Streik in Berlin: Frauen demonstrieren für Gleichberechtigung

Initiative "Enough! Genug!":Frauenstreik in Berlin: Hunderte bei Demo für Gleichstellung

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Über tausend Frauen haben heute in Berlin ihre Arbeit niedergelegt und für mehr Gleichberechtigung demonstriert. Vorbild ist ein Generalstreik der Frauen in Island 1975.

Am Internationalen Frauentag fanden bundesweit Protestaktionen statt.

Anlässlich des Internationalen Frauentags protestieren Frauen auf der ganzen Welt für mehr Gleichberechtigung. Auch in Deutschland finden bundesweit Demonstrationen statt.

09.03.2026 | 1:31 min

Hunderte Menschen haben am Brandenburger Tor in Berlin im Rahmen eines sogenannten "Generalstreiks" für mehr Frauenrechte demonstriert. Ziel der Aktion sei gewesen, bezahlte und unbezahlte Arbeit symbolisch zu unterbrechen und sichtbar zu machen, wie stark Gesellschaft und Wirtschaft von der Arbeit von Frauen abhängen, so die Initiative namens "Enough! Genug!", die zu dem Protest aufgerufen hatte.

Nach Angaben der Sprecherin Rita Schuhmacher gingen unter anderem auch in Bonn, Köln, Tübingen, München oder Bremen Menschen auf die Straße.

Initiative "Enough! Genug!" auf Instagram:

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Über tausend Teilnehmerinnen in Berlin

Die Kundgebung in Berlins Mitte sowie einige dezentrale Veranstaltungen einen Tag nach dem Internationalen Frauentag waren der Initiative zufolge Teil eines "Globalen Frauen* Generalstreiks". Laut Veranstalter kamen bis zu 1.200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Kundgebung. Die Polizei zählte rund 700 Demonstranten.

Auf Plakaten war unter anderem zu lesen "Frauen sind die stabilste Säule der Gesellschaft", "Ohne uns steht alles still" oder "Verbrennt das Patriarchat. Es war lange genug da." Deshalb ist auch Lisa Lucassen auf der Demonstration. Sie sagt:

Ich streike für Rechte für Frauen, Rechte auf alles, Rechte auf die Hälfte der Welt und gegen das Patriarchat und die Unterdrückung.

Lisa Lucassen, Teilnehmerin

in Mann und eine Frau halten gestapelte Zwei-Euro-Münzen zwischen Daumen und Zeigefinger.

Der Equal Pay Day soll darauf aufmerksam machen, dass weiterhin eine Lohnlücke zwischen Frauen und Männern besteht. Im Schnitt gibt es einen Unterschied von etwa 16 Prozent.

27.02.2026 | 1:38 min

Initiative: "Es muss jetzt wehtun"

Frauen stellten rund die Hälfte der Weltbevölkerung, hätten aber weiterhin deutlich weniger politische und wirtschaftliche Macht als Männer, hieß es von der Initiative. Um dagegen vorzugehen, seien schärfere Instrumente als Petitionen und "geduldige Demonstrationen" nötig, daher nun der "Streik". Adrienne Göhler von der Initiative "Enough! Genug!" sagt:

Es muss jetzt klar wehtun, weil das, was wir erleben an brennender Welt, das muss mit einer anderen Idee bekämpft werden, als mit Wattebäuschchen.

Adrienne Göhler, Initiative "Enough! Genug!"

Am Internationalen Frauentag selbst hatten am Sonntag in Berlin mehrere Zehntausend Menschen für Gleichberechtigung demonstriert. Nach Angaben der Berliner Polizei beteiligten sich insgesamt 40.000 Menschen an diversen Veranstaltungen.

Symbolbild Weltfrauentag

Braucht es den Weltfrauentag mehr denn je? "Ich bin sehr froh, dass es den gibt, weil es die Aufmerksamkeit auf das Thema lenkt", sagt Maren Mittere. Das ginge sonst oft unter.

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Quelle: dpa, ZDF
Über dieses Thema berichtete ZDFheute am 09.03.2026 ab 17:00 Uhr.   

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