Jede dritte Klinik in Deutschland von Insolvenz bedroht

Hoffnung auf Verlängern der Finanzhilfen:DKG warnt: Jede dritte Klinik "von Insolvenz bedroht"

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Die Deutsche Krankenhausgesellschaft zeichnet ein düsteres Bild von der Lage der Krankenhäuser in Deutschland. Vielen Kliniken gehe es "richtig schlecht".

Krankenhausflur mit medizinischem Personal und Ausrüstung

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft fordert Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) dringend auf, die Finanzhilfen zu verlängern.

Quelle: imago images

Landkreise und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) warnen vor einem weiteren Kliniksterben und fordern eine Verlängerung der Finanzhilfen.

"Aktuell schreiben 80 Prozent der Kliniken Rote Zahlen; ein Drittel der Häuser in Deutschland ist von Insolvenz bedroht", sagte der DKG-Vorsitzende Gerald Gaß der "Rheinischen Post". Jede sechste Klinik (16 Prozent) ist demnach stark insolvenzgefährdet, zusätzlich jede fünfte (21 Prozent) gefährdet.

Die 63. Plenarsitzung der 21. Legislaturperiode im Deutschen Bundestag.

Der Bundestag hat eine Reform der Krankenhausreform der Ampel beschlossen. Um die Versorgung auf dem Land zu gewährleisten, soll es für betroffene Kliniken Ausnahmen geben.

06.03.2026 | 1:33 min

DKG fordert Verlängerung der Finanzhilfen

Gaß fordert Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) dringend auf, die auf ein Jahr angelegten Finanzhilfen zu verlängern. Im kommenden November wolle die Regierung die staatliche Ausgleichszahlung streichen, die der Bund den Krankenhäusern zur Stabilisierung der Finanzlage seit November 2025 gewährt. Es gehe um vier Milliarden Euro, erläutert Gaß.

Der Präsident des Deutschen Landkreistages, Achim Brötel, ergänzte, besonders betroffen seien Häuser mit kirchlichen und freigemeinnützigen Trägern. Aber auch den kommunalen Krankenhäusern gehe es richtig schlecht, "weil wir als Träger einen Defizitausgleich in der momentan erforderlichen Höhe schlicht nicht mehr leisten können", sagte Brötel der "Rheinischen Post".

Allein die Landkreise hätten von 2023 bis 2025 rund 25 Milliarden Euro aufgebracht, um die Verluste ihrer Kliniken auszugleichen. Die Krankenhausreform müsse nachgebessert werden, forderte Brötel.

Mittelmosel Klinkum Zell

In kleinen ländlichen Orten sind viele auf das Auto angewiesen, da Busse oft unzuverlässig fahren. Schließt dann noch die nächste Klinik, entsteht oft das Gefühl, vom Alltag abgehängt zu sein.

11.03.2026 | 2:03 min

Kliniken wollen mehr Zuzahlung der Patienten

Die DKG spricht sich außerdem für eine höhere Zuzahlung der Patienten bei Klinikaufenthalten aus.

Eine Erhöhung der Zuzahlung auf 15 Euro wäre vernünftig und vertretbar.

Gerald Gaß, DKG-Vorstandschef

Gaß ergänzt in der "Rheinischen Post": "Die Zuzahlung war 2004 mit zehn Euro pro Tag eingeführt worden, seither wurde sie nicht erhöht". Er verwies zugleich auf eine Härtefall-Regelung und eine Begrenzung auf maximal 28 Tage, für die man bei Klinikaufenthalten bezahlen muss.

Quelle: KNA, dpa
Über dieses Thema berichtete das gemeinsame Morgenmagazin von ARD und ZDF am 19.03.2026 ab 05:30 Uhr.

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