Flugdrohnen und Landsysteme:Bundeswehr bekommt eigenes Drohnenregiment
Bis zu 600 Soldaten sollen sich künftig dem Kampf mit Drohnen und unbemannten Systemen widmen. Dass die Bundeswehr vermehrt auf Drohnen setzt, ist auch eine Lehre aus der Ukraine.
Die Bundeswehr will 2027 ein Drohnenregiment mit bis zu 600 Soldatinnen und Soldaten aufbauen. Es soll auch unbemannte Landsysteme nutzen.
01.10.2026 | 0:41 minFür den Kampf mit unbemannten Systemen stellt die Bundeswehr ein eigenes Drohnenregiment auf. Der Verband werde aus bis zu 600 Männern und Frauen bestehen und Reichweiten bis zu 500 Kilometer abdecken, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) auf dem niedersächsischen Truppenübungsplatz Bergen.
Wer sich zu Land durchsetzen will, der muss eben den Kampf mit unbemannten Systemen beherrschen.
Boris Pistorius, Verteidigungsminister
Daraus ziehe die Bundeswehr ihre Schlüsse, im Laufe des nächsten Jahres soll das Drohnenregiment aufgebaut werden.
Aufklärung und Abwehr von feindlichen Drohnen
Der neue Verband soll die Fähigkeiten für Aufklärung, Wirkung und das Abfangen gegnerischer Drohnen bündeln, sagte Pistorius. Das Regiment werde dabei Reichweiten bis zu 500 Kilometern abdecken und über eine eigene Kompanie zum "elektromagnetischen Kampf" verfügen. Der elektromagnetische Kampf umfasst unter anderem die Störung gegnerischer Kommunikationskanäle sowie den Schutz der eigenen Systeme. Es gehe zudem nicht nur um fliegende Systeme, sondern auch um unbemannte Landsysteme.
Europäische Geheimdienste warnen vor hybriden Drohnenangriffen im Luftraum, besonders in Ost- und Südeuropa. Die Nato bleibt zwar wichtig, doch Europa will nun eigene Abwehrstrategien entwickeln.
28.09.2026 | 2:43 minDas Drohnenregiment soll auch mit den neuen Kamikazedrohnen ("Loitering Munition") ausgerüstet sein, die in der Bundeswehr gerade erprobt werden und die im kommenden Jahr in der Truppe ankommen sollen. Es soll außerdem dem Vernehmen nach Teil der 10. Panzerdivision werden, zu der auch die Panzerbrigade 45 gehört, die zum Schutz der Nato-Ostflanke in Litauen stationiert ist.
Zusammenspiel von Panzern und Drohnen als Ziel
Die Bundeswehr führt bereits seit einiger Zeit Drohnen in die Truppe ein - auch eine Lehre aus dem Krieg in der Ukraine. Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, hatte im Juni beim Besuch der Militärübung "Freedom Shield 2026" in Litauen angekündigt, er wolle schnell mehr Drohnen und unbemannte Waffensysteme in der Bundeswehr einsetzen. Für die Landstreitkräfte der Bundeswehr habe das Zusammenspiel von Panzertruppen und Einheiten, die Drohnen steuern, "höchste Bedeutung", sagte er damals.
In der Ukraine wird ein großer Teil zerstörerischer Treffer mit Drohnen erzielt. Militärplaner und auch Pistorius warnten allerdings wiederholt vor der Annahme, ein möglicher Krieg zwischen Russland und der Nato werde genauso wie in der Ukraine ablaufen. Vielmehr ergänzten Drohnen das Spektrum der Waffensysteme, könnten aber Panzer, Flugzeuge oder auch Kriegsschiffe nicht gänzlich ersetzen.
In Litauen haben Kampfflugzeuge der Nato eine Drohne nahe des Kaunas-Sees abgeschossen. Es wird vermutet, dass sie im benachbarten Belarus gestartet sein könnte.
15.09.2026 | 0:25 minLassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen.
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