Von der Leyen und Magyar in Brüssel:EU gibt mehr als 16 Milliarden Euro für Ungarn frei
Mit seinem Wahlsieg versprach Peter Magyar eine politische Wende. Nun gibt die EU Milliardenhilfen für Ungarn frei, die unter Viktor Orban blockiert waren.
Die EU gibt mehr als 16 Milliarden Euro eingefrorener Gelder für Ungarn frei. Die Kommissionspräsidentin sagte, man sei auf dem richtigen Weg, weitere Schritte müssten aber unternommen werden.
29.05.2026 | 2:14 minRund drei Wochen nach der Vereidigung der neuen ungarischen Regierung hat die EU die Freigabe von mehr als 16 Milliarden Euro eingefrorener Finanzmittel für das Land angekündigt. Das Geld werde aufgrund der in kurzer Zeit erzielten "großen Fortschritte" bei wichtigen Reformen freigegeben, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Freitag in Brüssel. Es müssten "weitere Schritte" getan werden, "aber wir sind auf dem richtigen Weg", fügte sie hinzu.
Von der Leyen sprach bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem neuen ungarischen Ministerpräsidenten Peter Magyar. Beide Seiten hatten seit der Parlamentswahl im April über die Freigabe der Gelder verhandelt.
Wir haben uns auf einen soliden Rahmen geeinigt, der sicherstellen soll, dass Ungarn die Probleme im Zusammenhang mit Korruption und Rechtsstaatlichkeit angeht.
Ursula von der Leyen, EU-Kommissionspräsidentin
Magyar sprach von einem "historischen Tag für Ungarn". Sein Team habe "um jeden Europa-Cent gekämpft".
Die Pressekonferenz mit Ungarns Ministerpräsident Peter Magyar und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
29.05.2026 | 20:00 minMilliarden aus Fonds und Kohäsionsmitteln
Konkret geht es um zehn Milliarden Euro aus dem Corona-Wiederaufbaufonds als Zuschüsse und günstige Kredite. Zudem gibt die Brüsseler Behörde 4,2 Milliarden Euro an Kohäsionsmitteln frei. Diese Gelder waren unter der Vorgängerregierung von Viktor Orban wegen Zweifeln an der Rechtsstaatlichkeit eingefroren worden.
Dank der Fortschritte bei den vereinbarten Kernreformen habe die Kommission auch die an Bedingungen geknüpften Strukturhilfen freigeben können. Zusätzliche 2,2 Milliarden Euro an Kohäsionsmitteln sollen Budapest zur Verfügung gestellt werden, sobald die Regierung weitere Reformschritte umsetzt.
Nach dem Wahldebakel für Viktor Orbán verspricht die neue Regierung in Ungarn einen Systemwechsel – wieder zurück zur Rechtsstaatlichkeit und zu einer konstruktiven Zusammenarbeit mit der EU.
14.04.2026 | 8:23 minMagyar beendet Orban-Ära
Magyars konservative Tisza-Partei hatte bei der Parlamentswahl in Ungarn am 12. April eine Zweidrittelmehrheit im Parlament erobert. Brüssel hielt wegen der Politik seines rechtsnationalistischen Vorgängers Viktor Orban bisher EU-Gelder in Höhe von insgesamt rund 18 Milliarden Euro für Ungarn zurück. Grund waren der Abbau der Rechtsstaatlichkeit, die Einschränkung von Rechten sexueller Minderheiten sowie Korruption.
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