Vorschläge der Gesundheits-Kommission:AOK-Chefin Reimann: Krankenkassenbeiträge könnten sinken
Eine Experten-Kommission hatte Ende März zahlreiche Vorschläge zur Entlastung der Krankenkassen vorgelegt. AOK-Chefin Reimann sieht nun sogar Spielraum für sinkende Beiträge.
Zur Entlastung der Krankenkassen hat eine Experten-Kommission 66 Reformideen vorgelegt. Unter den Vorschlägen ist auch das Aus für die beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern.
30.03.2026 | 2:31 minDie Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Carola Reimann, hält sinkende Krankenkassenbeiträge für möglich, wenn die Bundesregierung im Gesundheitswesen die derzeit diskutierten Sparvorschläge einer Expertenkommission konsequent umsetzt. Der "Bild am Sonntag" sagte Reimann:
Wenn man alles nimmt, könnte der Beitragssatz sinken. Es ist aber nicht klar, ob die Regierungskoalition auch die Kraft hat.
Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende AOK-Bundesverband
Zugleich sagte Reimann, eine "zusätzliche Belastung der Versicherten" sei nicht notwendig, wenn die Politik vor allem die Ausgaben in Bereichen wie Krankenhäusern, Arztpraxen und Arzneimitteln begrenze. Die Versicherten hätten mit höheren Beitragssätzen bereits "ihren Beitrag geleistet" und seien "in Vorleistung gegangen".
Die „Finanzkommission Gesundheit“ hat am Montag ihre Reformpläne vorgelegt, nach denen Krankenkassen bis zu 42 Milliarden Euro einsparen könnten. Nun beginnt die Debatte, was umgesetzt werden soll.
31.03.2026 | 1:52 minReimann für höhere Steuern auf Tabak und Zucker
Die Expertenkommission habe eine "richtig gute Basis zur Entscheidung hingelegt", sagte Reimann. Sollten im Gesundheitssystem jedoch keine Reformen umgesetzt werden, drohe eine weitere Öffnung der Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben.
Und das würde natürlich den nächsten Beitragsschock produzieren.
Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende AOK-Bundesverband
Positiv äußerte sich die AOK-Chefin zu höheren Steuern auf Tabak, Alkohol und zuckerhaltige Getränke. "Da rennt die Kommission bei uns offene Türen ein", sagte Reimann. Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern zeigten, dass solche Maßnahmen Erkrankungen reduzieren und die Gesundheit verbessern könnten.
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27.03.2026 | 2:48 minEine von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) eingesetzte Expertengruppe hatte am vergangenen Montag 66 Empfehlungen zur Stabilisierung der Kassenbeiträge vorgestellt. Dazu gehören neben einem Ende der beitragsfreien Mitversicherung für Ehepartner etwa höhere Zuzahlungen für Medikamente und Steueraufschläge auf Tabak, Alkohol und zuckerhaltige Getränke.
Das weitaus größte Sparpotenzial sieht die Kommission bei Ärzten, Krankenhäusern und Pharmaindustrie - etwa durch eine strikte Deckelung der Vergütung.
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