ICE-Einsatz in Minneapolis:US-Bundesbeamte nach tödlichen Schüssen suspendiert
Nach den tödlichen Schüssen auf einen 37-Jährigen in Minneapolis beurlaubt die US-Grenzschutzbehörde zwei Mitarbeiter. Präsident Trump kritisiert den Bürgermeister der Stadt.
Bei einem ICE-Einsatz in Minneapolis wurde der Krankenpfleger Pretti erschossen. Auch wenn US-Präsident Trump nun von Deeskalation spricht, bleibt die Stimmung extrem angespannt.
28.01.2026 | 2:36 minDie tödlichen Schüsse auf den Krankenpfleger Alex Pretti in Minneapolis haben erste Konsequenzen: Zwei Einsatzkräfte wurden vorläufig vom Dienst suspendiert, wie ein Sprecher der US-Grenzschutzbehörde Customs and Border Protection (CBP) am Mittwoch bestätigte.
Dabei handelt es sich demnach um ein Standardverfahren in solchen Fällen.
Heimatschutzministerium spricht von CBP-Mitarbeiter
Verantwortliche des Heimatschutzministeriums hatten die Bundesbediensteten zunächst als "Opfer" dargestellt.
Ein von US-Medien veröffentlichter Bericht des Heimatschutzministeriums an den Kongress legt nahe, dass es sich bei dem einen Schützen um einen CBP-Mitarbeiter handelt und bei dem zweiten um einen Bediensteten der untergeordneten Einheit Border Patrol. Ihre Namen sind nicht bekannt.
Bei einem ICE-Einsatz in Minneapolis wurde der Krankenpfleger Pretti erschossen. Auch wenn US-Präsident Trump nun von Deeskalation spricht, bleibt die Stimmung extrem angespannt.
28.01.2026 | 2:36 minZweifel an Darstellung des US-Heimatschutzministeriums
Der 37-jährige US-Amerikaner Pretti war am Samstag am Rande einer Abschiebe-Razzia in Minneapolis erschossen worden. Das US-Heimatschutzministerium sprach zunächst von "Abwehrschüssen" der Einsatzkräfte.
Videoaufnahmen zeigen den bereits überwältigten Pretti jedoch am Boden und lassen erhebliche Zweifel an dieser Darstellung aufkommen. Pretti trug den Videoaufnahmen zufolge ein Handy und hatte zwar offenbar eine Pistole bei sich, die er jedoch nicht in der Hand hatte und die die Bundesbediensteten ihm bereits abgenommen hatten, als sie das Feuer eröffneten.
Das Vorgehen der Einsatzkräfte in Minneapolis, die dort bereits am 7. Januar die unbewaffnete Autofahrerin Renee Good erschossen hatten, löste landesweit Empörung und vereinzelt auch Proteste aus.
ICE sei weiterhin im ganzen Land aktiv, sagt ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen. ICE habe etwa 12.000 Agenten und es gebe Hinweise, dass ICE-Agenten nach Milwaukee in Wisconsin weiterziehen.
27.01.2026 | 13:55 minTrump verschärft den Ton wieder
US-Präsident Donald Trump hatte nach dem Vorfall angekündigt, in Minneapolis "ein bisschen deeskalieren" zu wollen. Wenige Stunden später verschärfte er den Ton allerdings wieder.
Trump warf dem Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, in seinem Onlinedienst Truth Social Gesetzesbruch und ein "Spiel mit dem Feuer" vor.
Frey weist Anschuldigungen zurück
Der Demokraten-Politiker Frey hatte verkündet, dass die Stadt die Einwanderungsgesetze der US-Regierung nicht umsetzen werde. Frey wies die Anschuldigungen Trumps zurück, er trage zur Eskalation bei.
Die Aufgabe unserer Polizei ist es, die Menschen zu schützen, nicht Bundes-Einwanderungsgesetze durchzusetzen.
Jacob Frey, Bürgermeister von Minneapolis
ICE steht für "Immigration and Customs Enforcement". Das ist eine US-Bundesbehörde, die für Einwanderungs- und Grenzkontrollangelegenheiten zuständig ist. Sie läuft unter dem Dach des Heimatschutzministeriums.
Die Behörde befasst sich unter anderem mit der Abschiebung von Personen, die illegal im Land sind, aber auch mit Untersuchungen von Einwanderungsverstößen und dem Grenzschutz.
Die Kritik: ICE führt groß angelegte Razzien durch, bei denen auch nicht-kriminelle Menschen ohne Aufenthaltsstatus verhaftet und abgeschoben werden. Viele dieser Personen leben seit Jahren in den USA, arbeiten dort, zahlen Steuern und haben Familien.
Minneapolis wird seit Wochen vom gewalttätigen Vorgehen der Einsatzkräfte des Bundes erschüttert. Die meisten von ihnen gehören der Einwanderungsbehörde ICE an, die im Auftrag der Trump-Regierung Migranten ohne Papiere aufspüren soll.
Unterstützt wird ICE von der Grenzschutzbehörde CBP.
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