Handelsstreit: USA erheben jetzt auch Zoll auf kleine Pakete

Handelsstreit:USA erheben jetzt auch Zoll auf kleine Pakete

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Die USA heben eine Ausnahmeregel für Paketsendungen mit geringem Wert auf. Ab sofort gelten auch für sie Zölle. Es werde ein "Schlupfloch" für Drogenschmuggel geschlossen, hieß es.

Symbolbild: Laufband mit Paketen in US-Postamt

Auf Pakete aus dem Ausland erheben die USA jetzt grundsätzlich Zölle (Symbolbild)

Quelle: AP

Bisher haben die USA auf Pakete mit einem Warenwert unter 800 Dollar (rund 686 Euro) keinen Zoll erhoben. Das ändert sich nun. Die Zollfreiheit für solche Importe ist seit diesem Freitag abgeschafft.

Präsident Donald Trump hatte die Ausnahme zunächst für China aufgehoben und Ende Juli auch das Ende der sogenannten "De-minimis"-Regel für Pakete aus aller Welt zum 29. August angeordnet.

Nach den jetzt geltenden Regeln müssen auf die Waren die geltenden US-Zölle für das Herkunftsland bezahlt werden - oder für eine Übergangsfrist von sechs Monaten alternativ eine Gebühr von 80 bis 200 Dollar (69 bis 171 Euro). Eine Ausnahme gibt es für "echte" Geschenke im Wert unter 100 Dollar (86 Euro).

Frachtcontainer an einem Hafen in Indien

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20.08.2025 | 6:20 min

Trump will mit Zöllen Drogenschmuggel eindämmen

Trump begründete den Schritt unter anderem damit, dass in den zollfreien Paketen in großem Stil gefährliche Drogen in die USA geschmuggelt worden seien. Es gehe darum, ein "katastrophales Schlupfloch zu schließen, das unter anderem genutzt wurde, um Zölle zu umgehen und synthetische Opioide sowie andere gefährliche Produkte zu versenden", erklärte das Weiße Haus Ende Juli.

Laut US-Zoll waren im vergangenen Jahr 98 Prozent der abgefangenen Drogen, 97 Prozent der gefälschten Waren und 70 Prozent der gesundheitsgefährdenden Produkte in solchen Paketen verpackt.

In den vergangenen Jahren waren zollfreie Paketlieferungen unter anderem dank Plattformen wie Temu und Shein stark gestiegen. Waren es 2015 noch 134 Millionen, verzeichneten die USA im vergangenen Jahr 1,36 Milliarden zollfreie internationale Paketsendungen.

Weniger Pakete aus China in die USA verschickt

Nachdem im Mai die Zollfreiheit für Pakete mit geringem Warenwert aus China abgeschafft wurde, sank die Zahl der Sendungen in die USA nach Regierungsangaben von vier Millionen täglich auf eine Million. Zudem seien seitdem Zölle in Höhe von 492 Millionen Dollar auf die Pakete erhoben worden.

Der US-Regierung zufolge suchen chinesische Versender aber Umwege über andere Länder. Das habe die Ausweitung der Maßnahme auf Pakete aus aller Welt notwendig gemacht.

Trotz Zollstreit wächst Chinas Wirtschaft

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Mehr als 90 Prozent der "De-Minimis"-Pakete werde von Express-Zustellern wie FedEx oder UPS befördert, hieß es von der US-Regierung. Hier rechne man nicht mit Problemen beim Versand.

Für reguläre Postdienste, die mit Blick auf die neue Regelung den Versand in die USA einschränkten, hat das Weiße Haus harsche Worte übrig. Sie sollten sich lieber darum kümmern, dass mehr Informationen über den Inhalt der Pakete gesammelt und mit US-Behörden geteilt würden, sagte ein ranghoher Regierungsbeamter in Washington. Wenn sie stattdessen den Versand in die USA aufgäben, würden Express-Anbieter einfach deren Geschäft übernehmen.

Quelle: dpa, AFP

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