Krankenhausreform: Bund und Länder erzielen Einigung

Finanzierung und Qualitätssicherung:Reform der Krankenhausreform: Einigung bei Bund und Ländern

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Bund und Länder haben sich auf konkrete Anpassungen der Krankenhausreform geeinigt. Im Zentrum stehen Qualitätsvorgaben und die Finanzierung der Kliniken.

Baden-Württemberg, Stuttgart: Eine Krankenpflegerin und ein Krankenpfleger schieben ein Krankenbett durch den Gang einer Station eines Krankenhauses.

Bund und Länder haben sich bei der Krankenhausreform auf einen Kompromiss geeinigt. Bereits kommende Woche könnte der Bundestag das angepasste Gesetz beschließen.

26.02.2026 | 0:24 min

Bei der Nachbesserung der Krankenhausreform haben sich Bund und Länder auf einen Kompromiss geeinigt. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) begrüßte die Verständigung." Mit der erzielten Einigung für die Anpassung kann die Krankenhausreform nun vor Ort umgesetzt werden", sagte Warken der "Rheinischen Post".

Warken kündigte eine rasche Umsetzung an: "Es hat sich gelohnt, auch die Länder in den letzten Tagen und Wochen eng in die Abstimmungen einzubinden."

Im Ergebnis steht ein mehrheitsfähiger Kompromiss der Koalitionsfraktionen, der den notwendigen Transformationsprozess unserer Krankenhauslandschaft einläutet.

Nina Warken (CDU), Bundesgesundheitsministerin

Das angepasste Gesetz könnte in der nächsten Woche im Bundestag beschlossen werden, erklärte der SPD-Gesundheitsexperte Christos Pantazis am Donnerstag in Berlin. Danach muss noch der Bundesrat dem Gesetz zustimmen. Durch den ausgehandelten Kompromiss soll ein Anrufen des Vermittlungsausschusses verhindert werden. Nach ZDF-Informationen ist das Gesetz im Bundesrat mehrheitsfähig.

Berlin: Andreas Gassen (l-r), Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Nina Warken (CDU), Bundesministerin für Gesundheit, und Stefanie Stoff-Ahnis, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverband, nehmen an einer Pressekonferenz zu Plänen für ein Primärarztsystem teil.

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Die grundsätzlichen Ziele der Krankenhausreform blieben dabei unberührt: mehr Spezialisierung, mehr Bündelung von Kapazitäten und eine Erhöhung der Behandlungsqualität. "Auf der anderen Seite erwarten die Menschen die Sicherstellung einer Grund- und Notfallversorgung auch in ländlichen Regionen", betonte Warken.

Kritik an Reform und Streit um Finanzierung

Die Bundesregierung hatte die Anpassung der Krankenhausreform im vergangenen Herbst nach langem Tauziehen auf den Weg gebracht. Eine erste Reform hatte der damalige Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) gegen den Willen zahlreicher Akteure im Gesundheitswesen durchgesetzt. Auch an Warkens Reformplänen gab es zunächst viel Kritik.

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Das Einigungspapier liegt der Nachrichtenagentur KNA vor. Demnach gibt es nun unter anderem einen Kompromiss bei der Zuteilung der geplanten Leistungsgruppen in den Krankenhäusern. Diese geben an, welche spezialisierten Leistungen am jeweiligen Klinikstandort erbracht werden. So soll diese Zuweisung bis Jahresende ohne Rücksprache mit den Krankenkassen möglich sein.

Auch soll es bei der Leistungsgruppenzuweisung länger Ausnahmeregelungen für Krankenhäuser geben, die Qualitätskriterien nicht erfüllen. Die Definitionen, welche Kriterien für ein Fachkrankenhaus gelten, sollen noch ausgearbeitet werden und erst ab 2030 greifen.

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Mehr Qualität und neue Vergütung für Kliniken

Ziele der ursprünglichen Reform sind eine Qualitätssteigerung und Spezialisierung der Krankenhäuser. Dazu sollen jedem Krankenhaus bestimmte Fachgebiete zugewiesen werden. Dafür müssen die Kliniken Kriterien erfüllen, etwa eine gewisse Zahl an Fachärztinnen und -ärzten, eine Mindestmenge an Behandlungen und entsprechende Technikausstattung. Zudem soll ein neues Vergütungssystem dazu beitragen, Fehlanreize für medizinisch unnötige Operationen abzubauen.

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Die Länder hatten immer wieder für mehr Flexibilität bei den Anforderungen plädiert, um insbesondere Krankenhäuser in ländlichen Regionen erhalten zu können. Die Krankenkassen drängen demgegenüber auf strenge Vorgaben, um Einsparungs- und Spezialisierungsziele einhalten zu können.

Katholische Kliniken unzufrieden mit Krankenhausreform

Aus Sicht des Katholischen Krankenhausverbands ist mit dem Kompromiss wenig erreicht. Zwar sei der politische Streit gelöst, aber substanziell leichter werde die Umsetzung der Krankenhausreform in der Praxis nicht. Geschäftsführerin Bernadette Rümmelin kritisiert gegenüber der KNA:

Vor allem bei der Finanzierung müssen die Kliniken nun ein neues System im Blindflug einführen.

Bernadette Rümmelin, Geschäftsführerin des Katholischen Krankenhausverbands

Dabei sei schon jetzt klar: "Die Vorhaltevergütung hält nicht, was sie verspricht, nämlich die Kliniken aus dem ökonomischen Hamsterrad zu befreien und die flächendeckende Versorgung zu sichern", so Rümmelin.

Quelle: ZDF, KNA, dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress im Beitrag "Kompromiss bei der Krankenhausreform" am 26.02.2026 um 19:39 Uhr.

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