Jugendliche seltener nach Alkoholkonsum im Krankenhaus

Statistisches Bundesamt:Jugendliche seltener nach Alkoholkonsum im Krankenhaus

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Alkoholkonsum endet in Deutschland seltener im Krankenhaus: Vor allem bei Jugendlichen zeigt sich nach Angaben des Statistischen Bundesamts ein deutlicher Rückgang.

ARCHIV - 04.03.2022, Baden-Württemberg, Rottweil: Eine Jugendliche hält vor ihrem Haus eine Flasche Bier in der Hand.

Die Zahl der Klinikaufenthalte wegen Alkoholmissbrauch ist in den letzten 10 Jahren stark zurückgegangen. 283.500 Fällen im Jahr 2024 bedeuten einen Rückgang um 28,9 Prozent im Vergleich zu 2014.

11.02.2026 | 0:21 min

In Deutschland werden immer weniger Menschen wegen Alkoholmissbrauchs im Krankenhaus behandelt. Rund 283.500 Menschen wurden 2024 wegen einer ausschließlich durch Alkohol bedingten Diagnose stationär aufgenommen, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch berichtete. Das seien rund 29 Prozent weniger Patienten als zehn Jahre zuvor (398.500).

Damit erreichten die Fallzahlen 2024 den niedrigsten Stand der letzten zehn Jahre.

Statistisches Bundesamt

Die Statistiker weisen darauf hin, dass zwar auch die Zahl der Krankenhausbehandlungen insgesamt zurückging. Die Ursache Alkoholkonsum machte aber 2024 nur noch 1,6 Prozent der Fälle aus - 2014 waren es noch 2,0 Prozent.

Männer fast dreimal so oft betroffen wie Frauen

Männer wurden insgesamt häufiger wegen Alkoholkonsums stationär behandelt als Frauen: 2024 lag der Anteil bei etwa 73 Prozent.

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Für ausschließlich alkoholbedingte Krankenhausaufenthalte gab es unterschiedliche Ursachen. Am häufigsten war den Statistikern zufolge Alkoholabhängigkeit - sie machte 42,5 Prozent der stationären Behandlungen aus. Auf einen akuten Rausch gingen rund 21 Prozent der Fälle zurück. Entzugssyndrome machten rund 15 Prozent aus. Dahinter folgten alkoholbedingte Erkrankungen des Verdauungssystems (13 Prozent) oder der Bauchspeicheldrüse (5 Prozent).

Stärkster Rückgang bei Jugendlichen

Die Zahl der alkoholbedingten Krankenhausbehandlungen ging in nahezu allen Altersgruppen zurück.

Alkoholbedingte stationäre Aufenthalte im Krankenhaus

ZDFheute Infografik

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Den stärksten Rückgang (minus 59 Prozent) gab es bei den 10- bis 19-Jährigen. Konkret sank die Zahl in dieser Altersgruppe von 24.300 im Jahr 2014 auf 10.100.

Grund für die Entwicklung sei vor allem, dass immer weniger junge Menschen wegen einer akuten Alkoholvergiftung stationär im Krankenhaus behandelt würden. Laut den Angaben sank die Zahl dieser akuten Fälle bei Jugendlichen sogar um 60,8 Prozent auf rund 8.800.

Auch bei den Erwachsenen gab es klare Rückgänge bei den alkoholbedingten stationären Aufenthalten. Am schwächsten fiel dieser bei den 60- bis 79-Jährigen aus. Lediglich in der Altersgruppe ab 80 Jahren gab es einen Anstieg.

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Zahl der alkoholbedingten Todesfälle leicht gestiegen

Erstaunen mag, dass trotz des Rückgangs bei den Klinikaufenthalten die Zahl der Todesfälle, die sich ausschließlich auf Alkoholmissbrauch zurückführen ließen, zugenommen hat. Mit etwa 14.400 waren es 2,1 Prozent mehr als 2014.

Aber auch hierfür haben die Statistiker eine Erklärung:

Der leichte Anstieg der alkoholbedingten Todesfälle ist demografisch bedingt.

Statistisches Bundesamt

Das bedeutet: Auch insgesamt starben in Deutschland im Jahr 2024 mehr Menschen als im Jahr 2014. Anteilig sind die Todesfälle in Folge von Alkoholkonsum nicht mehr, sondern sogar weniger geworden.

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Weniger Klinikaufenthalte wegen Alkohol" am 11.02.2026 um 17:23 Uhr.

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