosophischen Fakultät Klage vor dem Verwaltungsgericht an. Die TU Chemnitz äußerte sich bislang nicht dazu.
Voigt kündigt rechtliche Schritte an
Die Entscheidung der Universität in Chemnitz sei für ihn nicht nachvollziehbar, teilt Voigt in einem Pressestatement mit. Die von der Fakultät beanstandeten Stellen bezögen sich auf 2,58 Prozent der Wörter seiner Arbeit. Voigt erklärt weiter:
Der wissenschaftliche Kern meiner Arbeit ist von den Vorwürfen nicht betroffen.
Mario Voigt, CDU, Ministerpräsident Thüringen
Der von der Universität selbst eingeschaltete unabhängige Sachverständige habe eindeutig bestätigt, dass die Dissertation den wissenschaftlichen Anforderungen entspreche, so Voigt. Er werde vor dem zuständigen Verwaltungsgericht Klage gegen die Entscheidung der TU Chemnitz einreichen.
Im Dezember 2024 wurde Mario Voigt zum Ministerpräsidenten Thüringens gewählt.
12.12.2024 | 2:55 minAnwalt: Vorwürfe wurden vollständig widerlegt
Voigts Anwälte halten die Entscheidung der Universität für rechtswidrig. Die Vorwürfe zu der Dissertation beziehen sich darauf, dass Voigt von ihm zitierte Quellen nicht im Original ausgewertet, sondern blind aus Sekundärliteratur übernommen haben soll, heißt es in einer Erklärung der Anwälte, die ZDFheute vorliegt.
"Bemerkenswert ist dabei, dass die Vorwürfe überwiegend keine angeblich ungekennzeichneten Übernahmen (Plagiate) betreffen", heißt es darin weiter. Die Vorwürfe hätten vollständig widerlegt werden können. Es habe nachgewiesen werden können, dass Voigt seine Arbeit vollständig selbst verfasst habe.
"Klar ist, wer die AfD schwächen will, der muss sie politisch stellen und nicht mit Parlaments-Tricks", so Mario Voigt, CDU, Ministerpräsident Thüringen.
17.04.2025 | 6:07 minVoigt: Spielregeln nachträglich geändert
Zudem kritisierte der Regierungschef das Vorgehen in dem Prüfverfahren. Demnach habe der externe Gutachter im Februar 2025 ein Votum gegen eine Aberkennung des Doktorgrades abgegeben. Anschließend seien im Mai 2025 neue Bewertungsmaßstäbe für Plagiatsverfahren eingeführt und auf seine Dissertation angewandt worden.
In einem laufenden Verfahren die Spielregeln nachträglich und einschneidend zu verändern, ist – zurückhaltend formuliert – höchst ungewöhnlich.
Mario Voigt, CDU, Ministerpräsident Thüringen
Voigt sieht sich in dem Verfahren unfair behandelt und kritisiert weiter, dass weder er noch die drei ursprünglichen Gutachter seiner Dissertation, in dem Verfahren persönlich angehört wurden. Vorwürfe, dass Voigt in seiner Doktorarbeit unsauber gearbeitet haben soll, kamen in der Zeit des Wahlkampfs vor der Landtagswahl 2024 auf.
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