Vier Verdächtige ermittelt:Razzia nach Brandanschlag im September in Berlin
Mutmaßlich linksextreme Gruppen verursachten im September 2025 einen Brandanschlag in Berlin. Nun ist die Polizei mit Razzien an 17 Orten gegen die Verdächtigen vorgegangen.
Seit dem Morgen durchsuchte die Polizei 17 Objekte hauptsächlich in der Hauptstadt. Hintergrund ist der im September 2025 verübte Anschlag auf den Technologiepark Adlershof.
24.03.2026 | 2:13 minEin halbes Jahr nach dem mutmaßlich linksextremen Brandanschlag auf die Stromversorgung des Berliner Technologieparks Adlershof ist die Polizei mit einer Razzia gegen Verdächtige vorgegangen.
Seit dem Morgen wurden an 17 Orten deutschlandweit Wohnungen und andere Räume durchsucht, wie die Berliner Staatsanwaltschaft mitteilte. Wie ein Sprecher mitteilte, wird gegen vier Verdächtige im Alter von 28, 31, 35 und 36 Jahren ermittelt.
Die Ermittlungen richten sich gegen namentlich bekannte Beschuldigte.
Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft
Sie sollen mit dem Brandanschlag am 9. September 2025 auf zwei Strommasten einen folgenschweren Stromausfall verursacht haben. Betroffen waren zeitweise rund 50.000 Privathaushalte und rund 2.000 Gewerbebetriebe. Bei den Firmen wurden nach Schätzungen Schäden zwischen 30 und 70 Millionen Euro verursacht.
In Berlin gab es im September 2025 einen Brandanschlag auf zwei Strommasten. Linksextremisten bekannten sich zu dem Anschlag. Demnach sei das Ziel der Technologiepark Adlershof gewesen.
10.09.2025 | 4:31 minHunderte Polizisten deutschlandweit im Einsatz
Den Razzien vorausgegangen war laut Staatsanwaltschaft die intensive Arbeit der eigens eingerichteten Ermittlungsgruppe "EG Spannung" im LKA Berlin. Es gehe um den Verdacht der verfassungsfeindlichen Sabotage, der Bildung einer kriminellen Vereinigung sowie der Brandstiftung.
Insgesamt waren 500 Polizisten im Einsatz. Vor einigen Häusern in Berlin, die der linken Szene zugeordnet werden, standen am Morgen vermummte Polizisten. Im Stadtteil Wedding führte die Polizei einen Spürhund in das Haus, Zimmer und Büros wurden durchsucht, Laptops beschlagnahmt. Auch in anderen Berliner Stadtteilen sowie in Düsseldorf, Kyritz in Brandenburg und Hamburg ermittelte die Polizei.
Zwei Tage nach einem mutmaßlichen Brandanschlag auf zwei Hochspannungsmasten in Berlin sind noch Tausende Haushalte ohne Strom. Zurzeit sind noch knapp 14.000 Kunden betroffen.
11.09.2025 | 0:18 minPolizei fahndet weiterhin zu Vulkangruppen-Anschlag
Der Brandanschlag vom 9. September wird nach dpa-Informationen dem linksextremistischen Spektrum zugeordnet. An der Aufklärung soll das Bundesamt für Verfassungsschutz maßgeblich beteiligt gewesen sein.
Über mögliche Verbindungen der mutmaßlichen Täter zu sogenannten Vulkangruppen ist bisher nichts bekannt. Diese hatten den zweiten großen Brandanschlag auf Starkstromkabel in Berlin am 3. Januar für sich reklamiert. Der Anschlag hatte einen tagelangen Stromausfall zur Folge. Auch hier wird weiter intensiv nach den Tätern gefahndet.
Die linksextreme Vulkangruppe hat sich zum Brandanschlag in Berlin bekannt. Seit 2011 gibt es Anschläge unter dem Namen, gefasst wurde bisher niemand. ZDFheute live analysiert.
07.01.2026 | 26:47 minGdP: Verdächtige bekannt - Nachweis der Taten schwierig
Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) teilte mit: "Die heutigen Durchsuchungen zeigen, dass wir jeden Hinweis mit höchster Priorität verfolgen. Wer unsere kritische Infrastruktur angreift, greift die Sicherheit unserer gesamten Stadt an. Das werden wir nicht hinnehmen." Die Sicherheitsbehörden handelten entschlossen, um die Hintergründe des Angriffs lückenlos aufzuklären.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) betonte, wie schwer es sei, Gruppen Brandanschläge wie jenen in Johannisthal oder Zehlendorf nachzuweisen. Das Landeskriminalamt habe erfolgreich ermittelt, "um die heutigen Durchsuchungsbeschlüsse zu erwirken".
Die Sicherheitsbehörden kennen die Protagonisten des harten Kerns.
Gewerkschaft der Polizei
BKA: Linksextreme Anschläge werden intensiver
Der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch, sagte Anfang des Monats der dpa: "Gewalttaten und die Angriffe auf die Infrastruktur durch Linksextremisten nehmen seit einigen Jahren nicht unbedingt in der Zahl, aber sehr wohl an Intensität zu."
Münch erklärte weiter: "Neben den Taten der sogenannten Vulkangruppen in Berlin und Brandenburg gibt es seit mehreren Jahren einen weiteren Schwerpunkt von Angriffen auf Infrastruktur im Großraum München." Relevant sei hier auch die militante linksextremistische Initiative "Switch off", in deren Rahmen seit mehreren Jahren zu Sabotageakten aufgerufen werde.
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