Schwesig zu Steuerdebatte:Erhöhung der Mehrwertsteuer wäre "Gift für die Wirtschaft"
Menschen mit kleineren und mittleren Einkommen sollen nach den Plänen der Regierung entlastet werden. Dies über eine höhere Mehrwertsteuer zu erreichen, ist heftig umstritten.
Vizekanzler Klingbeil will eine Steuerreform vorlegen. 95 Prozent der Beschäftigten sollen entlastet werden. Für Kanzler Merz gilt: Man schließe nichts aus, um ans Ziel zu kommen.
26.03.2026 | 2:22 minIn der Debatte um die Finanzierung der Senkung der Einkommensteuer warnt Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig eindringlich vor einer Erhöhung der Mehrwertsteuer.
Ich lehne ganz klar eine Mehrwertsteuererhöhung ab. Ich glaube, das ist sehr schwierig und Gift für die Wirtschaft, für den Konsum und vor allem eine weitere Belastung der Bürgerinnen und Bürger.
Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommern
Das sagte die SPD-Politikerin in der Sendung RTL/ntv-"Frühstart" vor Beratungen der ostdeutschen Regierungschefs mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).
Die SPD-Politikerin Manuela Schwesig ist gegen eine Erhöhung der Mehrwertsteuer.
Schwesig: Menschen durch Lebenshaltungskosten unter Druck
Schon jetzt seien viele Dinge des alltäglichen Bedarfs zu teuer geworden. "Die meisten arbeiten, haben vielleicht auch noch ein solides Einkommen, aber erleben, dass die Miete, Lebensmittelpreise und aktuell die Spritpreise sie ziemlich unter Druck setzen", sagte Schwesig.
Merz hatte im Zusammenhang mit angestrebten Entlastungen von Arbeitnehmern und Unternehmen Änderungen bei der Mehrwertsteuer nicht ausgeschlossen - warnte aber zugleich vor der Annahme, die Koalition plane dies tatsächlich. Man wolle Belastung durch Steuern und Sozialversicherungsbeiträge reduzieren, sagte der CDU-Chef in der Regierungsbefragung am Mittwoch im Bundestag. Auf diesem Weg suche man nach Lösungen.
Wir schließen nichts aus. Aber wir haben ein klares Ziel, und das klare Ziel heißt Entlastung der Arbeitnehmerhaushalte und der Betriebe.
Friedrich Merz (CDU), Bundeskanzler
Politikwissenschaftler Wolfgang Schroeder zur Befragung von Kanzler Friedrich Merz im Bundestag.
25.03.2026 | 4:27 minSpitzenkandidat Ott verlangt klare Absage von SPD
Das Finanzministerium wird nach dpa-Informationen in den Reform-Gesprächen der Bundesregierung keine Erhöhung der Mehrwertsteuer vorschlagen.
DIW-Wirtschaftsforscher Marcel Fratzscher rechnet mit einer Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 21 Prozent. Grund: Die Bundesregierung benötige Geld zur Deckung der Haushaltslöcher.
17.02.2026 | 0:24 minAuch der designierte SPD-Spitzenkandidat für die NRW-Landtagswahl, Jochen Ott, hat von der Bundespartei eine klare Absage an eine Erhöhung der Mehrwertsteuer gefordert.
Gerade angesichts stark steigender Energie- und Lebensmittelpreise würde eine Erhöhung der Mehrwertsteuer Familien hart treffen.
Jochen Ott, Fraktionschef der SPD-Landtagsfraktion NRW
"Die SPD muss diesen Plänen eine klare Absage erteilen - auch mit Blick auf das Treffen an diesem Freitag im Willy-Brandt-Haus", mahnte Ott.
Die Koalition steht unter Druck, die Rufe nach schnelleren Reformen werden lauter. Bei Steuern, Rente und Gesundheit drohen harte Konflikte. Ein Überblick über den Zeitplan.
25.03.2026 | 3:06 minSPD will am Freitag Reformplan aufstellen
Bei einem Spitzentreffen der SPD in Berlin mit Bundes-, Landes- und Kommunalpolitikern wollen die Sozialdemokraten am Freitag in Berlin einen Reformplan für die Verhandlungen in der schwarz-roten Bundesregierung aufstellen.
Auch der Einzelhandelsverband Deutschland (HDE) warnt vor einer Anhebung der Mehrwertsteuer.
Der Konsum ist bereits heute in einer Schockstarre.
Stefan Genth, HDE-Hauptgeschäftsführer
Notwendig seien Entlastungen für Privatverbraucher und Unternehmen. "Belastungen wie eine Mehrwertsteuererhöhung sind in diesen Zeiten das vollkommen falsche Signal."
Angesichts der weiter steigenden Spritkosten fordert Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Schulze eine Senkung der Energiesteuer. Etwa in Form einer Steuerbremse beim Tanken.
15.03.2026 | 0:20 minAnhebung von 19 auf 21 Prozent im Gespräch
In der Bundespolitik ist konkret eine Anhebung des Mehrwertsteuersatzes von 19 auf 21 Prozent im Gespräch, um eine Senkung der Einkommensteuer für kleine und mittlere Einkommen zu finanzieren. Die Diskussion schadet dem HDE zufolge. "Schon die Debatte darüber hemmt die ohnehin schlechte Konsumstimmung weiter", sagte Genth.
Drei Wochen dauert der Krieg im Nahen Osten nun an – und die Folgen könnten wir bald auch im Supermarkt spüren. Warum macht der Krieg Lebensmittel teurer?
19.03.2026 | 30:42 minIn den vergangenen Wochen habe die Politik zu Recht über Entlastungen bei der Einkommens- und der Stromsteuer diskutiert. "Das würde durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer ad absurdum geführt", betonte Genth. Konsum sei zu einem hohen Anteil Psychologie. Positive Aufbruchssignale seien jetzt nötig.
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