Spritpreis-Erhöhung nur einmal täglich?:Reiche: Deutschland gibt Teil der nationalen Ölreserven frei
Die Bundesregierung plant, dass Spritpreis-Erhöhungen an Tankstellen nur einmal täglich möglich sind. Außerdem soll Deutschland einen Teil seiner Ölreserven freigeben.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) zu Maßnahmen gegen steigende Benzinpreise.
11.03.2026 | 10:05 minDie Bundesregierung will die Sprit-Preiserhöhungen an Tankstellen nur noch einmal täglich erlauben. Die Koalition habe sich auf dieses Konzept nach österreichischem Vorbild verständigt, sagte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) am Mittwochmittag in Berlin.
Dagegen sind Preissenkungen jederzeit zulässig.
Katherina Reiche (CDU), Wirtschaftsministerin
Jetzt müsse die Änderung des Kartellrechts geprüft werden, damit dies durchgesetzt werden könne. Die raschen Preiserhöhungen direkt nach Beginn des Iran-Kriegs hatten für Verärgerung gesorgt. Spritpreise würden in Krisen schnell anziehen, anschließend jedoch nur zögerlich fallen, sagte Reiche. "Diesen Mechanismus wollen wir durchbrechen."
Zudem seien die mehrfachen, täglichen Preisänderungen für die Verbraucher intransparent. Besonders die SPD hatte daher eine solche Regelung wie in Österreich gefordert. Auch die Union hatte sich zuletzt offen dafür gezeigt.
Die Öl- und Gaspreise steigen. Die Bundesregierung sollte jedoch nur Mittel ergreifen, die einen nachhaltigen Effekt auf den Preis hätten, analysiert Ökonomin Samina Sultan.
09.03.2026 | 11:04 minReiche: Kartellaufsicht für Ölkonzerne prüfen
In Österreich dürfen nur einmal am Tag, um 12 Uhr, Preise angehoben werden. Gesenkt werden dürfen sie aber immer. Diese Regelung wurde bereits 2011 eingeführt. Jetzt will Österreich Erhöhungen zudem nur noch dreimal die Woche erlauben, um die extremen Preisschwankungen abzufedern.
In Deutschland werde geprüft, ob auch das Bundeskartellamt umfangreicher als bislang den Kraftstoffsektor beaufsichtigen könne, so Reiche.
Das würde zu einer verschärften Kontrolle bei Kosten und Preisen auch bei den Mineralölkonzernen führen.
Katherina Reiche (CDU), Wirtschaftsministerin
Freigabe der Ölreserve soll Märkte beruhigen
Außerdem gebe Deutschland angesichts der stark gestiegenen Energiepreise infolge des Iran-Kriegs einen Teil seiner Ölreserven frei. Zuvor hatten die G7-Staaten über eine Freigabe von Reserven beraten. Mit dem Schritt erhofft man sich eine Beruhigung der Märkte und dass der durch den Krieg ausgelöste rasante Ölpreisanstieg abgefedert wird.
Seit dem Iran-Krieg sind die Preise an Deutschlands Zapfsäulen deutlich gestiegen. Tankstellenbetreiber hätten darauf keinen Einfluss. Sie sprechen von "Raubtierkapitalismus".
08.03.2026 | 1:32 minDie Internationale Energie-Agentur (IEA) hatte am Dienstag wegen der angespannten Lage an den Ölmärkten eine Sondersitzung abgehalten. Es gehe darum, die aktuelle Versorgungssicherheit und die Marktbedingungen zu beurteilen, was Einfluss auf eine folgende Entscheidung über die mögliche Freigabe von nationalen Ölreserven habe, hieß es von der IEA. Agenturchef Fatih Birol habe das Treffen mit den Regierungen der IEA-Mitgliedstaaten einberufen.
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