Ex-Landeschef Albig wirbt für SPD-Zusammenarbeit mit AfD

"Lassen nur frustrierte Wähler zurück":Ex-Landeschef Albig wirbt für Zusammenarbeit von SPD mit AfD

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Eine Zusammenarbeit von SPD und AfD? Ex-Landeschef Albig wirbt in der eigenen Partei mit einem umstrittenen Vorschlag. Er sieht darin einen Weg, verlorene Wähler zurückzugewinnen.

Torsten Albig, Cheflobbyist von Philip Morris Deutschland und ehemaliger Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, aufgenommen in der Berliner Repräsentanz von Philip Morris am 31.08.2023.

Ex-SPD-Landeschef Torsten Albig fordert in seiner Partei eine neue Strategie im Umgang mit der AfD (Archivbild).

Quelle: dpa

Der frühere Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Torsten Albig, hat seiner SPD empfohlen, sich auch auf von der AfD tolerierte Minderheitsregierungen einzulassen. Der 62-Jährige sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung":

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Wahrscheinlich wäre es sogar einfacher, wenn wie in Dänemark Sozialdemokraten die Ersten wären, die auch mit den Rechtspopulisten bei bestimmten Themen zusammenarbeiten, die unsere Wähler heute in deren Arme treiben.

Torsten Albig (SPD), Ex-Ministerpräsident von Schleswig-Holstein

Für ihn wäre es vorstellbar, "wenn also nach der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern beispielsweise Manuela Schwesig sagen würde: "Ich suche mir meine Mehrheiten im Landtag je nach Thema"." Vielparteienbündnisse mit CDU, Linken, Grünen oder BSW belasteten die Leistungsfähigkeit der Demokratie "und lassen nur noch frustrierte Wähler zurück", sagte er.

Markus Frohnmaier (l), Spitzenkandidat der AfD für die Landtagswahl in Baden-Württemberg, und Emil Sänze, der Fraktionsvorsitzende der AfD im Landtag von Baden-Württemberg, nehmen an einer Pressekonferenz nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg teil.

Viele Arbeiter fühlen sich von klassischen Arbeiterparteien nicht mehr vertreten. Bei Wahlen, etwa im Autoland Baden‑Württemberg, profitierte davon insbesondere die AfD.

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So will Albig Wähler zur SPD zurückholen

Eine Zusammenarbeit bedeute nicht, dass "wir das ideologische Gedankengut von Rechtspopulisten teilen, sondern weil wir unseren verlorengegangenen Wählern zeigen: Wir haben verstanden - kommt wieder nach Hause", sagte Albig. Alte Genossen träten eins zu eins in die AfD ein - "und das sicher nicht, weil die alle Nazis geworden sind, sondern weil sie bei uns etwas vermissen".

Wenn 30 Prozent diese Partei wählen, können wir nicht auf Dauer so tun, als wäre das die Ausgeburt der Hölle.

Torsten Albig, Ex-Ministerpräsident von Schleswig-Holstein

So weiterzumachen wie bisher, berge die Gefahr, "dass es die Sozialdemokratie hierzulande bald nicht mehr gibt".

Logo der Partei Alternative für Deutschland (AfD). (Symbolbild)

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Vom Ministerpräsidenten in die Wirtschaft

Albig war von 2009 bis 2012 Oberbürgermeister von Kiel und danach bis 2017 Ministerpräsident von Schleswig-Holstein. Nach einer verlorenen Landtagswahl zog er sich aus der aktiven Politik zurück und ging in die Wirtschaft.

Nach leitenden Funktionen bei der Deutschen Post DHL und beim Bundesverband Deutscher Postdienstleister wechselte er 2023 als Lobbyist zum Tabakkonzern Philip Morris.

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Quelle: dpa
Über das Thema berichtete das ZDF heute journal in folgendem Beitrag: "Warum Arbeiter zur AfD abwandern" am 01.05.2026 ab 22:00 Uhr.
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