Forderung an Bundesregierung:Reichinnek: "Brauchen sofort eine Übergewinnsteuer"
Die Linken-Fraktionsvorsitzende Heidi Reichinnek fordert im ZDF eine Übergewinnsteuer und ein Energiekrisengeld. Den vereinbarten Tankrabatt hält sie dagegen für "grottenschlecht".
"Was wir jetzt brauchen, ist sofort eine Übergewinnsteuer" für die Großkonzerne, sagt Heidi Reichinnek, Fraktionsvorsitzende Die Linke, zu den hohen Spritpreisen.
16.04.2026 | 4:34 minDie Linken-Fraktionsvorsitzende Heidi Reichinnek hat im Morgenmagazin eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne gefordert, den geplanten Tankrabatt der Bundesregierung scharf kritisiert und auch über die Nachfolge des Parteivorsitzenden Jan van Aken gesprochen.
Sehen Sie das Interview oben in voller Länge oder lesen Sie es hier in Auszügen. Das sagt Reichinnek über ...
... den Tankrabatt ab dem 1. Mai
"Seit sechs Wochen leiden die Leute jeden Tag mehr an den Zapfsäulen. Die Bundesregierung hat es endlich geschafft, eine Maßnahme vorzulegen, und die ist noch grottenschlecht. Für mich ist das Arbeitsverweigerung", so Reichinnek.
Die Koalition plant den steigenden Spritpreisen ab Mai mit einem Tankrabatt zu begegnen. Opposition und Experten zweifeln an der Wirkung und fordern eine stärkere Kontrolle durch das Kartellamt.
16.04.2026 | 2:49 minAuf Nachfrage, warum das "grottenschlecht" sei, erklärt Reichinnek, dass die Bundesregierung darauf hoffe, dass die Großkonzerne, die die ganze Zeit an der Preisschraube drehen, den Tankrabatt aus Nettigkeit weitergäben. Andererseits würde der Rabatt um 17 Cent laut Reichinnek nicht ausreichen.
Da müssen die Leute immer noch draufzahlen. Das funktioniert einfach nicht. Ich habe das Gefühl, diese Bundesregierung begreift nicht, was es mit den Menschen macht.
Heidi Reichinnek über den geplanten Tankrabatt
Die Steuern auf Diesel und Benzin sollen für zwei Monate um rund 17 Cent pro Liter gesenkt werden. Nun bringt die Koalition den Gesetzentwurf im Bundestag ein.
16.04.2026 | 0:21 min... eine Übergewinnsteuer
Reichinnek: "Was wir jetzt brauchen, ist sofort eine Übergewinnsteuer, weil diese Großkonzerne machen Millionengewinne jeden Tag auf dem Rücken der hart arbeitenden Menschen." Die Bundesregierung müsse dagegen vorgehen und nicht als Bittsteller auftreten. "Also das ist einer Bundesregierung wirklich nicht würdig."
Man müsse nun die "Spirale der Gier" der Mineralölkonzerne durchbrechen, so Reichinnek weiter. Mit diesen Gewinnen könne man beispielsweise ein Energiekrisengeld in Höhe von 300 Euro pro Bürger finanzieren. Und falls das nicht reiche, dann solle die Bundesregierung über eine Vermögensteuer sprechen und klimaschädliche Subventionen streichen.
Man brauche stattdessen langfristige Maßnahmen, aktuell stolpere die Bundesregierung von Krise zu Krise, so Reichinnek. Die Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) nannte sie eine "Lobbyistin", die Deutschlands Abhängigkeit von fossilen Großkonzernen verstärken würde.
Wegen der weiter hohen Spritpreise steht die Koalition unter Druck: Weitere Maßnahmen zur Entlastung der Autofahrer werden gefordert.
03.04.2026 | 1:44 min... die Nachfolge des Parteivorsitzenden Jan van Aken
Am Mittwoch erklärte der bisherige Linken-Parteivorsitzende Jan van Aken, dass er aus gesundheitlichen Gründen für sein Amt nicht erneut kandidieren werde.
Auf Nachfrage, ob sich Reichinnek dessen Nachfolge vorstellen könnte, sagt sie: "Wenn man Fraktions- und Parteivorsitz wirklich vernünftig ausführen will, dann kann man nicht beides machen. Davon bin ich überzeugt. Ich schließe es aus."
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