Reiche in China: Suche nach der Balance mit Peking

Wirtschaftsministerin in Peking:Reiches Suche nach dem "ausbalancierten Zustand" mit China

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Bei ihrem Besuch in China wirbt Wirtschaftsministerin Katherina Reiche für einen vertrauensvollen Austausch - nimmt den Handelspartner aber auch in die Pflicht.

 China, Peking: Die Delegationen um Katherina Reiche (l, CDU), Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, und um Wang Wentao, Handelsminister Chinas, sitzen sich gegenüber

Bundeswirtschaftsministerin Reiche ist zur Verbesserung der Handelsbeziehungen nach China gereist. Sie will sich für einen faireren Wettbewerb einsetzen, da deutsche Firmen unter Druck stehen.

27.05.2026 | 0:19 min

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat bei ihrem Besuch in China faire Wettbewerbsbedingungen für deutsche Unternehmen angemahnt. "Wettbewerb ist uns nicht fremd. Wettbewerb bringt uns nach vorn", sagte die CDU-Politikerin zum Auftakt eines Treffens mit Chinas Handelsminister Wang Wentao in Peking. Wettbewerb müsse aber auch so ausgestaltet sein, dass er zu beiderseitigem Nutzen und transparent sei.

Reiche betonte, dass "Reziprozität" das Leitprinzip der Bundesregierung sei und bleibe. Gemeint ist damit, dass Unternehmen in beiden Ländern möglichst vergleichbare Marktzugangs- und Wettbewerbsbedingungen haben sollen.

Reiche will in China über Lieferketten und seltene Erden sprechen

Sie hoffe, mit Wang unter anderem über Lieferketten, den Zugang zu seltenen Erden und Marktzugangsbedingungen sprechen zu können, sagte die Ministerin. Dabei gehe es auch darum, wie China Unternehmen unterstütze, wie Deutschland Unternehmen unterstütze und wie sich beides "in einen ausbalancierten Zustand" bringen lasse.

Reiche hob hervor, dass China in den vergangenen Jahren weltweit enorm investiert habe. Zugleich verwies sie auf den großen chinesischen Handelsbilanzüberschuss von rund 1,2 Billionen Euro.

Eigentlich war es das Ziel der Bundesregierung, wirtschaftlich unabhängiger von China zu werden. Doch die Handelsbeziehungen mit China werden immer einseitiger - zum Nachteil Deutschlands.

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Reiches Ziel: "Vertrauensvoller" Austausch mit China

Zum Auftakt ihres China-Besuchs hatte Reiche für einen "vertrauensvollen und offenen Austausch" geworben. Dieser sei ihr "sehr, sehr wichtig", sagte sie bei einem Treffen mit Zhou Haibing, einem Vizeminister der Staatlichen Kommission für Entwicklung und Reform. Die Behörde gilt als eine der wichtigsten wirtschaftspolitischen Planungsstellen Chinas.

Reiche verwies auf "sehr gute bilaterale Gespräche", die Bundeskanzler Friedrich Merz jüngst mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping geführt habe. Nun sei es ihre Aufgabe, "diesen Faden aufzunehmen". Sie verwies auch auf Zhous Ausbildung als Bauingenieur: Die Bedeutung von Statik und Belastbarkeit sei ihm wohlvertraut. "So wollen wir auch unsere Beziehungen gestalten", sagte die Ministerin.

Unternehmensvertreter reisen mit Reiche

Reiche will in Peking auch mit Vizeministerpräsident He Lifeng sprechen, der in der chinesischen Regierung Handelsfragen mitverantwortet. Im Tross der ehemaligen Managerin reist eine Reihe von deutschen Unternehmensvertretern mit, darunter BASF-Chef Markus Kamieth und der Vorstandsvorsitzende von Thyssenkrupp, Miguel Ángel López Borrego.

Am Donnerstag will Reiche in der südchinesischen Industriemetropole Guangzhou Firmen besuchen und Vertreter der Lokalregierung treffen.

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Es sei wichtig, dass die "Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und Deutschland sehr positiv weitergeführt werden", sagt Miguel López, Vorstandsvorsitzender von Thyssenkrupp, mit Blick auf den Handel mit China.

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Annäherung zwischen China und Deutschland?

Die Reise findet in einer Phase statt, in der Berlin und Peking den wirtschaftspolitischen Dialog wieder vertiefen wollen. Kanzler Merz brachte Ende Februar mit seiner Reise nach Fernost die Gespräche mit Peking wieder in Gang. Zugleich belasten Handelsungleichgewichte, Klagen über unfairen Wettbewerb und Debatten über strengere EU-Schutzmaßnahmen das Verhältnis.

China ist Deutschlands wichtigster Handelspartner, allerdings werden weit mehr Waren aus der Volksrepublik eingeführt als dorthin exportiert. Das Handelsvolumen lag nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im vergangenen Jahr bei etwas mehr als 250 Milliarden Euro. Deutschland importierte Waren im Wert von 170,6 Milliarden Euro aus China, 8,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Die deutschen Exporte nach China gingen dagegen um 9,7 Prozent auf 81,3 Milliarden Euro zurück.

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete heute Xpress am 27.05.2026 um 05:30 Uhr.

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