Nach Krawallen: Dobrindt wiederholt sich und wird beschimpft

Bundestag zu Krawallen:Dobrindt wiederholt sich und wird beschimpft

Christiane Hübscher

von Christiane Hübscher

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Eine Debatte, die alles hat: einen Innenminister, der erneut von "Chaoten aus dem migrantischen Milieu" spricht; Grüne und Linke, die der Union Stigmatisierung vorwerfen.

Gen Z regelt Demo in Berlin

Zehntausende junge Menschen demonstrieren deutschlandweit für bessere Bildung, mehr Klimaschutz und bezahlbares Leben. Was als friedlicher Protest beginnt, schlägt in teils heftige Krawalle um.

03.11.2026 | 9:08 min

Alexander Dobrindt braucht nur gut zwei Minuten, um sich in Rage zu reden. "Da waren gewaltbereite Linksextremisten und da waren Chaoten aus einem migrantischen Milieu unterwegs", so der Bundesinnenminister in einer Bundestagsdebatte zu den gewaltsamen Ausschreitungen nach Jugendprotesten am vergangenen Wochenende. Man müsse die Situation eindeutig benennen. "Wer Pflastersteine wirft auf Polizistinnen und Polizisten, der ist ein Chaot", so der CSU-Politiker.

"Wer Schaufenster einschlägt, Geschäfte plündert, ist ein Chaot. Was denn sonst?"

Alexander Dobrindt, Bundesinnenminister

Es ginge ihm nicht um Verallgemeinerungen, aber man dürfe den Blick nicht vor der Realität verschließen.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt auf dem CSU-Parteitag in München.

Im Anschluss an die Gen-Z-Proteste am Samstag gab es in mehreren Städten schwere Krawalle. Bundesinnenminister Dobrindt verurteilt die Gewalt und kündigt Konsequenzen an.

01.11.2026 | 1:28 min

Opposition warnt vor Stigmatisierung

Grüne und Linke stoßen sich in ihren Antworten erneut daran, dass Dobrindt das Chaotentum auch dem "migrantischen Milieu" zuschreibt. Seit dem Wochenende läuft die Diskussion über die Täterprofile der gewaltsamen Auseinandersetzungen bei Demos der Gen Z. Die grüne Abgeordnete Lamya Kaddor wirft Dobrindt vor, Migranten und Linksextremisten in einen Topf zu werfen, ohne genau sagen zu können, was er mit "migrantisch" eigentlich meine.

Herr Dobrindt, Sie machen den Begriff migrantisch zu einem gesellschaftlichen Stigma!

Lamya Kaddor, Grünen-Bundestagsabgeordnete

Kaddor spricht Dobrindt direkt an, als sie fragt, wann man dieses Stigma in diesem Land eigentlich wieder loswerde, "nach wie vielen Generationen, nach 20, 40 oder 80 Jahren? Oder vielleicht, wenn ich nicht kriminell bin?" Dobrindt bleibe außerdem die Erklärung schuldig, was aus der Zuschreibung folgen solle. "Die vermeintliche Kategorie migrantisch ist und wird niemals eine Erklärung für Gewalt sein können", so Kaddor.

Menschen demonstrieren.

Die GenZ-Proteste am Wochenende verliefen größtenteils friedlich, vereinzelt kam es nachd en Demonstrationen zu Ausschreitungen. Der Innenminister kündigt harte Strafen für Randalierer an.

02.11.2026 | 1:42 min

Unterschiedliche Stimmen in der SPD

Der SPD-Abgeordnete Sebastian Fiedler springt Dobrindt im Plenum bei. Fiedler war selbst lange Jahre Polizist und berichtet von seinen Erkenntnissen speziell über die jungen Männer, die in Frankfurt gewaltsam Proteste gekapert hatten:

Sie sind irgendwie lost, sie sind nicht sonderlich schlau und sie haben tatsächlich einen Migrationshintergrund, so leid es mir tut.

Sebastian Fiedler, SPD-Bundestagsabgeordneter

Fiedler widerspricht damit seinem Parteikollegen und Verteidigungsminister Boris Pistorius, der sich im ZDF-Interview bei "berlin direkt" für mehr Differenzierung und gegen einfache Zuschreibungen ausgesprochen hatte. Auch der SPD-Innenpolitiker Helge Lindh kritisiert im Parlament, dass Menschen aufgrund ihres Aussehens als migrantisch definiert werden: "Das nervt zu recht Millionen von Menschen mit Migrationsgeschichte in diesem Land".

Boris PIstorius im ZDF-Interview

Migranten als Chaoten bei den Gen Z-Demos? Boris Pistorius (SPD) widerspricht Alexander Dobrindt (CSU). Außerdem will die Bundes-SPD die Berliner SPD von Rot-Grün-Rot abbringen, so Pistorius.

01.11.2026 | 5:53 min

AfD: "Unerträgliches Maß an Realitätsverweigerung"

Die AfD, die die Aktuelle Stunde beantragt hatte, wirft SPD, Grünen und Linken vor, das Täterprofil "zu leugnen und die Bürger für dumm verkaufen zu wollen". Schuld seien "ideologische Verblendung und ein unerträgliches Maß an Realitätsverweigerung", so ihr Abgeordneter Martin Hess.

Gottfried Curio, ebenfalls AfD, erwähnt in seiner Rede erneut das rechtsextreme Narrativ vom Bevölkerungsaustausch. "Die Gewaltausbrüche in deutschen Städten zeigen: Migrantische Parallelgesellschaften pfeifen auf den Rechtsstaat", so Curio, ihr politischer Arm sei die Partei Die Linke.

Randalierer plündern und zerstören Geschäfte in der Frankfurter Innenstadt am 31.10.2026.

Nach den Gen-Z-Protesten haben viele Politiker ihr Verständnis für friedliche Demonstrationen geäußert. Gegen Gewalttäter hingegen fordert unter anderem Bundeskanzler Merz ein hartes Vorgehen.

02.11.2026 | 1:47 min

Die Linke schickt den 25jährigen Abgeordneten Luke Hoß in die Debatte, der beklagt, die Probleme junger Menschen seien der Regierung Merz egal, die Proteste vom Wochenende ein Misstrauensvotum gewesen.

Sie erklären unsere migrantisierten Freundinnen und Freunde zum Problem im Stadtbild. Sie lenken ab!

Luke Hoß, Linken-Abgeordneter

Für den 20. November hat die Bundesschülerkonferenz die nächsten Demonstrationen angekündigt. Innenminister Dobrindt versicherte im Bundestag, man bereite sich darauf gut vor.

Linken-Chefin Ines Schwerdtner bei Markus Lanz zu den Schülerprotesten

Die Debatte um "migrantische Chaoten" sei "rassistisch", so Schwerdtner bei "Markus Lanz". Man müsse die Probleme hinter dem Frust der jungen Menschen verstehen.

04.11.2026 | 1:18 min

Über dieses Thema berichteten mehreren Sendungen, unter anderem frontal am 03.11.2026 ab 21:00 Uhr.

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  2. Hessen, Frankfurt am Main: Randalierer schlagen mit Verkehrsschildern die Schaufensterscheibe eines Waffengeschäfts ein und entwenden Waffen. Die Initiative "Genz Z regelt" hatte für den 31. Oktober zu Protesten in rund 30 Städten aufgerufen.
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