Demos gegen hohe Kraftstoffpreise:Irland: Tankstellen wegen Protest-Blockaden ohne Treibstoff
In Irland spitzen sich die Proteste gegen hohe Spritpreise zu. Blockaden treffen den Verkehr und die Treibstoffversorgung im ganzen Land.
Seit Tagen blockieren Demonstrierende Straßen wegen zu hoher Spritpreise. In Dublin und anderen Regionen stehen viele Tankstellen bereits ohne Sprit da.
10.04.2026 | 0:25 minIn Irland haben Landwirte und Mitarbeiter von Speditionen den vierten Tag in Folge gegen die hohen Kraftstoffpreise protestiert. Demonstranten sabotierten am Freitag vielerorts den Straßenverkehr und blockierten den Zugang zu Raffinerie- und Verteilungsanlagen im ganzen Land. Einige Protestler schliefen in ihren Fahrzeugen und forderten, dass die Regierung mit ihnen spricht.
Die Proteste hatten am Dienstag begonnen, als langsam fahrende Konvois den Zugang zu einigen der belebtesten Straßen in der Hauptstadt Dublin behinderten und Treibstoffdepots blockierten, die die Hälfte des Landes versorgen.
Wegen der hohen Spritpreise lohnt sich für viele Autofahrer im deutsch-tschechischen Grenzgebiet der Blick zum günstigeren Nachbarland.
08.04.2026 | 2:47 minBlockaden behindern Treibstoffversorgung von Tankstellen
Am Freitag hatten mehr als 100 Tankstellen keinen Treibstoff mehr. Diese Zahl könne sich bis zum Abend verfünffachen, falls die Treibstoffversorgung weiter unterbrochen bleibe. Das berichtete der staatliche Rundfunksender RTE unter Berufung auf die Branchenorganisation Fuels for Ireland.
Die Regierung forderte am Donnerstag die Armee auf, Fahrzeuge von den blockierten Straßen zu entfernen. Die Blockaden könnten Polizei, Feuerwehr und Krankenwagen bei Noteinsätzen behindern, erklärte sie. Auch die Polizei warnte, die Proteste seien in Blockaden ausgeartet, die Versorgung mit Lebensmitteln, Kraftstoffen, Wasser und Tierfutter sei "in Gefahr".
Taxifahrer, Landwirte und Pfleger im ambulanten Dienst werden hierzulande von steigenden Tankkosten bei gleichbleibenden Einnahmen bedroht.
08.04.2026 | 2:18 minDie Regierung hat bereits beschlossen, die Verbrauchssteuer auf Kraftstoffe zu senken und Dieselrabatte für Lkw- und Busfahrer zu erweitern. Außerdem will sie ein Programm verlängern, das Menschen mit geringem Einkommen bei den Heizkosten unterstützt. Die Demonstranten in vielen großen Städten verlangen jedoch weitere Preissenkungen.
Regierung lädt zu Krisengipfel
Für Freitag war ein Treffen der Regierung mit Landwirten, Lkw-Fahrern und landwirtschaftlichen Dienstleistern geplant, um die Krise zu erörtern, die durch die wegen des Iran-Kriegs gestiegenen Benzin- und Dieselpreise ausgelöst wurde. Die Organisatoren der Proteste haben zwar erklärt, sie würden ihre Aktionen stoppen, wenn die Regierung mit ihnen spricht. Doch bis zuletzt war es unklar, ob sie an den Verhandlungen teilnehmen werden.
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