Deutlich mehr Bewerbungen:Deutschland bei Forschenden aus USA zunehmend gefragt
Seit dem Amtsantritt von Trump stehen in den USA viele Universitäten und Forschungseinrichtungen unter Druck. Vor diesem Hintergrund zieht es Forschende verstärkt nach Deutschland.
Immer mehr US-Forschende zieht es nach Deutschland: Die Humboldt-Stiftung verzeichnete 32 Prozent mehr Anträge aus den USA, beim Deutschen Akademischen Austauschdienst verdoppelte sich die Zahl.
11.03.2026 | 0:41 minInternationale Forscherinnen und Forscher zieht es zunehmend nach Deutschland - gerade aus den USA. Bei mehreren deutschen Forschungsgesellschaften gingen nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr deutlich mehr Bewerbungen aus den USA ein, wie diese dem "Tagesspiegel Background" berichteten.
US-Forschende zieht es zu Humboldt-Stiftung und Co.
Die Humboldt-Stiftung verzeichnete 2025 etwa 32 Prozent mehr Anträge aus den USA als im Jahr zuvor, vor allem auf Forschungsstipendien. Im vierten Quartal seien es sogar gleich 65 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2024 gewesen.
Arbeitsbedingungen in der US-Forschung verschlechtern sich, auch Österreich profitiert: Das Land wirbt Spitzenforscher an, per Gesetzesänderung können Professuren unbürokratischer vergeben werden.
07.11.2025 | 2:14 minBei der Helmholtz-Gemeinschaft zeigte sich eine Verschiebung: Die Zahl der langfristig Forschenden mit US-Staatsbürgerschaft nahm 2025 um 11 Prozent zu, während die Zahl der Gastwissenschaftler mit US-Staatsbürgerschaft um 17 Prozent zurückging.
Die Max-Planck-Gesellschaft verzeichnete beim eigenen "Lise-Meitner-Exzellenzprogramm" zur Förderung von Frauen in der Wissenschaft sogar dreimal so viele Bewerbungen aus den USA wie noch 2024.
Auch Interesse an Studien- und Praktikumsprogrammen steigt
Beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gingen laut "Tagesspiegel Background" von Studierenden und Studieninteressenten aus den USA mehr Bewerbungen ein: Bei Anträgen auf Studienstipendien in Deutschland verdoppelte sich die Zahl gegenüber 2024, auf ein gefördertes Praktikum für Bachelor-Studierende gab es 31 Prozent mehr Bewerbungen.
An US-Universitäten sind Wissenschaftler verunsichert und sehen durch die Trump-Regierung die freie Forschung in Gefahr. Viele können sich vorstellen, die USA zu verlassen.
13.04.2025 | 2:37 minAuch aus anderen Ländern kommende Forschende seien vermehrt an Deutschland interessiert, berichten mehrere der befragten Gesellschaften.
Bislang blickten viele für den nächsten Schritt in der wissenschaftlichen Karriere automatisch in die USA, dies ändert sich aktuell.
Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)
Die Max-Planck-Gesellschaft führt es auch auf die von Washington verschärften Visaregeln für ausländische Fachkräfte zurück: Arbeitgeber müssen dort pro Visum nun eine einmalige Gebühr von 100.000 Dollar zahlen.
Trump-Regierung setzt Universitäten unter Druck
Die Entwicklung steht vor dem Hintergrund einer größeren Auseinandersetzung zwischen der Regierung von US-Präsident Donald Trump und mehreren Spitzenuniversitäten. Das Weiße Haus wirft Teilen der Hochschullandschaft eine linksliberale Ausrichtung sowie unzureichende Maßnahmen gegen Antisemitismus vor.
Eine Milliarde Dollar soll die Elite-Universität Harvard an die US-Regierung zahlen. Das hat US-Präsident Trump gefordert. Harvard missbrauche staatliche Fördermittel, behauptete Trump.
03.02.2026 | 0:37 minZugleich versucht die US-Regierung, über Fördermittel politischen Einfluss auszuüben. Der Harvard University war zwischenzeitlich sogar die Aufnahme internationaler Studierender sowie deren Einreise verboten worden, Gerichte setzten diese Vorhaben jedoch außer Kraft.
Forschung in den USA unter Trump
Plan stößt auf Kritik:Trump will kürzere Studenten- und Journalisten-Visa
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von Matheo Berndtmit Video0:24Eskalation im Streit mit Elite-Uni:Trump-Regierung verbietet Auslandsstudierende in Harvard
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Forscherin und Aktivistin:Widerstand gegen Trump: "Wir wollen wie Termiten sein"