Chef der Unionsfraktion:Jens Spahn will späteren Eintritt in die Rente
Wer 100 Jahre alt wird, könne nicht mit Mitte 60 in Rente gehen, sagt CDU-Politiker Jens Spahn. Er fordert einen späteren Renteneintritt – und ist mit seinem Anliegen nicht allein.
Wer älter wird, soll länger arbeiten, fordert Unionsfraktionschef Jens Spahn.
Quelle: action pressAngesichts einer steigenden Lebenserwartung rechnet Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) mit einer deutlichen Erhöhung des Renteneintrittsalters. Den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte der CDU-Politiker:
Wenn man hundert wird, kann man nicht mit Mitte 60 aufhören zu arbeiten.
Jens Spahn, Fraktionschef der Union
Er gehe deshalb davon aus, dass auch die von der schwarz-roten Koalition eingesetzte Rentenkommission Vorschläge für eine Erhöhung des Renteneintrittsalters und zur Lebensarbeitszeit machen werde.
In keinem anderen EU-Land ist die erwerbstätige Bevölkerung so alt wie hierzulande. Sina Mainitz berichtet von der Börse.
03.02.2026 | 1:06 minSpahn: Spätere Rente statt neuer Schulden
Jedes zweite heute neugeborene Mädchen werde mit hoher Wahrscheinlichkeit 100 Jahre alt werden, sagte Spahn. Wenn die Lebenserwartung weiter steige, werde auch das Renteneintrittsalter weiter steigen. Die Altersgrenze für die Regelaltersrente ohne Abschläge wird derzeit schrittweise auf 67 Jahre angehoben. Die Rentenkommission soll Mitte des Jahres ihre Empfehlungen vorlegen.
Auf die Frage, ob er ausschließe, dass die Bundesregierung die Schuldenbremse abermals lockern könnte, um die Sozialkassen zu retten, antwortete Spahn mit einer klaren Absage: Er sehe "keinerlei Spielraum für weitere Schulden".
In Belgien kann man nach 43 Beitragsjahren ohne große Abschläge ab 61 in Rente gehen. Großbritannien will den Renteneintritt von 66 auf 68 Jahre steigern, Polen bei 65 Jahren halten.
04.08.2025 | 3:26 minAuch Wirtschaftsweise für Anhebung des Renteneintrittsalters
Zuletzt hatte auch die Wirtschaftsweise Veronika Grimm eine Anhebung des Renteneintrittsalters ins Spiel gebracht. Angesichts von Problemen bei der Rentenversicherung sei ein späterer Eintritt in die Rente eine "wichtige Komponente", so die Ökonomin. "Die Rente mit 63 und Mütterrente müsste man eigentlich in Frage stellen", betonte die Wirtschaftsweise.
Das durchschnittliche Renteneintrittsalter lag laut dem Statistischen Bundesamt im Jahr 2024 für Frauen und Männer bei 64,7 Jahren. 2004 hatte es für Frauen bei 63,0 Jahren und für Männer bei 63,1 Jahren gelegen. In keinem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union ist laut der Statistik die Erwerbsbevölkerung so alt wie in Deutschland.
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