Streit um Trump: In der AfD brechen alte Grabenkämpfe wieder auf

Analyse

Verhältnis zu US-Präsident Trump:In der AfD brechen alte Grabenkämpfe wieder auf

Nicole Diekmann

von Nicole Diekmann

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Seit dem Angriff der USA auf Iran streitet die AfD über den Umgang mit dem US-Präsidenten. Die Parteispitze geht offen auf Distanz. Das passt nicht jedem.

Alice Weidel, Fraktions- und Bundesvorsitzende der AfD, und Tino Chrupalla, AfD-Bundes- und Fraktionsvorsitzender, geben zu Beginn der Sitzung ihrer Bundestagsfraktion ein Pressestatement.

Die AfD-Chefs Alice Weidel und Tino Chrupalla (Archivbild).

Quelle: dpa

Vordergründig läuft es derzeit recht gut für die AfD: In Rheinland-Pfalz erzielte die Rechtsaußenpartei ihr bisher bestes Wahlergebnis im Westen.

Auch zwei Wochen zuvor jubelte die Partei. Bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg holte sie über 18 Prozent - trotz des hochlaufenden Vetternwirtschaftsskandals, in den auch ihr Spitzenkandidat Markus Frohnmaier verstrickt ist.

Und, obwohl Frohnmaier bei der Wahlabschlussveranstaltung drei Tage vor der Wahl nicht einmal dabei war: Statt neben seinen Parteichefs Tino Chrupalla und Alice Weidel auf der Bühne in Rottweil zu stehen, weilte er in den USA.

 Jan Bollinger (AfD), Spitzenkandidat seiner Partei für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, steht im SWR-Wahlstudio. Am Sonntag hat in Rheinland-Pfalz die Landtagswahl stattgefunden.

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AfD: Nähe zu Trump und "MAGA"

Frohnmaier gehört zu der Gruppe in der AfD, die manche dort die "neuen Transatlantiker" nennen. Trumpisten, die gern und oft die Nähe zu den Republikanern und zu Donald Trumps MAGA-Bewegung suchen und betonen. Und die nun in einen Richtungsstreit geraten. In der AfD brechen alte Grabenkämpfe wieder auf. 

Der US-Präsident galt der AfD lange als Gallionsfigur. Das Kalkül: Hoffnung auf Rückenwind bei einem etwaigen Verbotsverfahren und, auch nicht ganz unwichtig, Erfolge in den traditionell eher den USA zugeneigten westlichen Bundesländern.

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Der Drahtseilakt der AfD

Vor dem Hintergrund der sehr putin- und russlandfreundlichen Haltung der innerhalb der AfD sehr einflussreichen Ost-Landesverbände ein Drahtseilakt, der bereits schwieriger als ohnehin schon zu werden drohte, als Trump Venezuela angreifen und den venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro gefangen nehmen ließ.

Ein Bruch mit einem seiner zentralen Wahlversprechen, das auch die AfD hoch hält: Nichteinmischung.

In ihrem Wahlprogramm von 2025 steht: "Die AfD bekennt sich zu den Grundsätzen des Völkerrechtes, insbesondere der Charta der Vereinten Nationen (UN). Die AfD stimmt im Geiste des Vertrages von Helsinki dafür, dass sich kein Land in die inneren Angelegenheiten eines anderen einmischen darf."

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Trumps Iran-Politik: Bogen überspannt?

Da wand man sich noch bei der Frage, ob Trump Völkerrecht gebrochen habe. Frohnmaier etwa vermied eine klare Haltung dazu. Der thüringische Bundestagsabgeordnete und Höcke-Vertraute Torben Braga schrieb hingegen auf der Plattform "Abgeordnetenwatch":

Wer heute akzeptiert, dass ein Regimewechsel von außen militärisch erzwungen wird, muss morgen hinnehmen, dass auch das eigene Land diesem Recht des Stärkeren unterworfen wird.

Torben Braga, AfD

Die beiden Parteichefs schwiegen vielsagend, um irgendwie die Balance zu halten. Mit seinem Angriff auf Iran gemeinsam mit Israel hat Trump nun den Bogen überspannt. Chrupalla warf Trump diese Woche "Erpressung" vor. In der ZDF-Sendung Markus Lanz sagte er zuvor, er sei maßlos enttäuscht von Trump.

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05.03.2026 | 11:32 min

Weidels deutliche Kritik an Trump

Auch Weidel spart nicht mit offener Kritik. Vergangene Woche sagte sie in Berlin:

Dass jetzt Hilfe angefordert wird, das lässt vermuten, dass man da recht konzeptlos in diesen Einsatz reingegangen ist. Das hätte man sich mal vorher überlegen sollen.

Alice Weidel, AfD

Weidel gehörte bislang zu den klassischen Transatlantikern in der AfD. Also denen, die nicht erst seit Trump tendenziell eher die Nähe zu den USA in Abgrenzung zu Russland suchen. Ebenso wie Hannes Gnauck, Bundestagsabgeordneter und ehemaliger Soldat.

Gnauck wurde allerdings vergangene Woche gestoppt: eine Pressemitteilung, in der er eine deutsche Unterstützung in der Straße von Hormus forderte, erblickte gar nicht erst das Licht der Öffentlichkeit, sondern wurde von der Parteispitze gestoppt. T-online berichtete zuerst.

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16.03.2026 | 1:46 min

 

AfD-Fraktion trifft jungen Republikaner

Wie sehr man in der AfD nun über Kreuz liegt im Umgang mit den USA, ließ sich am Mittwochabend bestens beobachten. Zunächst analog: Die Bundestagsfraktion hatte Stefano Forte eingeladen, den Präsidenten der "Young Republicans", einen glühenden Trump-Unterstützer.

Wer nicht zur Veranstaltung kam, waren Weidel und Chrupalla. Nach ZDF-Informationen war das nicht der Terminlage geschuldet.

Auf der Plattform X postete der AfD-Abgeordnete Malte Kaufmann ein gemeinsames Foto mit Forte, der ihm zufolge eine "fulminante Rede" gehalten habe. Jürgen Elsässer, Chefredakteur der rechtsextremistischen Zeitung "Compact" wiederum schrieb: "Jagt die Verräter zum Teufel! Ami go home! Dump Trump."

Über dieses Thema berichtete das ZDF in mehreren Sendungen, etwa am 22.03.2026 ab 17:40 Uhr und am 11.03.2026 ab 0:00 Uhr.

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