Andreas Scheuer: Ex-Minister soll nach Maut-Debakel vor Gericht

Vorwurf der Falschaussage:Ex-Minister Scheuer soll nach Maut-Debakel vor Gericht

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Ex-Verkehrsminister Scheuer soll sich wegen des Vorwurfs der Falschaussage im Zusammenhang mit der gescheiterten Pkw-Maut vor Gericht verantworten. Die Anklage wurde zugelassen.

Archiv: Andreas Scheuer

Scheuer soll wegen einer mutmaßlichen Falschaussage vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, vor dem PKW-Maut-Untersuchungsausschuss des Bundestags nicht die Wahrheit gesagt zu haben.

29.05.2026 | 1:59 min

Der frühere Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) soll sich wegen des Vorwurfs einer Falschaussage im Zusammenhang mit der gescheiterten Pkw-Maut vor Gericht verantworten. Das Landgericht Berlin hat eine entsprechende Anklage zugelassen und will eine Hauptverhandlung ansetzen, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte. Ein Termin dafür steht noch nicht fest.

Die Berliner Staatsanwaltschaft wirft dem 51-Jährigen vor, vor dem Maut-Untersuchungsausschuss des Bundestags gelogen zu haben. Ob das zutrifft, will das Gericht nun herausfinden - es verwies darauf, dass für Scheuer die Unschuldsvermutung gilt. Mitangeklagt ist der ehemalige Staatssekretär Gerhard Schulz.

Der ehemalige CSU-Minister weist den Vorwurf zurück. Sein Mandant trete dem Vorwurf "nachdrücklich entgegen", erklärte sein Rechtsanwalt Daniel Krause im August, als die Anklage bekannt wurde. Auch der frühere Staatssekretär bestreitet den Vorwurf nach übereinstimmenden Angaben von Verteidigung und Staatsanwaltschaft.

Ex-Verkehrsminister Andreas Scheuer

Hat der ehemalige Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer im U-Ausschuss zur PKW-Maut gelogen? Die Staatsanwaltschaft Berlin hat Anklage erhoben. Scheuer bestreitet die Vorwürfe. (Archiv-Video vom 20.08.2025)

20.08.2025 | 2:52 min

Rechtsstreit um Scheuer-Aussage zu Vertrag mit Maut-Firma

Scheuers Name ist eng mit dem Desaster bei der Pkw-Maut verbunden. Dabei handelte es sich ursprünglich um ein Prestigeprojekt der CSU in der damaligen schwarz-roten Bundesregierung. Es war im Juni 2019 vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) als rechtswidrig gestoppt worden. Ein Untersuchungsausschuss hatte sich zwischen Dezember 2019 und Sommer 2021 mit möglichen Fehlern Scheuers befasst.

In der Kritik stand vor allem, dass Scheuer Betreiberverträge zur Pkw-Maut schon Ende 2018 abschloss, noch bevor endgültige Rechtssicherheit beim EuGH bestand.

Laut Anklage sollen Scheuer und Schulz bei ihrer Befragung in dem Ausschuss "bewusste Falschaussagen" gemacht haben. Auf Fragen Abgeordneter, ob seitens der Betreiber bei einem Treffen am 29. November 2018 angeboten worden sei, die Verträge erst nach der EuGH-Entscheidung zu unterzeichnen, sollen beide "entgegen ihrer tatsächlichen Erinnerung angegeben haben, sich an ein solches Verschiebungsangebot nicht erinnern zu können", so die Staatsanwaltschaft.

Anklage Scheuer: "Alles ein bischen durcheinander"

Einschätzungen von phoenix-Haupstadtkorrespondent Gerd-Joachim von Fallois zur Causa Scheuer (Archiv-Video vom 20.08.2025)

20.08.2025 | 6:21 min

So kam es zu den Ermittlungen

Die Staatsanwaltschaft hatte Anfang Mai 2022 bekanntgegeben, dass sie im April wegen des Verdachts einer Falschaussage im Untersuchungsausschuss des Bundestags ein Ermittlungsverfahren gegen Scheuer sowie den früheren Verkehrsstaatssekretär Schulz eingeleitet hat.

Grundlage waren nach Angaben der Behörde mehrere Strafanzeigen von Privatpersonen. Es bestehe der Anfangsverdacht, dass Scheuer und Schulz bei einer Zeugenaussage "bewusst wahrheitswidrig" ausgesagt hätten, hieß es damals.

Inside PolitiX über Ex-Verkehrsminister Scheuer, der 243 Mio. Euro für die Maut verschwendet hat

Trotz aller Warnungen hat Andreas Scheuer als Verkehrsminister die Maut-Verträge unterschrieben. Das Projekt scheiterte. Wer haftet jetzt für die 243 Millonen Euro Schulden? (Archiv-Video vom 25.07.2023)

25.07.2023 | 8:12 min

Staat muss 243 Millionen Euro zahlen

Scheuer hat im April 2024 sein Bundestagsmandat niedergelegt. Er hat inzwischen eine Beratungsfirma gegründet. Der deutsche Staat musste infolge des Maut-Debakels 243 Millionen Euro Schadenersatz an die einst vorgesehenen Betreiber zahlen. Das hatte eine Verständigung nach einem Schiedsverfahren ergeben.

Quelle: dpa, AFP
Das ZDF berichtete am 29.05.2026 mehrfach über das Thema, unter anderem in heute in deutschland ab 14 Uhr und in der heute Xpress ab 16 Uhr.
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