USA verhängen neue Zölle auf Medikamente und Stahl trotz Urteil

Trotz Urteil des Obersten Gerichtshofs:USA verhängen neue Zölle auf Medikamente und Stahl

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Die US-Regierung verhängt Zölle von bis zu 100 Prozent auf bestimmte importierte Markenarzneimittel. Außerdem überarbeiteten die USA die Abgaben auf Stahl, Aluminium und Kupfer.

Containerschiffe liegen am Hamburger Burchardtkai

Mit neuen Zöllen auf Arznei und geänderten Zollregeln bei Stahl treibt Trump seine aggressive Handelspolitik voran.

Quelle: dpa

Ein Jahr nach der großen Zolloffensive von US-Präsident Donald Trump legt seine Regierung mit weiteren Abgaben nach. Auf patentgeschützte Arzneimittel wird künftig ein Zollsatz von 100 Prozent des Warenwerts fällig, wie aus einem Dekret des Weißen Hauses hervorgeht.

Zwei große Frachtcontainer werden von Kränen vor einem blauen Himmel mit Wolken angehoben. Der linke Container trägt die deutsche Flagge und die Aufschrift „Germany“, der rechte die US-Flagge und „United States of America“. Die Darstellung symbolisiert den transatlantischen Handel und Spannungen durch Zölle, die Warenströme beeinflussen.

Seit Trumps Zollpolitik geraten Exporte spürbar unter Druck. US-Zölle treiben Maschinenpreise nach oben. Hersteller berichten von Unsicherheit, weniger Aufträgen und wachsender Bürokratie.

30.03.2026 | 3:33 min

Die Zölle lassen sich nur vermeiden, wenn ausländische Hersteller Vereinbarungen mit der US-Regierung über Preissenkungen bei verschreibungspflichtigen Medikamenten treffen und sich verpflichten, die Produktion ganz in die USA zu verlagern. Große Pharmaunternehmen haben demnach 120 Tage Zeit, die Vorgaben zu erfüllen, kleinere Hersteller 180 Tage.

Die Zölle auf Markenmedikamente aus der Europäischen Union, Japan, Südkorea und der Schweiz werden im Rahmen von bestehenden Handelsabkommen auf 15 Prozent begrenzt.

ZDF-Wirtschaftsexperte Florian Neuhann im Studio von "WISO - Wirtschaft erklärt: Zoll-Chaos - Die Bilanz"

In wenigen Tagen jährt sich der "Liberation Day" - jener Tag, an dem Trump seine Zoll-Offensive gegen fast die ganze Welt verkündete. Was sie unterm Strich erreicht hat.

29.03.2026 | 9:59 min

Trump-Regierung will durch Stahlzölle Einnahmen erhöhen

Für Deutschland relevanter sind Neuerungen bei Stahl, Aluminium und Kupfer. Bei Stahlbalken und ähnlichen Produkten soll der Zollsatz von 50 Prozent künftig nicht auf den Preis des Exporteurs erhoben werden, sondern auf den Preis, der am amerikanischen Markt fällig wird. Die US-Regierung will damit ihre Einnahmen deutlich erhöhen.

"Wir haben nicht die gewünschten Zolleinnahmen erzielt, da die Welt die angegebenen Kosten für Stahlimporte nach Amerika künstlich gesenkt hat", sagte ein hochrangiger Regierungsbeamter.

Für andere Produkte wie Waschmaschinen könnte der Zollsatz hingegen sogar fallen. Solange sie zu mehr als 15 Prozent aus Stahl, Aluminium oder Kupfer bestehen, wird künftig ein einheitlicher Satz von 25 Prozent fällig. Zuvor war der 50-prozentige Satz auf den Anteil des Produkts fällig geworden, der aus einem der Stoffe besteht, wie der Regierungsbeamte ausführte.

Im Hafen von Miami in Miami, Florida, sind Schiffscontainer zu sehen.

Das EU-Parlament unterstützt die zeitweise Abschaffung von Zöllen auf US-Industrieprodukte. Im Gegenzug sollen US-Zölle auf EU-Waren maximal 15 Prozent begrenzt werden.

26.03.2026 | 0:32 min

Gericht kippte Zölle - Trump legt nach

Der Oberste Gerichtshof der USA hatte die bisherigen Zölle, die Trump vor einem Jahr verhängt hatte, im Februar für illegal erklärt. Ein untergeordnetes Gericht hatte daraufhin die US-Zollbehörde angewiesen, einen Plan zur Rückerstattung von Zöllen in Höhe von rund 166 Milliarden Dollar auszuarbeiten.

Der neue Aufschlag zeigt aber, dass Trump an seiner umstrittenen Zollpolitik nicht nur festhält, sondern sie noch ausbaut. Trump hatte sie zum Kernelement seiner zweiten Amtszeit gemacht. Zum einen will er mit den Zöllen mehr Produktion in die USA holen und so Arbeitsplätze sichern. Zum anderen sieht es seine Regierung auf Mehreinnahmen in Milliardenhöhe ab.

Symbolbild: Containerschiff fährt auf dem Huangpu, Shanghai, China

Das Handelsvolumen zwischen Deutschland und China summierte sich 2025 auf mehr als 250 Milliarden Euro. Damit zog die Volksrepublik an den USA vorbei, die 2024 auf Rang eins lagen.

20.02.2026 | 0:22 min

Deutsche Exportwirtschaft ächzt unter Zolllast

In der deutschen Wirtschaft sind die Folgen von Trumps Zollpolitik schon jetzt deutlich zu spüren. Im vergangenen Jahr brachen die Ausfuhren in die USA ein - China löste die Vereinigten Staaten als wichtigster Handelspartner ab.

Quelle: dpa, Reuters, AFP
Über US-amerikanische Importzölle berichtet das ZDF in verschiedenen Sendungen, zuletzt in der Sendung "Volle Kanne" am 1.4.2026 ab 9:06 Uhr sowie in der Sendung "Wiso" am 30.3.2026 ab 19:25 Uhr.

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