Gewalt nach Gen-Z-Demos: Pistorius distanziert sich von Dobrindt

Interview

Ausschreitungen bei Gen-Z-Demos:Migranten als Chaoten? Pistorius setzt sich von Dobrindt ab

Dominik Rzepka

von Dominik Rzepka

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Alexander Dobrindt macht Chaoten aus dem migrantischen Milieu für die Krawalle bei den Gen Z-Demos verantwortlich. Boris Pistorius widerspricht: Das führe in die falsche Richtung.

Boris PIstorius im ZDF-Interview

Proteste der Gen Z gegen die Wehrpflicht und Rot-Grün-Rot in Berlin nach dem Fall Elif Eralp: Fragen dazu an Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD).

01.11.2026 | 5:53 min

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat sich deutlich von Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) distanziert. Auf die Frage, ob es richtig sei, für die Krawalle von Samstagabend Chaoten aus dem migrantischen Milieu klar zu benennen, sagte Pistorius in der ZDF-Sendung "Berlin direkt":

Wenn es so wäre, wäre es sicher richtig, es so zu benennen. Ich weiß nicht, ob es so ist.

Boris Pistorius, SPD

Und weiter: "Was sind denn migrantische Gruppen? Sind das Menschen, die in dritter Generation in Deutschland leben und deutsche Staatsangehörige sind?" Pistorius sagte: Ich glaube, das führt in die falsche Richtung."

Klar sei, dass es sich bei den Tätern um Extremisten und Straftäter gehandelt habe. Sie würden das Anliegen der vielen friedlichen Demonstranten nachhaltig schädigen.

Eine junge Frau spricht in ein Megafon, während hinter ihr ein Plakat mit der Aufschrift "Nein zur Wehrpflicht!" in die Höhe gehalten wird. (Archivbild)

Ein Thema bei den Protesten der Gen Z vom Wochenende: Die Wehrpflicht. Viele Junge stören sich an den Plänen von Verteidigungsminister Boris Pistorius.

01.11.2026 | 3:47 min

Dobrindt: Kaperung auch durch Migranten

Dobrindt hatte die Krawalle verurteilt und vor allem bestimmte Gruppen als Urheber von Ausschreitungen genannt. "Gewaltbereite linke Gruppen" sowie "migrantische Chaoten" hätten die friedlichen Demonstrationen gekapert, so Dobrindt im ZDF.

Was wir da gesehen haben, ist eindeutig Landfriedensbruch. (...) Ich erwarte, dass es harte Strafen gibt.

Alexander Dobrindt, CSU

Dobrindt nannte das Vorgehen der Polizei "hochprofessionell" und "deeskalierend". Auch das habe dazu beigetragen, dass es keine Bilder wie zuletzt aus Frankreich gegeben habe.

Jugendforscherin Nina Kolleck zugeschaltet ins Studio

Das Bildungssystem sei seit Jahrzehnten marode und es passiere nichts, sagt Jugendforscherin Nina Kolleck bei ZDFheute live. Das seien ganz reale Sorgen, die die Jugendlichen umtreiben.

01.11.2026 | 17:09 min

Linke werfen Dobrindt Rassismus vor

Scharfe Kritik an Dobrindt kommt von der innenpolitischen Sprecherin der Linken, Clara Bünger. Dass Dobrindt die Herkunft mutmaßlicher Täter in den Mittelpunkt stelle, sei unerträglich, sagt Bünger ZDFheute:

Mit seinen Aussagen bedient er rassistische Ressentiments. Und das vermutlich sogar wider besseren Wissens.

Clara Bünger, Die Linke

Schließlich zeige die kriminologische Forschung seit Langem, dass Kriminalität durch verschiedene soziale und individuelle Faktoren sowie konkrete Tatgelegenheiten beeinflusst werde. Sie lasse sich "nicht einfach mit der Herkunft eines Menschen erklären".

Die Sorgen einer ganzen Generation würden nicht mit rassistischen Narrativen verschwinden, sondern durch eine Politik, die ihre Anliegen ernst nehme, so Bünger.

ZDF-Reporter Stefan Schlösser aus Frankfurt zugeschaltet ins Studio

Es "ging alles sehr friedlich los", sagt ZDF-Reporter Schlösser bei ZDFheute live. Gegen Abend, als es dunkel wurde, hätten die gewalttätigen Angriffe jedoch zugenommen.

01.11.2026 | 5:21 min

Frankfurt: Viele Migranten unter den Einsatzkräften

Auch Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) hatte darauf hingewiesen, dass die Ausschreitungen in Frankfurt überwiegend von Migranten ausgegangen seien.

Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) hatte auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Poseck auch auf die Herkunft vieler Polizistinnen und Polizisten hingewiesen.

Josef sagte, "dass in einer Stadt wie Frankfurt etliche der Menschen, die unsere Stadt schützen, als Einsatzkräfte auch Migrationsgeschichte und Migrationshintergrund haben".

Dominik Rzepka ist Korrespondent im ZDF-Hauptstadtstudio.

Über dieses Thema berichtete "Berlin direkt" am 01.11.2026 ab 19:10 Uhr.

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