Bis 2005 im Amt:Verdacht auf Spionage: Ex-BND-Chef Hanning festgenommen
Ermittler haben am Morgen den ehemaligen BND-Präsidenten August Hanning festgenommen. Er steht unter Spionageverdacht.
Ex-BND-Chef August Hanning (Archivfoto)
Quelle: dpa | Michael KappelerErmittler des Bundeskriminalamts (BKA) haben am Morgen den ehemaligen BND-Präsidenten August Hanning festgenommen. Gegen Hanning wird wegen Spionageverdachts ermittelt. Hanning war von 1998 bis 2005 im Amt und soll auch nach seinem Ausscheiden noch jahrelang geheime Informationen von seinem ehemaligen Büroleiter Manfred D. erhalten haben.
Auch D. wurde am Morgen verhaftet. Er war von März 2012 bis März 2026 für mehrere nachfolgende Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes als Büroleiter tätig.
Der Generalbundesanwalt ermittelt gegen Hanning wegen mutmaßlicher landesverräterischer Ausspähung, Auskundschaften von Staatsgeheimnissen, versuchtem Landesverrat und geheimdienstlicher Agententätigkeit. Ermittelt werden soll, ob Hanning die Informationen an ausländische Agenten weitergegeben hat. Manfred D. wird Beihilfe zum versuchten Landesverrat und zur landesverräterischen Ausspähung vorgeworfen.
Innenminister Dobrindt will Deutschlands reformieren. Was das bedeutet - die Analyse bei ZDFheute live.
12.08.2026 | 38:44 minBlock-Prozess brachte Hanning ins Visier der Ermittler
Ins Visier der Ermittler geriet Hanning durch Funde aus einer Durchsuchung bei ihm im September 2025. Damals verdächtigte das Landeskriminalamt (LKA) Hamburg Hanning, in den Kriminalfall um die gewaltsame Verschleppung von zwei Kindern der Steakhausketten-Erbin Christina Block verwickelt zu sein. Hanning bestreitet das.
Durch die Ermittlungen in diesem Fall waren die Beamten Hanning und seinem Mitarbeiter auf die Spur gekommen. Das aktuelle Verfahren gehe auf Funde aus einer Durchsuchung bei Hanning im Zusammenhang mit dem Block-Fall zurück, teilte die Bundesanwaltschaft mit.
Hanning bezahlte für Geheiminformationen
Die Funde deuten laut Generalbundesanwalt darauf hin, dass Manfred D. zwischen 2010 und 2022 fast 2.000 Dokumente an Hanning weitergab - darunter vielfach als Verschlusssache eingestufte Informationen, die ausschließlich für interne Zwecke des Bundesnachrichtendienstes bestimmt waren.
Hanning bezahlte D. demnach für die Informationen - mit dem Ziel, sie im Rahmen seiner privaten Beratertätigkeit gewinnbringend verwerten zu können. In einem Fall soll Hanning die Erkenntnisse für eine Analyse für einen Mitarbeiter eines fremden nachrichtendienstlichen Sicherheitsapparates genutzt haben. Ob Hannings Analyse den Mitarbeiter erreichte, ließ sich laut Generalbundesanwalt bislang nicht feststellen.
Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.
Weitere Nachrichten
- Liveblog
Russland greift die Ukraine an:Aktuelles zum Krieg in der Ukraine
- Liveblog
Aktuelle Entwicklungen :Iran-Krieg und Nahost-Konflikt: Alle Nachrichten im Liveblog
Nach Landtagswahl in Sachsen-Anhalt:Live: So läuft die erste Sitzung des neuen Landtags
LiveVertrag mit DFB bis 2031:Fußball-Länderspiele der Frauen weiter bei ARD und ZDF
mit Video6:00Bis 2005 im Amt:Verdacht auf Spionage: Ex-BND-Chef Hanning festgenommen
Mutmaßliche Vergewaltigung in den USA:Neue Details erhöhen Druck auf Elite-Uni Cornell
mit Video1:34- Grafiken
Einwohner, Wirtschaft, Bildung, Soziales:So ist Ihre Region für die Zukunft aufgestellt
von Marcel Burkhardt und Marie Riesmit Video1:07 Deutsche Exporte: Polen vor China:Warum Polen für die deutsche Wirtschaft immer wichtiger wird
von Sven-Hendrik Hahnmit Video0:47