Linke Demos in Berlin: Polizei zieht gemischte Bilanz

Vereinzelte Festnahmen und Angriffe:Linke Demos zum 1. Mai: Polizei zieht gemischte Bilanz

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Die große Demonstration linker und linksextremer Gruppen am 1. Mai in Berlin war laut Polizei überwiegend friedlich - bis zum Abend. Schwerpunkt der Demos wurde der Görlitzer Park.

Olaf Lies (3.v.l,SPD), Ministerpräsident von Niedersachsen, hält zusammen mit anderen Teilnehmern einen Banner des Deutscher Gewerkschaftsbunds mit der Aufschrift: «1. Mai 2026; Erst unsere Jobs, dann eure Profite». Anlass sind bundesweite Kundgebungen der Gewerkschaften zum internationalen Tag der Arbeit.

Zahlreiche Demonstrationen der Gewerkschaften am 1. Mai wenden sich gegen Stellenabbau und Sozialkürzungen. DGB‑Vorsitzende Yasmin Fahimi warnt vor geplanten Sozialreformen.

01.05.2026 | 2:35 min

Nach der großen linken Demonstration am Abend des 1. Mai in Berlin-Kreuzberg hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ein gemischtes Fazit gezogen. Zwar sei der Tag über weite Strecken gewaltfrei verlaufen. Am Ende hätten jedoch Demonstranten aus dem linksautonomen Spektrum Polizisten mit Gegenständen beworfen. Deshalb könne man "weiterhin nicht von einem friedlichen Tag sprechen", teilte die GdP mit. Mindestens zehn Polizisten seien leicht verletzt worden.

"Gewaltpotenzial in den Griff bekommen"

Insgesamt gehe die Entwicklung weiter in die richtige Richtung, die Polizei habe "jegliches Gewaltpotenzial in den Griff bekommen". Getrübt werde die Gesamtbilanz des Feiertags von der Nacht in Kreuzberg, so die GdP. Kurz vor Mitternacht kam der sogenannte schwarze Block mit vermummten Linksautonomen am Ende des Demonstrationszugs am Südstern an, wo es dann zu Rangeleien und Angriffen auf Polizisten mit Flaschen- und Böllerwürfen kam.

Etwa 10.000 Demonstranten waren durch Kreuzberg und Neukölln gezogen - vereinzelt war es zu Rangeleien gekommen, auch Bengalisches Feuer wurde gezündet. In früheren Jahren hatte es am 1. Mai in Berlin oft schwere Randale gegeben, zuletzt war es dann aber friedlicher geworden.

Im gesamten Tagesverlauf habe es Festnahmen im mittleren zweistelligen Bereich gegeben - sowohl bei den vielen Demonstrationen als auch bei den Straßenfesten und Feiern in Parks. Einige Polizisten seien leicht verletzt worden, zum Teil bei Widerstandshandlungen.

Schaltgespräch zwischen der Moderatorin Marietta Slomka und der IG-Metall Chefin Benner

„Wir stellen fest: Die Rechten sind in unseren Betrieben als Tiger gestartet und als Bettvorleger gelandet“, so IG‑Metall‑Chefin Benner zu den AfD-Leuten in den Gewerkschaften.

01.05.2026 | 5:35 min

Große Demonstration endet ohne Gewaltausbrüche

Die große Demonstration linker und linksextremer Gruppen am Freitagabend endete friedlich und ohne Gewaltausbrüche. Trotz zum Teil aggressiver Stimmung und der Teilnahme eines sogenannten schwarzen Blocks von Linksautonomen gab es keine Gewalt oder Angriffe auf die Polizei.

Nach etwa vier Stunden erreichte der Demonstrationszug am späten Abend den geplanten Endpunkt in Kreuzberg. Die Polizei ging von etwa 10.000 Teilnehmern aus. Viele mussten zwischenzeitlich sehr lange warten, weil es zu zahlreichen Verzögerungen kam, auch wegen der vielen Feiernden in den Straßen der Hauptstadt. Rund 5.300 Polizisten aus mehreren Bundesländern sicherten die zahlreichen Demonstrationen und Veranstaltungen.

Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) sprach in der RBB-"Abendschau" von knapp 50.000 Menschen, die sich zum Tag der Arbeit in Berlin versammelt hatten.

Proteste gegen Schließung des Görlitzer Parks

Wegen der Massen an Menschen wurde der Görlitzer Park am Abend geschlossen. Der Park wurde zwar nicht geräumt, weitere Besucher durften aber nicht mehr hineingehen, wie ein Sprecher der Polizei sagte.

Tausende Menschen protestierten bei der Techno-Demo gegen die nächtliche Schließung der Anlage. Der Park wird nach jahrelangen Debatten seit Anfang März jeden Abend um 22:00 Uhr geschlossen, am Freitagabend verzichtete der Senat allerdings vorsorglich auf die Schließung wegen der Partys und Demonstrationen.

Wegen der Menschenmassen in Berlin-Kreuzberg waren am 1. Mai auch viele Straßen für Autos gesperrt. Mehrere U-Bahnhöfe wurden wegen Überfüllung geschlossen, die Züge hielten dort nicht mehr. Voller Menschen war auch der Mariannenplatz, als dort am Abend die Berliner Rapperin Ikkimel beim 1. Mai-Fest der Linken auftrat.

Menschen halten am Kornmarkt in Nürnberg Schilder mit der Aufschrift "Sozialstaatretter*in" hoch.

Das diesjährige Motto der Gewerkschaften zum ersten Mai lautete: "Erst unsere Jobs, dann eure Profite." Die zentrale Kundgebung fand in Nürnberg statt.

01.05.2026 | 1:50 min

Demonstrationen gegen soziale Spaltung und hohe Mieten

Bereits am Vormittag demonstrierten Menschen im Villenviertel Grunewald gegen soziale Spaltung und hohe Mieten. "Sozialen Sprengstoff fachgerecht entschärfen", hieß es bei einer Aktion.

Am Tag der Arbeit protestierten auch Tausende gegen Stellenabbau und Kürzungen bei Sozialleistungen. An der Demonstration und Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) beteiligten sich in der Hauptstadt nach Gewerkschaftsangaben rund 12.000 Menschen. Sie gingen unter dem Motto "Erst unsere Jobs, dann eure Profite" auf die Straße.

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Quelle: dpa, AFP
Über dieses Thema berichtete das ZDF in den heute-Nachrichten ab 19:00 Uhr.

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