US-Senat stimmt Haushalt zu: Abwendung eines längeren Shutdowns

Längere Haushaltssperre wohl abgewendet:US-Senat einig - Kurzzeitiger Shutdown in Kraft

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Demokraten und Republikaner haben sich im Streit um den US-Haushalt auf einen Kompromiss geeinigt. Da das Repräsentantenhaus erst Montag tagt, tritt ein kurzer Shutdown in Kraft.

Eine rote Ampel vor dem US Kapitol.

Wegen des Streits zwischen Republikanern und Demokraten um die Einwanderungsbehörde ICE gibt es wieder eine teilweise Haushaltssperre. Noch am Montag soll es eine Übergangsfinanzierung geben.

02.02.2026 | 0:16 min

In den USA ist eine kurzzeitige Haushaltssperre in Kraft getreten, auch wenn ein langfristiger Shutdown vorerst abgewendet werden konnte: Im Streit um schärfere Auflagen für die Einwanderungsbehörde ICE zwischen dem Weißen Haus und den Demokraten beschloss der US-Senat am Freitag einen zuvor ausgehandelten Kompromiss. Im Senat stimmten 71 Senatoren für das jüngste Haushaltspaket, 29 dagegen. Teil des Pakets ist eine Sonderregelung für das Heimatschutzministerium, für das zunächst nur ein zweiwöchiger Übergangshaushalt vorgesehen ist.

Da der Text jedoch auch vom Repräsentantenhaus bewilligt werden muss, das erst am Montag wieder tagt, trat um Mitternacht (Ortszeit, 6 Uhr MEZ) ein kurzzeitiger Shutdown in Kraft. Die Anführer der Parteien im Senat äußerten sich hoffnungsvoll, dass die Haushaltssperre höchstens wenige Tage andauert. 

Menschen halten Fotos während einer Mahnwache für Alex Pretti hoch, der von Bundesbeamten in Minneapolis erschossen wurde.

In den USA fordern die Demokraten nach zwei Todesfällen strengere Regeln für Beamte der Einwanderungsbehörde ICE. Das Gesetzpaket sieht ein Vermummungsverbot und das Tragen von Bodycams vor.

29.01.2026 | 0:28 min

Trump: Vereinbarung mit Demokraten

Das Weiße Haus und die Demokraten hatten sich in der Nacht zum Freitag auf den Kompromiss in ihrem Streit um schärfere Auflagen für Einsätze der Einwanderungsbehörde ICE geeinigt. Präsident Donald Trump erklärte, er habe mit den Demokraten eine Vereinbarung geschlossen, wodurch fünf der sechs Teile des Haushaltsgesetzes verabschiedet werden könnten.

Hintergrund ist der Streit um die Folgen der tödlichen Schüsse auf US-Bürger in Minneapolis. Die Demokraten hatten mit einer Blockade neuer Haushaltsmittel für die Bundesverwaltung gedroht, sollte die Trump-Regierung nicht deutlich verschärften Auflagen für die Einsatzkräfte der Einwanderungsbehörde ICE und des Grenzschutzes zustimmen. Die Demokraten fordern unter anderem ein Ende von verdachtsunabhängigen Kontrollen, ein Verbot von Gesichtsmasken für die Beamten und den Einsatz von Körperkameras.

Abgeordnete beider Parteien hatten gewarnt, dass ein Aussetzen der Finanzierung des Heimatschutzministeriums schwerwiegende Folgen für Behörden wie die Katastrophenschutzbehörde FEMA haben könnte. Große Teile der USA sind derzeit von einem schweren Wintereinbruch betroffen.

A man stops to look at the memorial for Alex Pretti on the fence line outside the VA Medical Center on January 28, 2026 in Minneapolis, Minnesota

Bei einem ICE-Einsatz in Minneapolis wurde der Krankenpfleger Pretti erschossen. Auch wenn US-Präsident Trump nun von Deeskalation spricht, bleibt die Stimmung extrem angespannt.

28.01.2026 | 2:36 min

Kurzzeitiger Shutdown: Wohl geringe Auswirkungen

Wenn das Repräsentantenhaus den Kompromiss wie erwartet am Montag bewilligen wird, sollten die benötigten Finanzmittel innerhalb weniger Tage wieder bereitgestellt werden.

Dadurch würden die Auswirkungen der Haushaltssperre auf staatliche Dienstleistungen und Bundesbedienstete begrenzt bleiben.

43-tägiger Shutdown im vergangenen Herbst

Beide Parteien sind bemüht, eine Eskalation wie im vergangenen Herbst zu vermeiden. Damals hatte ein Streit über das Gesundheitswesen zu einem 43-tägigen Shutdown geführt, der die US-Wirtschaft schätzungsweise elf Milliarden Dollar kostete.

Dem Congressional Research Service zufolge gab es seit 1977 zehn solcher Finanzierungsstopps von drei Tagen oder weniger, die zumeist nur geringe Auswirkungen hatten.

Quelle: AFP, AP, Reuters, dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 02.02.2026 ab 07:30 Uhr.

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