Hitzeschutz: SPD-Staatssekretär fordert "nationalen Aktionsplan"

Staatssekretär Flasbarth zu Hitzeschutz:"Nächsten Sommer brauchen wir einen nationalen Aktionsplan"

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Nimmt die Regierung Hitzeschutz nicht ernst genug? Im ZDF verspricht Umwelt-Staatssekretär Flasbarth einen Aktionsplan für 2027 - und erhebt Vorwürfe gegen den Bundesrechnungshof.

Schaltgespräch mit Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth

Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth (SPD) fordert im heute journal einen nationalen Aktionsplan für Hitzeschutz an.

02.08.2026 | 6:03 min

9.800 Hitzetote in Deutschland seit Jahresbeginn, fast die Hälfte davon sei auf die extreme Hitze Ende Juni zurückzuführen, meldete das RKI in der vergangenen Woche. Immer wieder steigen die Thermometer in Teilen des Landes über die 30-Grad-Marke. Doch ein entschlossenes Handeln der Bundesregierung auf die Hitzewellen scheint auszubleiben.

Wie umgehen mit der extremen Hitze? Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will "retten, was noch zu retten ist" und fordert flächendeckend Informationsangebote, Grünen-Chefin Franziska Brantner fordert mehr Geld für Hitzeschutzpläne. Krankenhausvertreter rufen nach mehr Kühltechnik zum Schutz der Patienten.

Nimmt die Bundesregierung den Hitzeschutz nicht ernst genug? Im heute journal spricht Jochen Flasbarth (SPD), Staatssekretär im Umweltministerium, über die Lektionen aus dem Hitze-Sommer 2026, die Rolle des Rechnungshofes und die Verantwortung von Bundesländern und Bürgern.

Chemie- und Informatikstudent Johannes Wichert schaut aus dem Dachfenster der WG-Küche im Dachgeschoss

Der Deutsche Wetterdienst warnt für große Teile Deutschlands vor Hitze – wieder einmal. Besonders in vielen Dachgeschosswohnungen lässt es sich bei den hohen Temperaturen kaum aushalten.

03.08.2026 | 1:56 min

Flasbarth will nationalen Aktionsplan ab 2027

Im ZDF-Interview verweist Staatssekretär Flasbarth auf die Maßnahmen der Bundesländer: Hier gebe es "eine sehr enge Zusammenarbeit". Es gebe vielfach Hitze-Aktionspläne auf Landesebene, die die Arbeit koordinieren - aber eben nicht überall. Einen nationalen Aktionsplan "haben wir im Augenblick noch nicht", erklärt Flasbarth. Aber:

Ich glaube, die Lektion, die wir aus diesem Sommer gelernt haben, ist: Nächsten Sommer brauchen wir auch einen nationalen Aktionsplan, der dann alles aus den Ländern zusammenbündelt.

Jochen Flasbarth (SPD), Staatssekretär im Umweltministerium

Flasbarth kritisiert die Debatte der letzten Tage über die Hitzetoten: "Wenn das ein Hochwasser gewesen wäre, dann wäre die Situation ganz sicher eine andere." Auch wenn es vielerorts Beispiele gebe, wie Städte und Gemeinden sich auf hohe Temperaturen einstellen, brauche es insgesamt mehr Maßnahmen: "Wir müssen alle zusammen die Ärmel hochkrempeln."

Burkhard Jung (SPD), Präsident des Deutschen Städtetages und Oberbürgermeister von Leipzig, nimmt an einer Pressekonferenz zum Abschluss des Deutschen Städtetages teil.

Vor allem Bewohner älterer Mietwohnungen haben wenig Möglichkeiten, sich vor der Hitze zu schützen. Der Städtetag fordert Milliardeninvestitionen.

30.07.2026 | 1:30 min

Vorwürfe gegen Bundesrechnungshof

Zur schwierigen Situation der Krankenhäuser, in denen Patienten vielfach unter den Temperaturen leiden, verweist Flasbarth auf die Verantwortung der Betreiber: Hitzeschutz sei "natürlich in erster Linie Aufgabe der Krankenhausträger".

Ein Programm des Bundesumweltministeriums zur Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen sei vom Bundesrechnungshof, der die Ausgaben des Bundes prüft, "massivst kritisiert worden", so der Staatssekretär. Hier wolle man nun nachbessern und eine Grundgesetzänderung auf den Weg bringen, "damit diese völlig überzogene Kritik des Bundesrechnungshofes eben ins Leere läuft".

Handlungsbedarf sieht Flasbarth außerdem bei den Städten und Kommunen. Dies sei "kein Wegdrängen der Verantwortung". Vielmehr müsse Städteplanung Hitzeschutz mitdenken:

Man muss doch dann auch vor Ort mal fragen: Ist es eigentlich vernünftig, hier in der Mitte in Berlin einen Gendarmenmarkt für viel Geld zu sanieren und dabei keinen einzigen Baum zu pflanzen?

Jochen Flasbarth (SPD), Staatssekretär im Umweltministerium

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Hitze und Hagel: Ignoriert die Politik den Extrem-Sommer? Mirko Drotschmann erklärt.

23.07.2026 | 14:49 min

Flasbarth will mehr Rücksicht und Klimaschutz

Hitzeschutz sei auch eine gesellschaftliche Herausforderung, erklärt Flasbarth - und fordert zu mehr Rücksichtnahme auf:

Wer hat eigentlich schon mal nach seinem Nachbarn geguckt, ob der genügend trinkt?

Jochen Flasbarth (SPD), Staatssekretär im Umweltministerium

Grundsätzlich müsse man auch den Umgang mit den Folgen des Klimawandels ernster nehmen. Dafür habe die Regierung ein "sehr passables Klimaschutzprogramm gemacht". Dennoch gibt Flasbarth zu: "Es kann immer besser werden. Wir müssen besser werden beim Klimaschutz, bei der Klimaanpassung. Es ist aber auch nicht so, dass Deutschland da nicht auf einem recht passablen Weg ist."

Das Interview führte heute journal-Moderator Christian Sievers. Autor der Zusammenfassung ist ZDFheute-Redakteur Silas Thelen.

Quelle: mit Material von epd
Über dieses Thema berichtete das ZDF heute journal am 02.08.2026 vorab online ab 19:45 Uhr.

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