Rückholung ukrainischer Kinder aus Russland - EU will helfen

Mehr als 20.000 von Russland entführt:Rückholung verschleppter ukrainischer Kinder "langer Weg"

von Ulrike Rödle, Kiew

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Seit 2014 werden ukrainische Kinder nach Russland verschleppt, isoliert und umerzogen. Die EU will Kiew bei der Rückholung besser unterstützen und hat weitere Sanktionen verhängt.

Deportierte Kinder kehren in die Ukraine zurück, Archivbild

Die Internationale Koalition für die Rückführung ukrainischer Kinder berät über die Identifizierung, Rückführung und Reintegration der zwangsweise nach Russland verbrachten Kinder.

11.05.2026 | 3:32 min

Die Verschleppung ukrainischer Kinder durch Russland hat bereits 2014 begonnen, nach der Annexion der Krim und der Besetzung eines Teils der Gebiete Donezk und Luhansk, im Osten der Ukraine. Nach Angaben von Kiew wurden bisher mehr als 20.000 ukrainische Kinder aus den besetzten Gebieten in die russische Föderation verschleppt.

Mit der Vollinvasion 2022 weitete Russland die Deportationen aus. Herausgerissen aus ihrem Umfeld, wurden die Kinder in sogenannten Erholungs- und Ferienlagern untergebracht, oft über Monate hinweg, abgeschottet von ihren Familien. Manche wurden zur Adoption freigegeben.

Ein Jugendlicher, der eine Jacke und Kapute trägt.

Ukrainische Kinder sollen von russischen Soldaten aus ihren Häusern verschleppt worden sein. Sie wurden in ein Wohnheim untergebracht, streng überwacht und bedroht, so ein Betroffener.

11.03.2026 | 2:30 min

2.100 Kinder aus Russland zurückgeholt

Die ukrainische Hilfsorganisation "Save Ukraine" dokumentierte zahlreiche solcher Fälle. Seit 2022 seien 2.100 Kinder zurückgeholt worden, sagt Myroslava Kharchenko, Leiterin der Rechtsabteilung von "Save Ukraine".

Die Kinder werden psychisch gebrochen, indem man ihnen einredet, ihre Eltern würden sie nicht lieben und hätten sie aufgegeben.

Myroslava Kharchenko, Leiterin der Rechtsabteilung "Save Ukraine"

Zudem würden sie systematisch russischer Propaganda unterzogen, erläutert Kharchenko. 2023 erließ der Internationale Strafgerichtshof deswegen Haftbefehl gegen den russischen Präsidenten Putin.

EU-Außenminister beschließen neue Sanktionen

Mit neuen Sanktionen will die EU ein klares Zeichen setzen, dass sie entschlossen ist, Russland für seine grausamen Taten zur Rechenschaft zu ziehen. Bei einem Treffen in Brüssel haben die EU-Außenminister an diesem Montag weitere Strafmaßnahmen gegen Verantwortliche für Russlands Programm zur Deportation und Zwangsadoption ukrainischer Kinder beschlossen.

Den Angaben zufolge sind 16 Personen und sieben Einrichtungen und Organisationen betroffen. Die Beschlüsse haben unter anderem zur Folge, dass in der EU Vermögenswerte eingefroren werden. Sanktioniert wurden unter anderem die Leiterin eines Lagers, in dem ukrainische Minderjährige untergebracht sind und Einrichtungen, die für die ideologische Indoktrination, "Russifizierung" und militarisierte Erziehung von Kindern zuständig sind.

Rettungskräfte suchen am 25. April 2026 in Dnipro (Ukraine) unter den Trümmern eines vierstöckigen Wohnblocks nach Überlebenden, der durch einen russischen Raketenangriff zerstört wurde. Russische Streitkräfte führten in der Nacht einen großangelegten Raketen- und Drohnenangriff auf die Stadt in der Zentralukraine durch, bei dem fünf mehrstöckige Gebäude, eine Industrieanlage, eine Tankstelle, ein Geschäft sowie private Pkws beschädigt wurden. Der Tod von vier Menschen wurde bestätigt, während die Zahl der Verletzten auf 27 gestiegen ist – darunter zwei Kinder. Möglicherweise befinden sich noch weitere Menschen unter den Trümmern, während die Such- und Rettungsarbeiten weiterhin andauern.

An der Universität Kiew zeigt sich, wie sehr der russische Angriffskrieg den Alltag verändert hat. Fotos erinnern an getötete Studenten, ständige Bedrohung prägt das Leben.

09.05.2026 | 2:13 min

Die Rückführung der Kinder sei ein langer, schwieriger Weg, sagt Myroslava Kharchenko von "Save Ukraine": "Wir benutzen dabei ein Verfahren aus dem Nachrichtendienst, indem wir öffentlich zugängliche Informationen systematisch analysieren und die Daten verifizieren. Dabei greifen wir auch auf staatliche Datenbanken zurück".

Die ukrainische Stadt Isjum befindet sich in der grauen Zone. Die Menschen hier leben in ständiger Angst vor Drohnenangriffen und Raketenbeschuss.

Seit über vier Jahren herrscht in der Ukraine Krieg. Besonders hart ist das Leben in der grauen Zone, ein etwa 30 Kilometer breiter Streifen nahe der Front.

05.05.2026 | 1:43 min

Kinder durch Gewalt und Isolation traumatisiert

Miroslava Kharchenko sagt, die meisten Kinder, die zurückgeholt werden konnten, seien nach "erlebter Gewalt, Isolation und psychischem Druck" traumatisiert. Die Rehabilitation und die Reintegration in ein sicheres ukrainisches Umfeld habe daher höchste Priorität.

Die Unterstützung der Internationalen Gemeinschaft müsse deshalb oberste Priorität haben. Putin verstehe in erster Linie die Sprache der Stärke: Es sei daher wichtig, so die Mitarbeiterin von "Save Ukraine", dass die Sanktionen gegen Russland fortgesetzt werden.

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Über dieses Thema berichtete das ZDF bei heute in Europa am 11.05.2026 ab 16:00 Uhr.

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