CDU steht vor wichtigen Wahlen:Merz beendet Wahlkampf mit Auftritt in Berlin
Kurz vor der Abgeordnetenhauswahl ist Kanzler Merz erstmals im Berliner Wahlkampf aufgetreten. In den Umfragen liefern sich CDU und Linke in Berlin ein enges Rennen um Platz eins.
Bundeskanzler Friedrich Merz nimmt an der Wahlkampfveranstaltung der CDU vor der Landtagswahl in Berlin teil.
Quelle: epa | CLEMENS BILANBei seinem ersten und einzigen Auftritt im Berliner Wahlkampf hat Kanzler Friedrich Merz zum vereinten Kampf gegen Antisemitismus aufgerufen und für seinen Reformkurs geworben. Vor etwa 150 Parteimitgliedern im Konrad-Adenauer-Haus, der Zentrale der Bundespartei, sagte Merz kurz vor der Wahl in Berlin:
Wir dürfen das nicht dulden, dass in Deutschland oder in Berlin Ausländerkriminalität, Judenhass an der Tagesordnung sind. Dieses Land muss sich dagegen wehren.
Friedrich Merz, Bundeskanzler
Die Berliner CDU und ihr Spitzenkandidat Stefan Evers werfen der Linken seit Wochen Antisemitismus vor. Dies tat Evers auch beim gemeinsamen Auftritt mit Merz im Konrad-Adenauer-Haus: "Diese Stadt der Freiheit darf nicht in die Hände von Extremisten, von extremen politischen Parteien fallen, von Parteien, die Judenhass offen in ihren Reihen dulden."
Am Wochenende wird in Berlin das neue Abgeordnetenhaus gewählt. Umfragen sehen ein enges Rennen zwischen der CDU und der Linken.
17.09.2026 | 1:48 minMerz: "Sind auf dem Weg raus aus der Krise"
Der Kanzler wies in seiner Rede darauf hin, dass es Zeichen einer wirtschaftlichen Erholung in Deutschland gebe. "Wir sind auf dem Weg raus aus der Krise." Im Jahr 2026 werde es in Deutschland ein Wirtschaftswachstum von ungefähr 1,3 Prozent geben.
Wir sind raus aus diesem Tal einer schrumpfenden oder stagnierenden Volkswirtschaft.
Friedrich Merz, Bundeskanzler
Es seien aber weiterhin Reformen notwendig.
Am Sonntag wird in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin gewählt. Die CDU steht dabei massiv unter Druck. Manche sehen im Wahl-Sonntag einen "Schicksalstag" für Bundeskanzler Friedrich Merz.
17.09.2026 | 45:36 minZeit der "unbedingten transatlantischen Freundschaft" vorbei
Auf die Außenpolitik ging er nur kurz ein und beschrieb eine fundamentale Veränderung in den Beziehungen Deutschlands zu den USA. Die Zeit der "unbedingten transatlantischen Freundschaft" sei wahrscheinlich für längere Zeit vorbei, sagte der CDU-Vorsitzende.
"Wir sehen auf der anderen Seite des Atlantiks eine Veränderung der politischen Haltung, eine Veränderung auch der Einschätzung des transatlantischen Bündnisses, die wir so möglicherweise nicht für möglich gehalten haben", so Merz.
Neue Zahlen vom ZDF-Politbarometer zeigen die politische Stimmung in der Hauptstadt.
17.09.2026 | 0:47 minWahlen könnten für Merz entscheidend werden
Die CDU liefert sich mit der Linken in Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz eins bei der Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses am Sonntag. Gleichzeitig wird dann in Mecklenburg-Vorpommern gewählt, wo die CDU laut ZDF-Politbarometer bei sechs Prozent liegt und um den Einzug in den Landtag bangen muss.
Die beiden Wahlen könnten auch für die politische Zukunft von Merz entscheidend sein. Seit Tagen wird über einen Kanzlersturz spekuliert.
Die acht CDU-Ministerpräsidenten stellen sich in einem offenen Brief hinter Merz. Die klare Positionierung sei ein "Wunsch des Kanzlers" gewesen, so Wulf Schmiese.
16.09.2026 | 2:37 minKaum Wählerkontakt im Wahlkampf
In allen vier Wahlkämpfen im September trat Merz allerdings nur selten öffentlich auf. Nach Sachsen-Anhalt ist er zwei Mal gereist, um eine Bioraffinerie in Leuna und das Weltkulturerbe in Quedlinburg zu besuchen. In beiden Städten traf er Landtagskandidaten und Amtsträger, aber keine Wähler.
In Mecklenburg-Vorpommern wurde der Kanzler bei seinem einzigen öffentlichen Wahlkampfauftritt von einzelnen Bürgern mit Buhrufen und Pfiffen empfangen - und kehrte danach nicht wieder dorthin zurück. Im niedersächsischen Kommunalwahlkampf gab es einen Auftritt vor CDU-Anhängern in einem Flughafenhotel bei Hannover.
Und in Berlin macht Merz quasi bei sich zu Hause Wahlkampf. CDU-Spitzenkandidat Evers bezeichnete den Auftritt als "Motivationsveranstaltung für unsere Wahlkämpfer". Und weiter: "Denn es kommt jetzt wirklich auf jede Stimme an. Berlin steht vor einer Richtungswahl."
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