Bundeswehr plant Dunkelfeldstudie nach Skandal in Zweibrücken

Skandal um Fallschirmjägerregiment:Vorfälle in Zweibrücken: Bundeswehr plant Dunkelfeldstudie

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Seit mehr als einem Jahr wird eine Dunkelfeldstudie zu Sexismus in der Bundeswehr diskutiert. Nach den Vorfällen bei den Fallschirmjägern in Zweibrücken gibt es nun Fortschritte.

Soldaten des Fallschirmjägerregiment 26 beim Marsch von der Grasrennbahn zur Niederauerbach-Kaserne in Zweibrücken. (Archiv)

Sexismus in der Bundeswehr: Die Forderung nach einer Dunkelfeldstudie ist nicht neu. (Archivbild)

Quelle: Imago

Die Bundeswehr plant eine Dunkelfeldstudie zu sexueller Belästigung und Gewalt unter Soldatinnen und Soldaten. Eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland:

Der Start der Umsetzungsphase des Projekts ist für Anfang 2026 geplant.

Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums

Zum jetzigen Zeitpunkt könne jedoch "keine valide Aussage getroffen werden, wann erste belastbare Ergebnisse vorliegen".

Generalleutnant Christian Freuding (l), Inspekteur des Heeres, Anke Domurath (r), Abteilungsleiterin Recht im Verteidigungsministerium, und Gregor Hain (M) vom Verteidigungsministerium, unterhalten sich am Rande der Sitzung des Verteidigungsausschusses. Der Verteidigungsausschuss des Bundestages befasst sich in nicht öffentlicher Sitzung mit den Vorfällen bei Fallschirmjägern der Bundeswehr.

Gegen Dutzende Soldaten eines Fallschirmjägerregiments in Zweibrücken wird intern ermittelt. Es geht um sexuelles Fehlverhalten, extremistische Verhaltensweisen und Drogenmissbrauch.

14.01.2026 | 2:47 min

Zwar sei die wissenschaftliche Aufarbeitung der Thematik "sexualisiertes Fehlverhalten" für die Bundeswehr "von größter Wichtigkeit", betonte die Sprecherin. Sexuelle Übergriffe stünden im "absoluten Widerspruch zu unseren Werten und werden nicht akzeptiert". Allerdings sei das Themenfeld "insgesamt als äußerst sensibel und komplex einzustufen", fügte sie hinzu.

Dunkelfeldstudie zu sexueller Gewalt: Wehrbeauftragter fordert mehr Tempo

Im Jahr 2024 hatte die damalige Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva Högl (SPD), die Studie angeregt. Daraufhin wurde das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr vom Bundesverteidigungsministerium damit beauftragt.

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Soldaten des Fallschirmjägerregiment 26 beim Marsch von der Grasrennbahn zur Niederauerbach-Kaserne in Zweibrücken. (Archiv)
Analyse

Der gegenwärtig amtierende Wehrbeauftragte Henning Otte (CDU) drängt allerdings auf mehr Tempo. Es gebe "eine gestiegene Zahl gemeldeter Vorgänge gegen die sexuelle Selbstbestimmung", sagte er dem RND. Er fordere daher, dass die Dunkelfeldstudie zeitnah vom Ministerium umgesetzt und vorgelegt werde.

Falschirmjägerregiment in Zweibrücken sorgte für Aufsehen

Die aktuelle Debatte geht auf Fälle massiver sexueller Belästigung und wohl auch Gewalt beim Fallschirmjägerregiment 26 im rheinland-pfälzischen Zweibrücken zurück. Nach Angaben des Heers handelte es sich um "sexualisiertes Fehlverhalten, extremistische Verhaltensweisen und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz". Den Angaben zufolge wurden bis Mitte Dezember Ermittlungen gegen 55 Beschuldigte eingeleitet. 23 Soldaten sollen entlassen werden oder sind es schon.

Quelle: AFP
Über dieses Thema berichtete das heute journal am 14.01.2026 ab 21:50 Uhr.

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