Gesundheitswesen: Kommission empfiehlt Teilkrankschreibung im Job

Einsparungen im Gesundheitswesen:Kommission empfiehlt stufenweise Krankschreibung im Job

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Eine Kommission schlägt vor, Arbeitsunfähigkeit künftig stufenweise zu beurteilen. Teilweises Arbeiten könne die Rückkehr in den Job erleichtern und Krankengeldausgaben senken.

Wie lassen sich Gesundheitskosten sparen?

Zur Entlastung der Krankenkassen hat eine Expertenkommission 66 Reformideen vorgelegt. Unter den Vorschlägen ist auch das Aus für die beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern.

30.03.2026 | 2:31 min

In der Debatte über Krankheitsausfälle im Job empfiehlt die Regierungskommission für Einsparungen im Gesundheitswesen die Einführung einer "stufenweisen Arbeitsunfähigkeit". Das Expertengremium spricht sich dafür aus, dass behandelnde Ärztinnen und Ärzte die Arbeitsunfähigkeit in Abstufungen von 100 Prozent, 75 Prozent, 50 Prozent oder 25 Prozent beurteilen, jeweils in enger Absprache mit der betroffenen Person.

Die sozialen und finanziellen Belastungen können im Krankheitsfall deutlich reduziert werden.

Bericht der Finanzkommission Gesundheit

Dadurch werde sowohl ein teilweiser Verbleib im Arbeitsprozess als auch eine schrittweise Rückkehr an den Arbeitsplatz erleichtert, sofern die Stelle dafür geeignet sei, schreibt die vom Gesundheitsministerium eingesetzte Kommission in ihrem ausführlichen Bericht. Bei Änderungen des Gesundheitszustands sollten fortlaufende Anpassungen der Einstufung ebenfalls dazu gehören.

Ein Mann hält ein Taschentuch in einer Hand und ein Telefon mit dem Schriftzug «Arzt» in der Anderen.

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20.01.2026 | 2:15 min

Eine frühere und stabilere Rückkehr in den Arbeitsprozess könne langfristig auch zur Stabilisierung der solidarisch finanzierten Krankengeldausgaben beitragen.

Flexibel arbeiten bei Langzeiterkrankung

Das deutsche Sozialrecht kenne lediglich eine volle Arbeitsfähigkeit oder eine volle Arbeitsunfähigkeit, heißt es in dem Bericht. In anderen Ländern etwa in Skandinavien bestehe die Möglichkeit einer teilweisen Arbeitsunfähigkeit mit positiven Effekten für die einzelnen Versicherten und die Volkswirtschaft.

Gerade bei chronischen Erkrankungen oder längeren Genesungsprozessen besteht häufig eine teilweise, aber nicht vollständige Arbeitsfähigkeit, so dass Versicherte mit reduziertem Stellenanteil weiterarbeiten können.

Bericht der Finanzkommission Gesundheit

Der Sachverständigenrat Gesundheit habe bereits in seinem Gutachten von 2015 darauf hingewiesen, dass die stufenweise Wiedereingliederung positive Effekte auf den Gesundheitszustand, soziale Teilhabe und das Wohlbefinden von Langzeiterkrankten habe.

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Einschätzung auf medizinischer Basis

Die Experten weisen auch auf Befürchtungen hin, dass Arbeitgeber Druck ausüben könnten, dass man trotz Erkrankung teilweise arbeite. Dies könne zur Verschleppung von Krankheiten und Chronifizierung führen.

Die Grenze der eigenen Belastbarkeit einzuhalten, kann für Arbeitnehmende schwierig sein.

Bericht der Finanzkommission Gesundheit

Daher sei entscheidend, dass die Arbeitsfähigkeitseinschätzung primär auf medizinischer Basis erfolge und die Zustimmung der Betroffenen voraussetze.

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Experten sehen positive Aspekte

Allerdings ermöglichte eine teilweise Arbeitsunfähigkeit, dass Beschäftigte in ihren sozialen Strukturen und einer Tagesstruktur eingebettet blieben. Dies könne besonders bei psychischen Erkrankungen stabilisierend wirken.

Auch ein langsamerer Wiedereinstieg in den Beruf sei so flexibler und früher möglich. Zudem könne bei langen Fehlzeiten eine "Dequalifizierung" verhindert werden.

Quelle: dpa
Über die Reformen im Gesundheitswesen berichtete das ZDF in verschiedenen Sendungen, etwa im heute journal am 30.03.2026 ab 21:45 Uhr.

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