Markus Frohnmaier bei "Lanz":AfD-Fraktionsvize: Deutschlandlied ist "Kulturgut"
von Felix Rappsilber
Markus Frohnmaier (AfD) erklärt, mit der ersten Strophe des Deutschlandliedes "kein Problem" zu haben. Journalist Schindler entgegnet, diese sei "sehr mit Revanchismus verknüpft".
Bei "Markus Lanz" äußert sich AfD-Vize Frohnmaier zum Verhältnis der AfD zur US-Regierung sowie seiner Haltung zum Deutschlandlied. Weitere Themen der Talkrunde waren die Rolle Deutschlands in Nahost sowie die außenpolitischen Positionen von AfD und SPD.
09.04.2026 | 73:54 minMarkus Frohnmaier stellte sich am Donnerstagabend bei "Markus Lanz" hinter seine Parteikollegen, die während eines USA-Besuchs die erste Strophe des Deutschlandliedes mitgesungen hatten. Die erste Strophe des Deutschlandliedes "ist nicht verboten. Das ist Kulturgut", sagt der Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion.
Im vergangenen Oktober war jene Strophe auf einer Veranstaltung des New York Young Republican Club vom Tenor Emilio Pons gesungen worden. Auch die AfD-Bundestagsabgeordneten Jan Wenzel Schmidt und Kay Gottschalk hatten eingestimmt.
"Welt"-Journalist Frederik Schindler sagte: "Da heißt es: 'Deutschland, Deutschland über alles. Von der Maas bis an die Memel, Von der Etsch bis an den Belt' - Gebiete, die längst nicht mehr zu Deutschland gehören." Der Gastgeber, so Frohnmaier, habe den Anwesenden einen Gefallen tun und seinen Respekt zeigen wollen und habe daher die deutsche Nationalhymne gesungen:
Er hat auch die erste Strophe gesungen, weil ihm nicht bekannt war, (...) dass das in Deutschland unüblich ist. Die dort anwesenden Kollegen, Abgeordneten, wollten eben in diesem Moment auch nicht unhöflich sein.
Markus Frohnmaier (AfD)
Schindler: Erste Strophe mit "Großmachtstreben" verbunden
Schindler wandte sich an den AfD-Politiker: "Sie finden es albern, das als verpönt zu bezeichnen - obwohl die Nationalsozialisten die erste Strophe des Deutschlandlieds zusammen mit dem Horst-Wessel-Lied gesungen haben." Jenes Horst-Wessel-Lied war Teil der nationalsozialistischen Propaganda - zunächst als Kampflied der Sturmabteilung (SA) und später als Parteihymne der NSDAP. Seitdem sei die erste Strophe des Deutschlandliedes "sehr klar mit Revanchismus verknüpft" und werde von extremen Rechten verwendet, erklärte Schindler.
Simons-Nachfahren wehren sich gegen die AfD: Die Mopedmarke wird als politisches Symbol genutzt. Jegliche Verbindung mit der AfD empfinden die Nachfahren der jüdischen Gründerfamilie als Beleidigung des eigenen Namens.
17.02.2026 | 0:48 minFrohnmaier jedoch beharrte: "Die Nationalsozialisten haben viel missbraucht. Deswegen sollte man nicht in Deutschland anfangen, zu sagen: Nur weil die Nationalsozialisten mal etwas gesagt haben, gesungen haben (...), trennen wir uns für immer davon. Das ist eine Form von Hysterie für mich."
Schindler bezeichnete Frohnmaiers Worte als "revisionistisch". Die erste Strophe des Deutschlandliedes sei mit "Großmachtstreben" verbunden.
Die AfD wettert gegen Vetternwirtschaft, doch intern brodelt es: In Brandbriefen ist sogar von einem "korrupten System", "mafiösen Strukturen" und einer "mutmaßlichen Veruntreuung" die Rede.
03.03.2026 | 16:56 minFrohnmaier: Erste Strophe des Deutschlandlieds "legal"
Moderator Lanz fragte den AfD-Politiker: "Ist es okay, die erste Strophe des Deutschlandliedes zu singen?" Frohnmaier antwortete: "Ich würde es nicht tun, aber ich kann es niemandem verbieten." "Warum würden Sie es nicht tun?", hakte Lanz nach. "Weil ich glaube, dass es heutzutage eher unüblich ist. Es wird auch als unpassend empfunden." Im selben Atemzug betonte Frohnmaier, dass der Gebrauch der ersten Strophe des Deutschlandliedes "legal" sei.
Lanz erwiderte: "Die Frage ist, wie Sie es empfinden." Frohnmaier sagte: "Ich habe damit kein Problem (...), es ist unsere Nationalhymne." Schindler widersprach: "Die erste Strophe ist nicht die Nationalhymne, sondern die dritte Strophe des Deutschlandliedes ist die Nationalhymne." Er erläuterte die Regelung: "Schon kurz nach dem Ende des Nationalsozialismus, wenige Jahre später, wurde entschieden, die erste Strophe nicht mehr zu singen."
"Die Wirtschaft in Baden-Württemberg braucht endlich bezahlbare Energie", sagte der damalige AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmaier, vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg im März.
06.03.2026 | 10:07 minPolitologin: Ideologische Nähe zwischen Republikanern und AfD
Für die Politologin Jana Puglierin offenbarte die gemeinsame Veranstaltung in New York eine "transatlantische Komponente" zwischen den Republikanern und der AfD. In der Nationalen Sicherheitsstrategie der MAGA-Regierung stehe geschrieben, "dass die patriotischen Parteien Europas - ich nehme an, die AfD würde sich stolz dazu zählen - die Rettung vor der zivilisatorischen Auslöschung in Europa sind, dass Europa falsch abgebogen ist".
Puglierin wandte sich an Frohnmaier: "Sie stimmen in vielerlei Hinsicht überein, in der Ablehnung der Europäischen Union. Sie sagen, Wokeness ist alles gaga. Sie sagen, es gibt einen Klimakult." Mit Blick auf diese "ideologische Nähe" sagte sie: "Meines Erachtens gibt es schon ein gemeinsames Projekt." "Absolut", räumte Frohnmaier ein, um daraufhin zu polemisieren:
Wir glauben nicht an offene Grenzen. Wir glauben nicht an 80 Geschlechtertypen. Wir glauben auch nicht, dass eine Industrienation, wie Deutschland sie ist, mit Windrädchen und Sonnenkollektoren aufrechterhalten werden kann. Da haben wir viele Gemeinsamkeiten mit den eher Konservativen.
Markus Frohnmaier (AfD)
Puglierin entgegnete: "Das ist eine andere Redefinition des Westens (...)." Es gebe "sehr große Überschneidungen" zwischen dem AfD-Parteiprogramm und dem innenpolitischen Programm der Trump-Administration.
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