Rückschlag für Trump: Gericht lässt Fed-Vorständin Cook im Amt

Rückschlag für Donald Trump:Supreme Court lässt Fed-Vorständin Cook im Amt

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Der Oberste US-Gerichtshof hat die Entlassung der Notenbankdirektorin durch den US-Präsidenten gestoppt. Die Richter blockierten die von Donald Trump ausgesprochene Kündigung.

Lisa D. Cook, Fed-Vorständin

Der Supreme Court hat die Entlassung der Fed-Direktorin Lisa Cook gestoppt. Trump hatte ihr vorgeworfen, falsche Angaben bei einem privaten Hypothekenvertrag gemacht zu haben.

29.06.2026 | 0:31 min

US-Präsident Donald Trump hat im Streit mit der US-Notenbank eine Niederlage vor Gericht erlitten. Der Oberste Gerichtshof in den USA wies einen Antrag der Regierung ab - somit kann Notenbank-Vorständin Lisa Cook vorerst im Amt bleiben. Das Gerichtsverfahren rund um ihre Personalie läuft in unterer Instanz weiter.

Die Richterinnen und Richter stützten ihre Entscheidung vor allem darauf, dass Cook vor ihrer Entlassung keine ausreichende Gelegenheit erhielt, auf die Vorwürfe zu reagieren. Die Mehrheit betonte außerdem die 111-jährige US-Tradition einer von politischer Einflussnahme unabhängigen Zentralbank. Diese Unabhängigkeit sei entscheidend für Vertrauen in Geldpolitik und Finanzstabilität.

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Trumps Fehde mit der Fed

Seit seinem Amtsbeginn geht Trump mit drastischen Mitteln gegen die US-Notenbank vor und schürte damit die Sorge um ihre Unabhängigkeit. Er fordert von den Währungshütern niedrigere Zinsen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Vor allem der frühere Fed-Chef Jerome Powell geriet dabei ins Visier des Präsidenten. Trump beleidigte Powell mehrfach öffentlich und forderte dessen Rücktritt. Auf ihn folgte im Mai der von Trump nominierte Kandidat Kevin Warsh.

Vergangenen Sommer teilte Trump dann mit, Cook mit sofortiger Wirkung aus ihrem Amt im Vorstand zu entlassen. Seine Begründung: Es gebe hinreichende Gründe für die Annahme, dass sie in einem oder mehreren Hypothekenverträgen falsche Angaben gemacht habe.

Cook hatte daraufhin über ihre Anwälte rechtliche Schritte angekündigt. Trump dürfe sie gar nicht abberufen, argumentierte sie. Die Vorwürfe stritt Cook ab. Sollte sie unwissentlich falsche Angaben gemacht haben, sei dies Jahre vor dem Amtsantritt bei der Aufnahme einer privaten Hypothek geschehen.

Der Vorsitzende der US-Notenbank, Jerome Powell, nimmt am 19.03.2026 in Washington, DC, an einer Sitzung des Direktoriums der US-Notenbank teil.

Wegen angeblich ausschweifender Renovierungskosten an der Federal Reserve war gegen ihren Chef, Jerome Powell, ermittelt worden. Im April wurden die Untersuchungen jedoch eingestellt.

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Trump reagiert umgehend auf Truth Social

Der US-Präsident reagierte auf seiner eigenen Social-Media-Plattform Truth Social umgehend auf die Entscheidung des Supreme Courts. Trump behauptete, dass der Oberste Gerichtshof das Verfahren aus "rein verfahrensrechtlichen Gründen" abgewiesen habe. Es würden "unverzüglich geeignete Maßnahmen" ergriffen, "um sicherzustellen, dass jemand, der sich Fehlverhalten zuschulden kommen lassen hat, keine bedeutenden Entscheidungen zum Wohle der Vereinigten Staaten von Amerika trifft", so der US-Präsident.

Untere Instanzen bescherten Trump Niederlagen

In dem Rechtsstreit bescherten Trump bereits mehrere Gerichte Niederlagen. Zunächst schob eine Bundesrichterin der angestrebten Entlassung Cooks vorübergehend einen Riegel vor. Sie argumentierte unter anderem, der US-Präsident dürfe ein Mitglied des Fed-Vorstands nur "aus triftigen Gründen" entlassen.

So könne jemand nicht allein aufgrund von Verhaltensweisen aus der Zeit vor dem Amtsantritt entlassen werden. Sie schrieb zudem, das öffentliche Interesse an der Unabhängigkeit der Fed spreche für Cooks Wiedereinsetzung. Trump ging dagegen in Berufung, hatte jedoch auch vor einem Berufungsgericht keinen Erfolg. Der US-Präsident zog daraufhin vor den Supreme Court.

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Argumentation des obersten US-Gerichts in Anhörung

Bereits in einer Anhörung Anfang des Jahres äußerten die Richter am Gerichtshof erhebliche Zweifel an Trumps Entlassungsversuch. Bei einer fast zweistündigen Anhörung zeigten sich Richterinnen und Richter aus beiden politischen Lagern skeptisch gegenüber den Vorwürfen der Regierung und betonten die besondere verfassungsrechtliche Stellung und Unabhängigkeit der Notenbank Federal Reserve.

Die Richterinnen und Richter betonten, eine sofortige Entlassung könne die Unabhängigkeit der US-Notenbank "schwächen oder sogar zerstören" und sei daher anders zu bewerten als bei anderen unabhängigen Behörden.

Cook ist seit Mai 2022 Mitglied des Fed-Vorstands. Dieser besteht aus sieben Mitgliedern. Cooks Amtszeit läuft nach Fed-Angaben eigentlich bis zum 31. Januar 2038. Vor ihrer Berufung war sie unter anderem als Professorin für Wirtschaftswissenschaften und Internationale Beziehungen an der Michigan State University tätig.

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Quelle: dpa, ZDF
Über das Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Supreme Court lässt Fed-Direktorin im Amt" am 29.06.2026 um 17:39 Uhr.

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