Steuervorteile erklärt:Wer vom Ehegattensplitting profitiert - und wer nicht
von Luisa Billmayer
Die SPD will das Ehegattensplitting reformieren, die Union lehnt das bisher ab. Doch wer profitiert wirklich vom Steuermodell für Verheiratete - und was würde eine Reform bringen?
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat zuletzt umrissen, welche Reformen er für dringend notwendig hält. Unter anderem will er das Ehegattensplitting reformieren.
25.03.2026 | 1:44 min"Wir heiraten - auch wegen der Steuer", raunen Menschen in Deutschland immer wieder. Tatsächlich zahlen viele Paare dank des Ehegattensplittings weniger Steuern. Dieser Vorteil entsteht allerdings nur, wenn die Verheirateten unterschiedlich viel verdienen. Ein Überblick in Grafiken:
Ehegattensplitting: Wie gemeinsames Versteuern funktioniert
Für das Ehegattensplitting wird das gemeinsame Jahresbruttoeinkommen addiert und halbiert. Zum Beispiel: 20.000 Euro plus 60.000 Euro ergeben 80.000 Euro - das Gesamteinkommen geteilt durch zwei ergibt 40.000 Euro. Dieses Einkommen wird besteuert und anschließend verdoppelt.
Quelle: ZDF
Dank des progressiven Steuersystems - das niedrige Einkommen geringer besteuert und hohe Einkommen höher - sinkt so die Steuerlast der verheirateten Paare. In unserem Beispiel zahlen Eheleute - ohne Kinder und Kirchensteuer sowie einem Krankenkassenzusatzbeitrag von 2,9 Prozent - 961 Euro weniger Steuern als unverheiratete Paare mit denselben Einkommen.
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Ehegattensplitting belohnt indirekt große Einkommensunterschiede
Je höher der Einkommensunterschied innerhalb des Paars, desto größer ist der Steuervorteil. Paare mit ähnlichen Einkommen profitieren hingegen kaum oder gar nicht.
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Arbeitsmarktexpertin Michaela Hermann, die für die Bertelsmann-Stiftung zum Thema forscht, erklärt:
Im Großen und Ganzen wird der Splittingvorteil für den Medianhaushalt in Deutschland überschätzt. Es profitieren hauptsächlich gutverdienende Haushalte mit einem Hauptverdiener oder sogar Alleinverdiener.
Michaela Hermann, Arbeitsmarktexpertin der Bertelsmann Stiftung
Verheiratete Paare und Menschen in eingetragenen Lebenspartnerschaften erhalten automatisch die Steuerklasse 4. Es gibt aber auch die Möglichkeit, in die Steuerklassen 3 und 5 zu wechseln. Das Einkommen in Steuerklasse 3 wird prozentual geringer besteuert, das Einkommen in Steuerklasse 5 höher. Das erhöht für die Person in Steuerklasse 3 den Nettolohn, der Nettolohn für die Person in Klasse 5 verringert sich dadurch.
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08.03.2026 | 0:24 minSteuerklassen wirken sich auf den Nettolohn aus
Wichtig ist: Die Steuerklassen ändern nicht die tatsächliche Steuerlast des Paares. Sie beeinflussen nur, wie viel Lohnsteuer monatlich abgeführt wird. In Steuerklasse 4 zahlen Paare oft zu viel Steuern und erhalten eine Rückerstattung. In der Steuerklassen-Kombination 3 und 5 müssen Paare häufiger mit Nachzahlungen rechnen.
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Lohnersatzleistungen hängen vom Nettoeinkommen ab
Richtig ist aber: Weil sich Lohnersatzleistungen am monatlich ausgezahlten Nettoeinkommen orientieren, haben die Steuerklassen reale Folgen.
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27.02.2026 | 10:12 minElterngeld, Krankengeld, Kurzarbeiter- oder Arbeitslosengeld fallen niedriger aus, wenn das Nettoeinkommen geringer ist. Weil Frauen häufiger in Steuerklasse 5 eingeordnet werden, sind sie davon besonders betroffen.
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Reform des Ehegattensplittings: Würden mehr Frauen arbeiten?
"Es ist mit einer höheren Frauenerwerbstätigkeit zu rechnen, wenn sich Arbeit für Frauen finanziell mehr lohnt", erklärt Michaela Hermann.
Doch vollzeitnahe Erwerbstätigkeit wird nicht allein durch eine Reform des Ehegattensplittings erreicht. Dafür sind auch weitere Ziele wie fair verteilte Sorgearbeit und familienfreundliche Arbeitsbedingungen nötig.
Michaela Hermann, Arbeitsmarktexpertin der Bertelsmann Stiftung
Redaktion: Lukas Wagner
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