Dobrindt will Abschiebezentren mit den Niederlanden vorantreiben

Zusammenarbeit mit den Niederlanden:Dobrindt will Abschiebezentren vorantreiben

von Nouschka van der Meijden

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Berlin und Den Haag wollen bei Rückführungszentren außerhalb der EU eine führende Rolle übernehmen. Die EU-Abstimmung gibt Rückenwind - doch viele Details sind noch offen.

Andreas Stamm in Brüssel

Das europäische Parlament hat heute eine Verschärfung der Asylpolitik beschlossen. Abgelehnte Asylsuchende sollen künftig auch in Abschiebezentren außerhalb der EU untergebracht werden können.

26.03.2026 | 1:43 min

"Kein Durchwinken, sondern Durchgreifen", das müsse das Motto der gemeinsamen Asylpolitik sein, so Innenminister Alexander Dobrindt.

Während im Europäischen Parlament heute der Weg für Abschiebezentren außerhalb der EU geebnet wurde, traf Dobrindt in Berlin auf den für Migration zuständigen Minister aus den Niederlanden: Bart van den Brink.

Gemeinsam wollen sie bei der Einrichtung sogenannter "Return Hubs" für abgelehnte Asylbewerber eine führende Rolle übernehmen.

Dobrindt spricht von "schwieriger Aufgabe"

Noch in diesem Jahr wollen Deutschland und die Niederlande gemeinsam sogenannte diplomatische Missionen durchführen, um potenzielle Drittstaaten für Rückführungszentren auszuloten und zu prüfen. Dabei soll das Ergebnis der heutigen Abstimmung im EU-Parlament genutzt werden.

Wir wollen weniger irreguläre Migration und deutlich mehr Rückführungen.

Alexander Dobrindt (CSU), Bundesinnenminister

Zudem soll eine "roadmap" erarbeitet werden, die das weitere Vorgehen festlegt. "Das ist eine komplizierte und schwierige Aufgabe, aber es ist eine mögliche Aufgabe," sagte Dobrindt.

Bayern, München: Auf einem Tisch liegen mehrere Zertifikate mit der Aufschrift "Deutsch-Test für Zuwanderer".

Bundesinnenminister Dobrindt hat den kostenfreien Zugang zu Integrationskursen stark reduziert. Diese Sparmaßnahme wird derzeit kritisiert.

26.02.2026 | 1:30 min

Viele Fragen zu Rückführungen noch offen

Die Minister versuchen Entschlossenheit zu demonstrieren, doch viele Details sind noch unklar: Wie viele Länder sind beteiligt? Wie viele Menschen sollen in den Rückführungszentren untergebracht werden? Und wie schnell können sie betriebsbereit sein? Darauf scheint es bislang keine Antworten zu geben.

Die Minister sprachen von mehreren Ländern in verschiedenen Regionen. Weitere Details wurden nicht genannt. Die würden laut Dobrindt sehr stark von möglichen Vereinbarungen mit den jeweiligen Staaten abhängen.

Es seien allerdings keine "Riesen-Camps" geplant, so der Innenminister. Sie wollen klein anfangen. Und zwar erst, nachdem sie die Menschenrechtslage in den jeweiligen Staaten beurteilt und konkrete Abkommen geschlossen haben.

EU-Parlament stimmt für Verschärfung der Asylpolitik

Die Minister fühlen sich durch die heutige Abstimmung im EU-Parlament bestärkt.

In Brüssel ging es heute um eine umstrittene Verschärfung der EU-Einwanderungspolitik, die es den Mitgliedstaaten der Europäischen Union ermöglicht, abgelehnte Asylbewerber und Personen, die ein Sicherheitsrisiko darstellen, bis zu 24 Monaten in Abschiebehaft zu nehmen und Rückkehrzentren - sogenannte "Return Hubs" - außerhalb der EU einzurichten.

Umstritten, weil der Beschluss nur mit Hilfe rechter Parteien, darunter auch der AfD, zustande kam.

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Asylbewerber sollen schon nach drei Monaten Aufenthalt arbeiten dürfen. Dazu hat Innenminister Alexander Dobrindt einen "Sofort-in-Arbeit-Plan" erarbeitet.

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Es ist der erste Auslandsbesuch für Van den Brink, der seit einem Monat im Amt ist und der niederländischen christdemokratischen Partei angehört. Die Vorgängerregierung, zu der auch die rechtsgerichtete Partei von Geert Wilders gehörte, hatte die strengste Asylpolitik aller Zeiten angekündigt.

Die neue Regierung, die sich aus Parteien der Mitte zusammensetzt, spürt den Druck von rechts, im Bereich Migration Ergebnisse zu erzielen.

Über das Thema berichtete die Sendung "heute in Deutschland" in folgendem Beitrag: "EU beschließt härtere Asylpolitik" am 26.03.2026 ab 14:00 Uhr.

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