Spannungen zwischen Ukraine und USA:Selenskyj und Witkoff in Oslo: Treffen soll die Wogen glätten
Trumps Ton in Richtung Kiew wurde zuletzt rauer, Selenskyj wiederum beklagte einen Mangel an Hilfen. Nun soll es ein Treffen zwischen Selenskyj und Witkoff in Norwegen geben.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj trifft sich heute in Oslo mit dem US-Gesandten Steve Witkoff. (Archivbild)
Quelle: dpaDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sowie der US-Gesandte Steve Witkoff werden am Dienstag zu Gesprächen über den Ukraine-Krieg in Norwegen erwartet. Selenskyj habe Norwegen und Finnland gebeten, ein Treffen im Rahmen der laufenden diplomatischen Vermittlungsbemühungen zu organisieren, erklärte die norwegische Regierung. Kurz darauf teilte Oslo mit, dass der US-Sondergesandte Witkoff an den Gesprächen vor Ort teilnimmt. Jared Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, werde per Video zugeschaltet.
Zuvor hatte bereits das US-Nachrichtenportal "Axios" berichtet, dass Selenskyj in Oslo auch mit Witkoff zusammenkommen soll. Anschließend wolle Witkoff nach Moskau reisen, "wo er hofft, Präsident Wladimir Putin zu treffen und Ideen zu präsentieren", zitierte "Axios" einen US-Beamten.
Selenskyj warnt vor einer Parteinahme der Vereinigten Staaten für Russland. "Sollte sich Washington auf Moskaus Seite stellen, könnte die Ukraine nicht überdauern", sagte er dem US-Sender NBC.
19.10.2026 | 0:24 minTrump: Ukraine "hat uns nichts gegeben"
Ein Treffen zwischen Witkoff und Selenskyj würde inmitten diplomatischer Verstimmungen zwischen Kiew und dem Weißen Haus stattfinden. Donald Trump hatte der Ukraine zuletzt fehlende Gegenleistungen für die Unterstützung der USA vorgeworfen.
Wir haben der Ukraine viel gegeben - sie hat uns nichts gegeben. Vergessen Sie das nicht.
Donald Trump, US-Präsident
Der ukrainische Präsident sei bei den Friedensbemühungen "keine echte Hilfe", sagte Trump. Weiter sagte er: "Selenskyj weiß nicht, wovon er spricht." Selenskyj hatte zuvor angedeutet, Trump stehe mit seinem kremlfreundlichen Kurs auf der falschen Seite der Geschichte.
Fangnetze gegen russische Drohnen, eine Rampe für eine Pontonbrücke: In Kiew prägt der Krieg das Stadtbild. Der Winter naht, der Partner jenseits des Atlantiks ist unzuverlässig.
19.10.2026 | 2:35 minSelenskyj: USA halten Waffen zurück
Derweil berichtete das Portal "Axios", der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beklage, dass Washington Waffenlieferungen zurückhalte. Den Vorwurf soll er bei einem virtuellen Treffen mit US-Senatoren beider Parteien geäußert haben.
Selenskyj zufolge genehmige Verteidigungsminister Pete Hegseth die Lieferung von Patriot- und weiteren Luftabwehr-Raketen nicht, obwohl Nato-Staaten diese bereits bezahlt hätten, berichtete "Axios" unter Verweis auf ein Transkript der Besprechung. Selenskyj sagte demnach:
All das deutet darauf hin, dass eine politische Entscheidung getroffen wurde, die Unterstützung für uns zurückzufahren.
Wolodymyr Selenskyj, ukrainischer Präsident
Ein mögliches Treffen zwischen China, den USA und Russland sorgt für große Besorgnis. Die Befürchtung: Die Ukraine könnte dabei außen vor bleiben. ZDF-Reporter Dara Hassanzadeh berichtet aus Kiew.
19.10.2026 | 1:57 minSelenskyj: Auch Starlink und Geheimdienste betroffen
Bei dem Termin habe Selenskyj außerdem bestätigt, dass der Satellitendienst Starlink weiterhin beeinträchtigt sei. Dies erschwere es der Ukraine, russische Drohnen abzufangen, erklärten der republikanische Senator Thom Tillis und der demokratische Senator Richard Blumenthal.
Selenskyj habe zudem von Störungen beim Austausch von US-Geheimdienstinformationen berichtet, die der frühzeitigen Warnung vor russischen Raketenstarts dienten. Ein hochrangiger US-Beamter dementierte einen Rückzug.
Drohnennetze und Nächte in der Metro: Kiew bereitet sich auf einen harten Winter vor. Trumps Kehrtwende trifft die Menschen. Verachtung und Erschöpfung prägen die Stadt.
18.10.2026 | 3:05 minSelenskyj berichtet aus Gespräch mit Rubio
Am Dienstag berichtete Selenskyj dann von einem Gespräch mit US-Außenminister Marco Rubio. Auf X schrieb Selenskyj von einem "inhaltlichen Gespräch mit Fokus auf die wichtigen Themen". Dabei sei es um Abwehrraketen, Frühwarnsysteme und die Satellitendienste Starshield und Starlink gegangen. Konkreter wurde Selenskyj nicht. Er dankte den USA:
Vielen Dank, Marco, für die konstruktive Diskussion! Vielen Dank an alle in Amerika, die faire Lösungsansätze unterstützen!
Wolodymyr Selenskyj, ukrainischer Präsident
Kann das Krisengespräch die Beziehungen verbessern?
Ziel der Gespräche dürfte sein, die Beziehungen der Ukraine zu Washington zu kitten, die sich in den vergangenen zwei Wochen drastisch verschlechtert haben, während sich Trump zunehmend Moskau annähert. An dem Treffen nehmen auch Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre und der finnische Präsident Alexander Stubb teil. Gahr Støre sagte laut der Nachrichtenagentur NTB:
Ziel ist es, die diplomatischen Bemühungen wieder in konstruktivere Bahnen zu lenken.
Jonas Gahr Støre, norwegischer Ministerpräsident
"In mehreren Ländern wurden bereits diplomatische Bemühungen unternommen, und Norwegen und Finnland freuen sich, diese Arbeit fortsetzen zu können", erklärte Gahr Støre.
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