Steinmeier verteidigt Papst Leo gegen Trump: "Unerschrocken"

Bundespräsident beim Katholikentag:Steinmeier verteidigt Papst gegen Trump: "Unerschrocken"

|

Bundespräsident Steinmeier hat Papst Leo den Rücken gestärkt und Trumps Angriffe auf das Kirchenoberhaupt kritisiert. Beim Katholikentag rief er zu Zuversicht und Engagement auf.

Frank-Walter Steinmeier

Frank-Walter Steinmeier rief beim Katholikentag auch zu Zuversicht auf.

Quelle: Imago

Zum Auftakt des Deutschen Katholikentags hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Papst gegen Kritik von US-Präsident Donald Trump verteidigt.

"Wenn Papst Leo in einer Zeit von Krisen und Kriegen öffentlich größere Anstrengung für den Frieden fordert, dann verdient ein solcher Aufruf Unterstützung, nicht Kritik - auch nicht die von den Mächtigsten der Welt", sagte Steinmeier am Mittwoch in seiner Eröffnungsansprache in Würzburg. Leo XIV. sei ein Papst, der Mut mache, lobte Steinmeier.

Die Welt kann dankbar sein für diesen unerschrockenen Verkünder einer Botschaft von Gerechtigkeit und Frieden.

Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident

Papst Leo "besteht in seinen Botschaften unüberhörbar auf dem unauflöslichen Zusammenhang zwischen Glauben und Nächstenliebe".

Eröffnung des 104. Katholikentags: „Mehr Ökumene wagen!“

Sehen Sie hier die Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier beim 104. Katholikentag in voller Länge.

13.05.2026 | 9:17 min

Trump: Verbalattacken gegen Papst Leo XIV.

US-Präsident Trump hatte wütend auf Friedensaufrufe des aus den USA stammenden Kirchenoberhauptes reagiert und ihm mit Blick auf den Iran vorgeworfen, sich mit einem Land gemein zu machen, "das eine Atomwaffe will".

Leo XIV. bezeichnete in der Vergangenheit zudem den Umgang mit Migranten in den USA als "äußerst respektlos" und forderte einen "menschlichen" Umgang.

US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus am 13.04.2026. (Archiv)

Nach seinem weltweiten Friedensappell wurde der Papst mehrfach von US-Präsident Trump verbal attackiert. Das kritisierte Italiens Ministerpräsidentin Meloni. Trump griff sie darauf ebenso an.

16.04.2026 | 2:27 min

Steinmeier: "Christen müssen aufstehen gegen Weltuntergangsstimmung"

Angesichts der sich breitmachenden Krisenstimmung im Land rief Steinmeier die Kirchentagsbesucher zu Engagement und Zuversicht auf. "Wir müssen aufhören, uns selbst in die Ohnmacht und das Land in den Abgrund zu reden", sagte er. "Gerade Christen müssen aufstehen gegen Weltuntergangsstimmung, gegen die Vorstellung einer Welt ohne Hoffnung und Zuversicht."

Eine Welt ohne Hoffnung und ohne Zuversicht, das ist nicht unsere Welt.

Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident

Steinmeier zeigte sich besorgt über den weit verbreiteten Pessimismus - und die Konsequenzen für die Demokratie. "Viele begegnen in diesen aufgewühlten Zeiten immer häufiger Menschen, die müde geworden sind, die sich am liebsten irgendwo fallen lassen oder sich unter irgendein schützendes Dach verkrümeln möchten", sagte er. "Das geht über das Private hinaus bis in die Wahrnehmung von Politik. Viele haben das Gefühl, es ginge nichts mehr, die Zukunft könne notwendigerweise nur düster sein."

Umso wichtiger sei das Motto des Katholikentags - "Hab Mut, steh auf!". Diese Aufforderung wolle "den Anstoß geben, trotz aller Müdigkeit noch einmal einen Schritt zu probieren, einen neuen Schritt, auf dass sich noch mal ein Weg eröffnet".

Einordnung der Rede des Bundespräsidenten: „Kirchen sind für Politik wichtige Player“

Der Kirchenexperte Joachim Frank, Chefkorrespondent bei DuMont, ordnet die Steinmeier-Rede ein.

13.05.2026 | 4:08 min

Bundespräsident wirbt für mehr Ökumene

Der evangelische Bundespräsident warb zudem erneut für ein engeres Miteinander der Konfessionen. Katholiken- und Kirchentage seien inzwischen immer auch Orte gelebter Ökumene.

Wenn ich mir bei meiner letzten Rede auf dem Katholikentag als Bundespräsident etwas wünschen dürfte, dann bitte das: Mehr Ökumene wagen!

Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident

Steinmeiers zweite und letzte Amtszeit endet im März 2027.

104. Katholikentag: "Versteckt euch nicht, bringt euch ein!"

"Versteckt euch nicht, bringt euch ein!" - diese Botschaft will Irme Stetter-Karp, Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), beim 104. Katholikentag in Würzburg verbreiten.

13.05.2026 | 7:02 min

Bis zu 30.000 Gläubige bei Katholikentag in Würzburg erwartet

Zu dem Großereignis in Würzburg werden nach Veranstalterangaben bis zu 30.000 Gläubige erwartet. Katholikentage werden alle zwei Jahre in einer anderen Stadt organisiert und dienen als Forum für Debatten und Austausch. Ihre Wurzeln liegen in der katholischen Laienbewegung.

Neben Gottesdiensten gibt es Ausstellungen, Diskussionsformate und weiteres Begleitprogramm. Ausgerichtet wird der Katholikentag vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken und dem jeweils gastgebenden Bistum.

Wichtiger Hinweis in eigener Sache

Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt.

Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick.

→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen


Quelle: AFP, KNA
Über den Katholikentag berichtete phoenix von ARD und ZDF in der Sendung "phoenix der tag" am 13.05.2026 ab 17:30 Uhr. Über den Streit zwischen Trump und dem Papst berichtete das ZDF in verschiedenen Sendungen, etwa im auslandsjournal am 15.04.2026 ab 22:15 Uhr.

Mehr zur Katholischen Kirche

  1. Frank-Walter Steinmeier

  2. Vatikan: Papst Leo XIV. zelebriert die Heilige Messe mit Priesterweihen im Petersdom
    Analyse

    Pontifex schärft sein Profil:Trump-Streit und Co.: So lief das erste Jahr von Papst Leo

    von Jürgen Erbacher
    mit Video43:35

  3. Ausblick für Freitag

    Nachrichten | heute journal update:Der Ausblick: Was am Freitag wichtig wird

    Video0:46

  4. Soldaten der Bundeswehr. (Symbolbild)

    Seelsorge für Soldaten:Warum die Bundeswehr einen Imam sucht

    von Svenja Dohmeyer
    mit Video1:57