Kassenärztliche Bundesvereinigung warnt:Arzttermine: Deutlich längere Wartezeit 2027 erwartet
Im kommenden Jahr dürften Patienten noch einmal deutlich länger auf Arzttermine warten. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung macht dafür Sparmaßnahmen verantwortlich.
Gesetzlich Versicherte könnten ab 2027 länger auf Arzttermine warten. Grund seien Sparmaßnahmen der Regierung, kritisiert Andreas Gassen von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.
20.10.2026 | 0:49 minDie Kassenärzte in Deutschland erwarten, dass gesetzlich Versicherte ab dem kommenden Jahr deutlich länger auf einen Arzttermin warten müssen als bisher.
Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, verwies in der "Bild"-Zeitung auf die Kürzung von Mitteln für die ambulante Versorgung. Dadurch seien "mehr als 50 Millionen Termine" gestrichen worden. Die Terminnot werde sich daher weiter verschärfen, sagte Gassen.
Ambulante Versorgung: Sparprogramm von 2,7 Milliarden Euro
Das Sparprogramm der Bundesregierung für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) sieht umfangreiche Kürzungen vor. Nach Angaben der KBV ist der ambulante Bereich besonders stark betroffen.
Die geplanten Kürzungen belaufen sich in diesem Bereich demnach allein für das kommende Jahr auf rund 2,7 Milliarden Euro. Ein Großteil der Einsparungen soll durch die Deckelung der Ausgaben erzielt werden.
Lange Wartezeiten, fehlende Betten, überlastete Ärzte in deutschen Notaufnahmen: Viele Patienten erleben ein System am Limit. Und zu oft ignorieren Politik und Klinikkonzerne die Hilferufe.
22.09.2026 | 33:27 minGassen: Termin-Kontingente blockieren Praxen
Dass Arztpraxen künftig eine fixe Zahl an freien Terminen melden müssten, werde nicht dazu führen, dass Patienten schneller an Termine kommen, sagte Gassen.
Wird ein festes Kontingent zu meldender Termine festgelegt und diese damit in den Praxen blockiert, stehen diese nicht mehr für die Patienten in diesen Praxen zur Verfügung.
Andreas Gassen, Kassenärztliche Bundesvereinigung
Die KBV habe genau darauf immer wieder hingewiesen, betonte Gassen. "Nur wenn mehr Geld für die ambulante Versorgung zur Verfügung steht, wird es mehr Termine geben können." Das seien "vergleichsweise einfach zu verstehende wirtschaftliche Abhängigkeiten".
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