Sommerreise des Verkehrsministers:Bilger-Fahrt startet mit Panne
Ausgerechnet zum Start seiner Sommerreise muss Verkehrsminister Bilger im ICE den Wagen wechseln. Kurz zuvor hatte er angekündigt, Boni stärker an der Pünktlichkeit auszurichten.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU, links) während seiner Sommerreise neben dem Lokführer einer Hamburger S-Bahn.
Quelle: dpaBundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hat zu Beginn seiner Sommerreise am Montag Bekanntschaft mit den Problemen beim Bahnfahren gemacht: Im ICE vom Berliner Hauptbahnhof nach Hamburg musste Bilger nach Informationen von ZDFheute den Wagen wechseln.
In der zweiten Klasse des Zugs war die Klimaanlage ausgefallen, der Wagen wurde geräumt und anschließend gesperrt. Für die Sicherheit der Reisenden habe nicht mehr garantiert werden können.
Bilger will sich bei der zweitägigen Reise in Pinneberg in Schleswig-Holstein und Kiel über die Sicherheit in Zügen und die Sauberkeit an Bahnhöfen informieren.
Wie pünktlich die Deutsche Bahn ist, soll sich in Zukunft auf die Bonuszahlungen an die Bahnmanager auswirken, so Verkehrsminister Bilger. Die bisherigen Pünktlichkeitswerte seien unzureichend.
09.08.2026 | 0:20 minBilger: Boni an vom Bund vorgegebene Ziele knüpfen
Die Panne ereignete sich nur wenige Tage, nachdem der Minister angekündigt hatte, die Bonuszahlungen der Manager der Deutschen Bahn (DB) an vom Bund vorgegebene Ziele zu knüpfen, etwa der Pünktlichkeit.
Vereinbart mit der Bahn sei aktuell bis 2029 im Fernverkehr eine Pünktlichkeit von 70 Prozent der Züge, sagte Bilger der "Bild am Sonntag". 100 Prozent werde es "absehbar nicht geben". "Es wird sich konkret auf die Bonuszahlungen von Bahn-Managern auswirken, wenn die Ziele, die der Bund vorgibt, nicht eingehalten werden", sagte er.
Auf diesen Vorstoß reagierte der Fahrgastverband Pro Bahn und forderte Bilger auf, die Pünktlichkeit von Zügen strenger zu definieren und sich neue Berater zu suchen. Bilger solle die Gelegenheit für eine "ehrliche Pünktlichkeitsbewertung nutzen", forderte der Pro-Bahn-Bundesvorsitzende Lukas Iffländer laut dem "Tagesspiegel".
Verspätungen zählen ab drei Minuten wie in der Schweiz statt ab sechs Minuten, und ausgefallene Züge gelten als verspätet
Lukas Iffländer, Pro-Bahn-Bundesvorsitzender
Er warnte, der Minister dürfe sich nicht "austricksen" lassen.
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