Todesstrafe in den USA: Hinrichtung soll live übertragen werden

Todesstrafe in den USA:US-Beamter: Hinrichtung soll live übertragen werden

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Die US-Regierung will die Hinrichtung eines Amokläufers laut einem Pentagon-Mitarbeiter live übertragen. Laut der UN wäre das eine Form von "Folter".

Trump

US-Präsident Trump hat die Hinrichtung des Fort-Hood-Amokläufers Nidal Hasan genehmigt. Der frühere Militärpsychiater hatte 2009 in Texas 13 Menschen getötet und 30 weitere verletzt.

06.10.2026 | 0:30 min

Die für den 3. Dezember geplante Erschießung eines zum Tode verurteilten Attentäters auf einem Militärstützpunkt im US-Bundesstaat Texas soll per Livestream übertragen werden. Das bestätigte ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums, der anonym bleiben wollte. Die Vereinten Nationen (UN) verurteilten das als eine Form von "Folter".

Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte zuvor bereits gesagt, dass die von Präsident Donald Trump genehmigte Hinrichtung eines früheren Psychiaters des US-Heeres durch ein Erschießungskommando öffentlich stattfinden solle.

Die Menschen müssen verstehen, dass solche Taten schwerwiegende Konsequenzen haben.

Pete Hegseth, US-Verteidigungsminister

Man werde dafür sorgen, dass Menschen die Hinrichtung von Nidal Hasan, der 2009 ein Massaker auf dem Militärstützpunkt Fort Hood in Texas verübte, öffentlich beobachten könnten, sagte Hegseth dem rechtskonservativen US-Sender Real America's Voice.

Das Büro von Volker Türk, UN-Beauftragter für Menschenrechte, hält das Vorgehen für "Folter":

Die Live-Übertragung einer Hinrichtung ist gleichbedeutend mit einer öffentlichen Hinrichtung und würde gegen das absolute Folterverbot verstoßen.

Büro des UN-Beauftragten für Menschenrechte

Auf der rechten Seite ist ein Fahndungsfoto von Christa Pike. Auf der linken Seite des Bildes, sieht man einen Exekutionsliege. Im Vordergrund steht "Fall Christa Pike. Warum die USA weiter hinrichten".

Die Exekution der Mörderin Christa Pike im US-Bundesstaat Tennessee ist gescheitert, was die Debatte über die Todesstrafe neu entfacht hat. ZDFheute live über den Fall und die Reaktionen.

02.10.2026 | 29:39 min

Militärhinrichtungen in den USA selten

Sollte es tatsächlich zu der Exekution kommen, wäre es laut Medien die erste Militärhinrichtung in den USA seit mehr als 60 Jahren. Hasan, ein US-Bürger palästinensischer Herkunft, hatte auf dem Militärstützpunkt 2009 das Feuer auf Soldaten eröffnet und 13 Menschen getötet. 32 weitere Menschen wurden verletzt.

Die Tat ereignete sich wenige Wochen vor seinem geplanten Auslandseinsatz in Afghanistan. Hasan wurde bei seiner Festnahme von der Polizei angeschossen und ist seither teilweise gelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen. Der damalige Militärpsychiater gab an, mit seiner Tat Vergeltung für die Kriege der USA in der muslimischen Welt geübt zu haben. Er wurde 2013 von einem Militärgericht zum Tode verurteilt.

Symbolbild: Die Todeszelle in einem Gefängnis im US-Bundesstaat Texas

Im vergangenen Jahr wurden laut Amnesty International rund 2.700 Todesstrafen vollstreckt – ein Anstieg von 78 Prozent im Vergleich zu 2024 und so viele wie seit 44 Jahren nicht mehr.

18.05.2026 | 1:37 min

Hinrichtung von Christa Pike war fehlgeschlagen

Trump hatte die Hinrichtung erst vor Kurzem genehmigt - wenige Tage nachdem im US-Bundesstaat Tennessee ein Hinrichtungsversuch gescheitert war. Die verurteilte Mörderin Christa Pike hatte am Mittwoch vergangener Woche zwei Injektionen mit dem normalerweise tödlichen Mittel Pentobarbital überlebt.

Gut eine Woche später kann die 50-Jährige wieder gehen. Sie könne aber "bleibende Schäden" erlitten haben, sagte ihr Anwalt. Der Fall hat die Debatte um die Todesstrafe in den USA neu entfacht.

Die wegen Mordes zum Tode veurteilte Christina Pike hatte zwei Giftspritzen überlebt und befindet sich derzeit im Krankenhaus.

Eine gescheiterte Hinrichtung im US-Bundesstaat Tennessee hat eine neue Debatte über die Todesstrafe ausgelöst.

02.10.2026 | 1:37 min

Erste Hinrichtung durch Erschießungskommando seit 1945

Öffentliche Erschießungen wurden in den USA unter anderem während des Amerikanischen Bürgerkriegs im 19. Jahrhundert als Abschreckung eingesetzt. Die letzte Hinrichtung durch ein Erschießungskommando des US-Militärs fand 1945 statt.

"Ich mag irgendwie die Mentalität, die wir im Zweiten Weltkrieg hatten", sagte Hegseth, der sich "Kriegsminister" nennt. Es gehe darum, "zu gewinnen" und bei feindlichen Angriffen standzuhalten.

Die letzte allgemein öffentliche Hinrichtung in den USA war 1936: Damals wurde im Bundesstaat Kentucky ein Mann vor Tausenden Schaulustigen gehängt.

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Quelle: dpa, Reuters, AFP, AP
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 06.10.2026 um 11:50 Uhr in dem Beitrag "Trump genehmigt Hinrichtung von Nidal Hasan".
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